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Kontrolle
Gäste im Strausberger Escape-Room sicher

Neues Projekt: Derzeit arbeiten Jan Zumkowski und Martin Ritsche (v. l.) in jeder freien Minute an der „Nautilus“. Das U-Boot aus dem Jules-Verne-Roman wird der zweite Spielraum des Strausberger Escape-Rooms. Auch er wird höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht werden, versichern die Betreiber.
Neues Projekt: Derzeit arbeiten Jan Zumkowski und Martin Ritsche (v. l.) in jeder freien Minute an der „Nautilus“. Das U-Boot aus dem Jules-Verne-Roman wird der zweite Spielraum des Strausberger Escape-Rooms. Auch er wird höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht werden, versichern die Betreiber. © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 10.01.2019, 22:30 Uhr
Strausberg (MOZ) Der tödliche Brand in einem Escape-Room im nördlichen Polen ist den Betreibern des Strausberger Treffpunkts Ticking Clock Anlass, Brandschutz und Sicherheit ihrer Einrichtung unter die Lupe zu nehmen. „Unsere Gäste können sich sicher fühlen“, ist ihr Fazit.

Der Brand in einem Escape-Room im polnischen Koszalin mit fünf Todesopfern hat auch die Betreiber der einzigen derartigen Freizeiteinrichtung zwischen Polen und Berlin, Martin Ritsche und Jan Zumkowski in der Strausberger Georg-Kurtze-Straße, tief bewegt. „Wir waren erst mal total bestürzt über diese tragische Katastrophe“, sagt Ritsche. „Und natürlich haben wir uns sofort gefragt: Könnte das bei uns auch passieren?“, ergänzt Jan Zumkowski. Mit Blick auf den Brandschutz haben sie gründlich und schonungslos alle Sicherheitsfaktoren in ihrem Escape-Room abgeklopft. Ergebnis: „Unsere Gäste können sich sicher fühlen“, sind sie sich einig.

Das von der Sparkasse Märkisch-Oderland im Jahr 2000 neu gebaute Haus in der Georg-Kurtze-Straße 4/5 erfülle alle Brandschutzanforderungen an öffentliche Gebäude wie zum Beispiel den zweiten Fluchtweg. „Beruhigend für uns ist auch die durch einen Meisterbetrieb installierte Elektroanlage, die regelmäßig gewartet wird“, sagt Martin Ritsche. Laut einer Auflage des Bauordnungsamtes installierten sie im Spielraum einen großen roten Notschalter, nach dessen Betätigung die Teilnehmer den Raum aus eigener Kraft verlassen können.

Bei dem Abenteuerspiel in einem Escape-Room geht es darum, unter Zeitdruck Rätsel zu einem bestimmten Themengebiet zu lösen, um sich aus dem Raum zu befreien. Das Spiel gibt den Teilnehmern selbst Aufschluss über ihre Stressresistenz: Können sie sich auf die Aufgabe konzentrieren, können sie zielführend kooperieren in einem abgeschlossenen Raum? Viele suchen die Herausforderung, ob Familien, Freunde oder Arbeitsteams. Sie bekommen vor dem Start eine ausführliche Einweisung und erfahren auch, was sie tun können, wenn ihnen der Stress über den Kopf wächst, und dass sie nicht unbeobachtet sind. „Wir verfolgen aus dem fünf Meter entfernten Kontrollraum per Kamera und Mikrofon eins zu eins die Spielgruppe“, sagt Jan Zumkowski.

Die beiden Betreiber haben Escape-Rooms in Berlin und anderen Städten und auch in Polen getestet. Es gebe große Anlagen mit mehr als zehn Spielräumen, in denen ein Betreuer für drei Gruppen zuständig sei. Da könne man um einen Hinweis zur Lösung bitten und auf die Antwort zwei, drei Minuten warten. „Das kann Ihnen bei uns nicht passieren, mitunter bieten wir die Hinweise ungefragt an, wenn wir merken, dass die Spieler sich hoffnungslos festgefahren haben“, sagt Jan Zumkowski. Im Koszaliner Escape-Room waren die Fenster mit Rigips-Platten verschlossen, und die Klinke zur einzigen Tür war versteckt und Teil des Rätsel. „Das geht gar nicht“, sagt Martin Ritsche. In Strausberg kann man im Brandfall durch die Fenster unverletzt flüchten. Noch von der Sparkasse stammen die beleuchteten Hinweise auf die Fluchttüren.

Martin Ritsche berichtet, dass er auch schon mal eingegriffen habe, als eine Mitspielerin offensichtlich vom Adrenalinschub überfordert war und sich zurückziehen wollte. „Wir können die Kameras schwenken, verfolgen auch, was und wie gesprochen wird“, sagt er und betont: „Aber unsere Gäste können sich auf unsere Verschwiegenheit verlassen und darauf, dass keine Videos mitgeschnitten werden.“ Und sie können sich auch auf schnelle und sachkundige Hilfe im Fall der Fälle verlassen: Nicht nur, dass in den Räumen Feuerlöscher verteilt sind, Jan Zumkowski ist ausgebildeter Ersthelfer und Martin Ritsche sogar Notfallsanitäter.

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