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Handball
Endlich ein Punkt für den MTV

Edgar Nemschok / 27.12.2018, 02:15 Uhr
Altlandsberg (MOZ) Nun gab es doch noch eine große Überraschung der Handball-Frauen des MTV Altlandsberg. Mit 23:23 im Heimspiel rangen sie einem großen Favoriten der 3. Liga, dem Buxtehuder SV II, einen unerwarteten Punkt ab.

Kurz nach der Schluss-Sirene brachen nahezu alle Dämme in der Altlandsberger Erlengrund-Halle. Die Handball-Frauen des MTV feierten das Ende des Spiels wie einen Sieg und gern erinnert man sich an längst vergessene Zeiten, in denen viel, viel öfter gejubelt werden konnte. Beim gesamten MTV hätte man meinen können, er hätte gerade die Meisterschaft gewonnen. Nach einer langen Durststrecke mit zahlreichen Misserfolgen und dem Abstiegsgespenst im Rücken war es schon mehr als ein Punktgewinn, eventuell sogar die Wende in einer bisher verkorksten Saison. Dazu kam die Freude, dass man ausgerechnet gegen die hoch eingeschätzte Bundesliga-Reserve aus Buxtehude mithalten konnte. Niemand hatte vor der Partie tatsächlich damit gerechnet, dass der MTV gegen diesen Gegner auch nur einen Stich bekommen könnte.

Bei aller Euphorie muss allerdings auch betont werden, für Handball-Ästheten war es sicherlich kein Leckerbissen. Für den MTV nicht unbedingt wichtig, für Buxtehude eher enttäuschend.

Der MTV begann mit einem Höllen-Tempo. Die Frauen um Rückraumspielerin Ann-Cathrin Höbbel liefen und zerrissen sich förmlich. Es muss in der vergangenen Trainingswoche nach den zahlreichen Enttäuschungen im Verein ein echtes Gewitter gegeben haben. „Wir werden rennen und kämpfen, um die Chance, die wir vielleicht nicht haben, beim Schopf zu greifen“, kündigte der Altlandsberger Übungsleiter Sebastian Grenz vor dem Spiel an. „Wir haben nämlich nichts zu verlieren. Also können wir durch einen beherzten Auftritt nur gewinnen. Und natürlich haben wir uns fest vorgenommen, nichts unversucht zu lassen, um unsere Fans mit einer gehörigen positiven Überraschung zu begeistern.“

Teilweise wirkten die MTV-Frauen sogar ein wenig übermotiviert. Wie zum Beispiel die Polin Magdalena Stanulewicz, die bereits in der Anfangsphase wegen zu harter Gangart von den Schiedsrichtern Christian Kroll und Karolin Sense deutlich verwarnt wurde. Den ersten Dämpfer für die MTV-Truppe gab es nach knapp vier Minuten, als Buxtehudes Antonia Zimmermann nach Führung des MTV für ihre Mannschaft zum 3:2 erfolgreich war. Einige MTV-Fans dachten da wahrscheinlich schon an vergangene Spiele zurück und vermuteten: Das war´s wieder. Doch der MTV kam zurück und ging selbst wieder in Führung.

Zur Mitte der ersten Halbzeit stand es 9:8, als nämlich Annika Fleck von Linksaußen zwei herrliche Tore warf. Es ging Schlag auf Schlag. Auf beiden Seiten wurde verbissen gekämpft und dem Gegner kaum ein Zentimeter Platz gelassen. Kurz vor der Halbzeit wurde es noch mal hektisch. Die Schiris hatten eine recht umstrittene Zwei-Minuten-Strafe gegen die Altlandsbergerin Josephin Keßler ausgesprochen. Kurz zuvor musste auch Marlen Steffen schon das Feld verlassen. Doch der 12:12-Halbzeitstand konnte mit in die Kabine genommen werden.

Kurz nach der Pause wurde es richtig spannend. Buxtehude wurde stärker und ging mit 18:16 in Führung. Sophia Mattisseck und schließlich Ann-Cathrin Höbbel mit einem mächtigen Wurf aus dem Rückraum schafften tatsächlich noch den Ausgleich. Zwischendurch wurden auf beiden Seiten gleich reihenweise hochkarätige Chancen vergeben.

Nach dem 21:19 für den MTV, erneut war Ann-Cathrin Höbbel erfolgreich, wurde das Spiel sogar dramatisch. Buxtehude lag plötzlich 22:21 vorn und Trainer Grenz musste seine Mannschaft bei einem Time-Timeout noch einmal neu einstellen. Es gab Sieben-Meter für den MTV. Ann-Cathrin Höbbel, sonst absolut zuverlässig beim Verwerten von Strafwürfen, verpasste. Doch schon im nächsten Angriff war sie wieder da und besorgte das 22:22. In ihrer unwiderstehlichen Art gelang ihr sogar noch der Führungstreffer.

Die letzte Spielminute brach an. Liv-Charlotte Süchting ließ Jennifer Höft im MTV-Tor keine Chance: 23:23. Es blieben noch 30 Sekunden für den MTV, das Spiel sogar noch mit einem Sieg zu beenden. Doch der Ball wurde vertändelt und Buxtehude kam über rechts. Schließlich war es Jennifer Höft, die mit einer mutigen Aktion wenigstens den einen Punkt noch festhalten konnte.

In der Tabelle konnte sich der MTV zwar nicht verbessern, hat aber zum Neunten, SV Grün-Weiß Schwerin, nur noch einen Punkt Abstand. Schwerin ist dann auch der nächste Gegner in der 3. Liga. Gespielt wird am 27. Januar in Schwerin.

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