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Seelower Erklärung wurde nach Ostbahnkonferenz konkretisiert / Initiativen werben um Unterstützung

Ostbahn
Zweigleisiger Ausbau ist das Ziel

Erklärung überarbeitet: Jörg Schleinitz, Guido Noack, Robert Radzimanowski und Rainer Schinkel (v.l.) im Landratsamt.
Erklärung überarbeitet: Jörg Schleinitz, Guido Noack, Robert Radzimanowski und Rainer Schinkel (v.l.) im Landratsamt. © Foto: Doris Steinkraus/MOZ
Doris Steinkraus / 11.01.2019, 07:30 Uhr
Seelow (MOZ) Anfang Dezember wurde auf einer Ostbahnkonferenz  eine Seelower Erklärung verabschiedet. Die IHK Frankfurt und Berlin hatten gemeinsam mit dem Landkreis Vertreter aus Deutschland und Polen eingeladen. Die Erklärung wurde jetzt konkretisiert.

Nicht erst in einigen Jahren, sondern sofort müssten die Planungen zum zweigleisigen Ausbau und zur Elektrifizierung der Ostbahnstrecke beginnen. Das ist eine der Kern-Forderungen der Seelower Erklärung. Nur dann sei das Ziel auch realistisch, ab 2022 einen 30-Minuten-Takt zwischen Ostkreuz und Müncheberg zu sichern. Dabei gehe es besonders um den Bau des Begegnungsabschnittes zwischen Mahlsdorf und Hoppegarten. Robert Radzimanowski und Guido Noack von der IHK Ostbrandenburg haben jetzt mit dem Beigeordneten Rainer Schinkel sowie Jörg Schleinitz vom Wirtschaftsamt des Kreises die Hinweise aus der Konferenz bewertet und die Erklärung überarbeitet. „Sie geht nun in die Kommunen, Einrichtungen und Unternehmen und an die Verantwortlichen in Bund und Land sowie unsere polnischen Partner“, erklärt Radzimanowski. „Wir hoffen, dass sich viele den Forderungen in der Erklärung anschließen.“ Je mehr Unterstützer  es gibt, desto höher sei der politische Druck, um die Strecke zu entwickeln.

IHK, Landkreis sowie das Management Marzahn-Hellersdorf hatten sich an der Finanzierung einer Studie beteiligt, die aufzeigt, welche Potentiale die Ostbahn sowohl für die Pendlerströme als auch für die Wirtschaft hat. Sie bildete Grundlage der Diskussionen bei der Konferenz. „Damit haben wir jetzt belastbare Zahlen und Fakten, mit denen wir den steigenden Bedarf unterlegen können“, sagte Rainer Schinkel. Die Strecke war nicht in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen worden. Letztlich hatte auch die entsprechende Unterstützung durch das Land gefehlt. „Der Plan ist aber kein starres Instrument“, sieht es Schinkel. Bei entsprechendem Druck sehe er durchaus Möglichkeiten, auch mittelfristig Änderungen zu bewirken. Die Seelower Erklärung soll dabei wichtige Lobby-Arbeit leisten. Gefordert wird die Einigung zwischen Deutschland und Polen zum grenzüberschreitenden Ausbau der Strecke unter Leitung von Dietmar Woidke. Der Brandenburger Ministerpräsident ist Koordinator der deutsch-polnischen Beziehungen des Bundes. Als dringend notwendig erachtet wird ein stufenweiser, zweigleisiger Ausbau der Gesamtstrecke, um auch ausreichend Kapazitäten für den Güterverkehr zu sichern. „Vor allem Logistikunternehmen warten darauf“, erklärt Gudio Noack. Schon jetzt würden Unternehmen wie Cemex Rüdersdorf die Strecke nutzen, könnten dies aber meist nur nachts, da tagsüber neben dem Personenverkehr kaum Güterverkehr möglich ist. „Die Belastungen auf alle Straßen Richtung Polen nehmen zu. Die Logistikfirmen warten auf Alternativmöglichkeiten per Schiene“, so Noack. Gefordert wird zudem die Abstimmung zwischen DB Netz und der polnischen Staatsbahn zum Ausbau und Elektrifizierung auf beiden Seiten.

Im ersten Halbjahr wird auch für die polnische Seite eine Studie zur Strecke erarbeitet. Dann sollen die Forderungen weiter ergänzt werden. Am 28. Januar findet in Berlin eine Veranstaltung zum grenzüberschreitenden Schienenverkehr statt. Die Ostbahn bleibt im Gespräch.

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