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Multimedial
Experimentelle und improvisierte Gedichtlesung

Multimediales Erlebnis: Evelyn Maguhn an Klangkörpern, Katja Marzahn liest Gedichte, Maria Tümmel spielt Violine und Tim Klotz Kontrabass (v. l.).
Multimediales Erlebnis: Evelyn Maguhn an Klangkörpern, Katja Marzahn liest Gedichte, Maria Tümmel spielt Violine und Tim Klotz Kontrabass (v. l.). © Foto: Jens Sell
Jens Sell / 04.02.2019, 16:41 Uhr
Buckow (MOZ) „Windehrlich“ heißt das Programm mit der Gedichtlesung von Katja Marzahn, das mehrere Sinne anspricht: Die Poesie ihrer ungereimten Gedichte geht mit musikalischen Klängen, die Maria Tümmel an der Violine und Tim Klotz am Kontrabass sowie Evelyn Maguhn an verschiedensten Rasseln, Klappern, Triangel und Xylofon beisteuern, ins Ohr. Dazu sind auf der Leinwand Fotos, Grafiken und Video­sequenzen der Gedichtautorin zu sehen und darf dabei gegessen und getrunken werden. Beim Gedicht „Auftrennen“, das von der Trennung vom geliebten Partner handelt und dies mit dem Auftrennen eines Pullovers vergleicht, wird freilich ein Strickstück aufgedröselt und das Garn durchs Publikum geworfen, so dass das Gedicht gar begreifbar wird und nun auch den Tastsinn anspricht.

Im rustikalen Kulturort Lokal in der Buckower Königstraße kann derlei multimediale Finesse freilich nicht ganz ohne technische Reibungsverluste über die Kleinkunstbühne gehen, aber das Event ist schließlich nicht ohne Grund als experimentell und improvisiert angekündigt worden und hält diesem Anspruch auch ohne Weiteres stand. Natürlich hat zur Probe alles noch geklappt, doch nimmt’s der interessierte Gast so, wie es kommt, da ist’s gerade richtig. Unter den Gästen sieht man die Frankfurter Schriftstellerin Carmen Winter. In deren Schreibwerkstatt bildete Katja Marzahn ihre poetischen Ausdrucksformen aus und weiter, als sie an der Viadrina-Uni studierte. Ihre Bilder hat sie größtenteils im heimatlichen Strausberg gemach, naturnahe Blicke, meist visuelle Poesie. Sie korrespondieren mit den sprachlichen Bildern und verstärken deren Eindruck, ebenso wie die sphärische, manchmal rhythmische und jazzige Hintergrundmusik. Das Publikum fühlt sich zum Nachdenken angeregt und auf’s Beste unterhalten, besonders der Fanblock von der ÖkoLeA Klosterdorf, wo Katja Marzahn auch tätig war, erklatscht sich eine Zugabe. (js)

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