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Parteimitglieder aus Märkisch-Oderland beim Parteitag in Hamburg im Kopf-an-Kopf-Rennen um Vorsitz

Personalwechsel
CDU-Basis lobt Aufbruchstimmung

Doris Steinkraus / 06.12.2018, 08:00 Uhr
Seelow (MOZ) Am Freitag entscheiden die Delegierten des CDU-Parteitages in Hamburg, wer die Partei künftig führen soll. Auch an der Basis wird über den Personalwechsel heftig diskutiert. Alle Befragten eint, dass sie mit dieser Wahl einen Neubeginn für die Partei erwarten.

Die Letschinerin Kristy Augustin ist eine von 17 Brandenburger Delegierten, die in Hamburg mit darüber entscheiden, wer die CDU in den nächsten zwei Jahren führen wird. „Auch wenn wir bei 1001 Delegierten insgesamt nicht den entscheidenden Teil beim Bundesparteitag ausmachen, macht es mich stolz, dabei sein zu können“, sagt die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Märkisch-Oderland. Sie freue sich über die jetzt gestartete lebendige Debatte, die bis in die Ortsverbände zu spüren ist.

Eine Umfrage oder Abstimmung auf dem Kreisparteitag habe es nicht gegeben, wohl aber Hinweise und Wünsche. „Es gab viele Voten für Annegret Kramp-Karrenbauer, aber auch Friedrich Merz sehen viele Christdemokraten aus Märkisch-Oderland als  Hoffnungsträger, einige favorisieren Jens Spahn“, berichtet sie. „Alle Wünsche eint, dass wir die CDU zu einem klaren Profil bringen müssen, das wieder mehr Akzeptanz beim Wähler erreicht.“ Sie persönlich favorisiere Annegret Kramp-Karrenbauer. „Ihr traue ich zu, die Themen und Positionen der CDU engagiert nach außen zu tragen und die Mitglieder hinter sich zu vereinen. Was sie vermag, hat sie auch als Ministerpräsidentin im Saarland bewiesen. Egal, wer gewählt wird, kann aber auf meine Unterstützung als CDU Kreisvorsitzende in Märkisch-Oderland bauen.“

Das versichert auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz. Aus seiner Sicht werde es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz geben. „Die Vorbereitung mit den acht Regionalkonferenzen, auf denen sich die drei Bewerber vorgestellt haben, ist der richtige Schritt gewesen“, sieht es der Friedersdorfer. Die Konferenzen hätten viele Informationen vermittelt. Er persönlich schätze Kramp-Karrenbauer, die eine fleißige und kontinuierliche Arbeit leiste. „Und keinesfalls der Kanzlerin ergeben ist, sondern starke eigene Akzente setzt“, sagt von der Marwitz. Aber auch Friedrich Merz könne er sich als neuen Parteivorsitzenden vorstellen. Als Mitglied der Bundestagsfraktion sei er dankbar für den eingeleiteten Aufbruch. Das spüre er in der Fraktion, für die der neue Vorsitzende Ralf Brinkhaus ein großer Gewinn sei. Er fordere schon in seiner kurzen Amtszeit mehr Verantwortung aller in der Fraktion.

Friedemann Hanke, Vize­landrat in Märkisch-Oderland, sieht in Friedrich Merz einen Mann, „der unserer CDU gut tut“. Er habe ein klares Profil, benenne Dinge konkret, mache deutlich, wofür und für welche Werte die CDU steht. Das sei in den zurückliegenden Jahren oft auf der Strecke geblieben und nur noch verschwommen wahrnehmbar gewesen. „Als Vorteil sehe ich, dass sich Friedrich Merz nichts beweisen muss. Er schafft die Möglichkeit, neu zu beginnen.“ Bei allen Verdiensten der Kanzlerin sei es jetzt einfach an der Zeit für einen Wechsel.

Frank Schütz, ehrenamtlicher Bürgermeister von Golzow und CDU-Fraktionschef im Kreistag, sieht ebenfalls in Friedrich Merz den richtigen neuen Mann an der Spitze der Bundespartei. Alle drei Kandidaten hätten durchaus politisches Gewicht. Merz traue er jedoch die größte wirtschaftliche und finanzpolitische Kompetenz zu. Doch egal, wer gewählt wird. Es gebe danach auch einen veränderten Bundesvorstand. Von dem erhoffe er sich, dass er die vielen Hinweise aus den Regionalkonferenzen, auch er war in Berlin dabei, ernst nimmt. „Wichtig ist, dass es wieder einen stärkeren Bezug zur Basis gibt“, steht für Schütz fest. Und räumt ein, dass sich so mancher seiner Parteimitglieder, auch bei der Regionalkonferenz, eine direkte Wahl gewünscht hätte.

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