Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wirtschaft
Pakete in drei Schichten

Uwe Spranger / 06.12.2018, 08:00 Uhr - Aktualisiert 06.12.2018, 09:04
Rüdersdorf (MOZ) Im DHL-Paketzent­rum in Rüdersdorf laufen die Bänder derzeit wieder auf Hochtouren. In der Vorweihnachtszeit sorgen 100 zusätzliche Mitarbeiter dafür, dass die Sendungen schnellstmöglich zu ihrem Empfänger kommen.

Alle paar Minuten fahren Sandra Heller und ihre Kolleginnen und Kollegen mit dem Elektrowagen durch die große Halle. Bis zu fünf Boxen mit Paketen unterschiedlicher Größe hängen dran und werden zunächst zu den Kolleginnen und Kollegen an den Vorsortern gefahren. Im Sekundentakt legen die die bis zu 31,5 Kilo schweren Sendungen auf die Bänder. Bis zu einem Kilometer lang ist der Weg von dort bis zum Endpunkt an der Schleuse, an der die Laster ins Zielgebiet beladen werden. Scanner lesen unterwegs die Strichcodes aus und sorgen dafür, dass die klappbare Auflagen am richtigen Seitenarm in die richtige Richtung kippen.

Geht etwas schief oder sind Etiketten nicht lesbar, landen die Kartons zum Beispiel bei Manuela Ernst. Sie legt eine große mit Folie umwickelte Kiste auf eine spezielle Unterlage. „Sonst rutscht sie nicht“, erklärt sie. Zwischen 15 und 20 Kilo werde der große Karton wohl gehabt haben, schätzt sie. „Ist aber noch nicht der Schwerste“ fügt sie hinzu, zeigt auf einen anderen, der von etlichen Packbändern umfasst ist und wuchtet ihn auf die Rollen. „Da braucht man keinen Sport mehr“, so die Strausbergerin, die seit zwei Jahren dabei ist. Allerdings könnten die Mitarbeiter vergünstigte Angebote beispielsweise für Fitnessstudios oder Saunen nutzen, die mit DHL kooperieren, erläutert Markus Klapperich, der Chef des Rüdersdorfer Paketzentrums. Auch mit „Schnitzelbrötchen für alle“ oder Obsttagen versuche er, den schweren Job zusätzlich zu würdigen. Und er greift auch selbst zu, legt Pakete auf die Bänder oder in die Rollboxen.

Video

Post vom Weihnachtsmann

Videothek öffnen

Derweil kommt Thomas Petzold mit einer Papierrolle angeradelt, einer der drei Techniker pro Schicht.  Er ist von Anfang an in Rüdersdorf dabei, seit 1994. Damit die Monteure schnell an der Einsatzstelle sind, stehen Fahrräder bereit. Schließlich sind die Schenkel des U-förmigen Baus 263 Meter lang, da sei man mit dem Rad eben schneller als zu Fuß, erklärt Klapperich. Während Petzold die Rolle an der Labelmaschine wechselt, fällt dem Chef eine größere Menge von Päckchen eines Händlers auf, die alle in der „Nachbearbeitung“ landen. Offenbar habe es beim Drucken des Adressaufklebers Probleme gegeben. Nun muss der Strichcode dupliziert werden, damit er lesbar ist. Das bringt Verzögerungen. In der Regel sei es aber schon so, dass Sendungen einen Tag nach der Einlieferung beim Empfänger sind. „Zu 90 Prozent“, sagte DHL-Sprecherin Tina Birke.

Im Normalfall verbringe ein Paket nicht mehr als 15 Minuten in der Sortieranlage, wenn’s schnell geht, auch nur drei. Es sei denn, unsachgemäße Verpackungen verursachen Stillstand. Zum Beispiel mahnt Tina Birke, aus Geschenkpapierumhüllungen und Schleifen zu verzichten. Die könnten zerreißen oder sich verheddern. Zudem empfiehlt sie, Leerräume in den Paketen mit Füllmaterial zu stopfen und am besten neue Kartons zu verwenden. Denn alte Etiketten könnten beispielsweise zu „Fehlleitungen“ führen.

Im Regelbetrieb fährt das Paketzentrum zwei Schichten. Die „Ausgangsschicht“ dauert von 13 bis etwa 20.15 Uhr, denn kurz nach 20 Uhr verlassen die letzten beladenen Laster das Areal in Richtung Zielgebiet. Drei Stunden später rollen die ersten neuen Sendungen an. Die betreut die Eingangsschicht (23.30 bis 6.45 Uhr). In der Vorweihnachtszeit gibt es zusätzlich eine Frühschicht von 8.30 bis 13.30 Uhr. Denn dann kommt die doppelte Menge an Paketen. „Es kann dann auch mal später werden“, sagt Frank Hedrich.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG