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Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin–Gorzow mahnt Vertragstreue der NEB an

Verkehr
Kritik am Sorgenkind Ostbahn

Technische Probleme: Ein Regionalzug der NEB passiert am Donnerstag die defekte Schranke in Vorstadt.
Technische Probleme: Ein Regionalzug der NEB passiert am Donnerstag die defekte Schranke in Vorstadt. © Foto: Uwe Spranger
Jens Sell / 23.11.2018, 07:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Während für die Regionalbahnstrecke von Kostrzyn über Gorzów nach Krzyz zwei neue Triebwagenzüge bestellt wurden, klagen Fahrgäste der hiesigen Ostbahnstrecke RB 26 über Platznot und Unpünktlichkeit. Längst haben die Klagen auch die Politik erreicht. „Die Kritikpunkte unserseits für eine Verbesserung des Angebots im Zugverkehr bei der RB 26, der S 5 und der RB 60 haben wir an die Landesregierung adressiert“, sagte dazu Landratsbeigeordneter Rainer Schinkel (SPD).

Karl-Heinz Boßan von der Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin–Gorzów geht das nicht weit genug: „Während es auf dem polnischen Teil der Ostbahn stetig vorwärtsgeht, bleiben die 58 Kilometer des deutschen Teils abgehängt, insbesondere nach der jüngsten Ausschreibung, die mit einem Sieg nach Punkten für die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) endete.  Viele waren damals schon der Auffassung, dass sich die NEB übernommen hat, auch weil es sich bei der Ostbahn um eine grenzüberschreitende regionale Eisenbahnverbindung handelt, und demzufolge ganz andere zusätzliche Anforderungen erfüllt werden müssen.“

Eine Überdachung des Bahnsteigs auf dem Bahnhof Strausberg und der Bau einer Begegnungsstelle beim Bahnhof Herrensee haben die Kundenzufriedenheit nicht spürbar erhöht. Zumal Störungen an Bahnübergängen wie am Donnerstag zwischen Petershagen und Fredersdorf sowie in Strausberg-Vorstadt oder Kabeldiebstähle auf freier Strecke zu Zugausfällen und -verspätungen führen.

Für Karl-Heinz Boßan ist es am ärgerlichsten, dass die Niederbarnimer Eisenbahn den Vertrag mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg noch nie im vollen Umfang erfüllt habe. Dafür Abschläge in der Bezahlung  durchzusetzen, helfe auch nicht weiter.

NEB-Geschäftsführer Detlef Bröcker kann den Kundenärger gut nachvollziehen. Erst am Mittwochnachmittag sei eines der typischen Probleme mit den Zügen des polnischen Herstellers Pesa aufgetreten: Sie lassen sich nicht problemlos kuppeln. Und wenn ein Lokführer da zu früh aufgibt, wird eben wieder mit einem Einzelzug gefahren: „Es gibt daneben Probleme mit der Software, die wir nicht beeinflussen können. Wir sind deshalb ständig mit Pesa im Gespräch, auch was Garantieleistungen betrifft.“ Böcker sieht allerdings einen Silberstreif Hoffnung am Horizont: In Basdorf warten seit Juni vier neue Züge auf die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt. Die könnte noch im Dezember erfolgen. So hofft er darauf, dass im Januar der Betrieb mit Dreier-Traktionen der Züge vertragsgemäß sichergestellt werden kann. „Wenn es nicht wieder Probleme mit der Kopplung und Software gibt“, schränkt Detlef Bröcker ein.

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