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Diakonisches Werk in Märkisch-Oderland beteiligt sich erstmals an bundesweitem Aktions- und Informationstag

Gesundheit
Hospizarbeit für Kinder im Aufbau

Gabriele Rataj / 11.02.2019, 07:15 Uhr
Strausberg (MOZ) Seit 20 Jahren bietet der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Märkisch-Oderland schwerstkranken und sterbenden Menschen und den Angehörigen Beratung, Begleitung und Hilfe an. Nun wird ein Kinder- und Jugendhospizdienst aufgebaut, wozu Freitag informiert wurde.

Ein hoffnungsgrünes Schleifenband hat am Freitag optisch den Weg ins Gemeindehaus der evangelischen Kirche in der Predigerstraße gewiesen. An Tür, Wand, Klinke angebracht, leiteten die Bänder Interessierte zu einem Informationsabend anlässlich des bundesweiten Tages der Kinderhospizarbeit.

2012 ins Leben gerufen, beteiligte sich Märkisch-Oderland daran zum ersten Mal, drückte Martina Hickstein vom Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst MOL ihre Freude darüber aus. Noch gebe es kein Netzwerk aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern für diese spezielle Hospizarbeit. Den Wunsch danach aber hätten Eltern von lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankten Kindern mehrfach geäußert.

Der Ambulante Beratungsdienst unter dem Dach des Diakonischen Werkes Oderland-Spree hat dafür im Oktober vergangenen Jahres eigens Franziska Jany eingestellt. Die erfahrene Kinderkranken- und Fachschwester Palliative Care, die auch lange als ehrenamtliche Hospizbetreuerin in Frankfurt gewirkt hat, werde als Koordinatorin den Hospizdienst im Kinder- und Jugendbereich aufbauen, stellte Martina Hickstein die 52-Jährige aus dem Oderbruch vor.

„Wir müssen aber auch die Politik ins Boot holen“, sagte Hickstein, denn Krankenkassen würden zwar einiges auf diesem Wege fördern, doch beispielsweise der Kindertrauerdienst von Marianne Lode sei stets auf Spenden angewiesen. Sie geht mit einem „Trostkoffer“ bei Bedarf an Schulen, denkt auch über Einsätze an Kitas nach. In ihrer Kindertrauergruppe in Strausberg ist sie da, hört zu, redet über den Tod von Oma, Elternteil, Geschwistern, Freundin.

Unverzichtbar aber sind ehrenamtliche Begleiter, die zumeist durch Konfrontation mit solchen Umständen im eigenen Umfeld zu dieser sinnstiftenden und bereichernden Aufgabe stoßen. Angelika Kunze ist eine von jenen und steht seit etwa zehn Jahren ehrenamtlich einer Familie zur Seite. Auf die gelernte Erzieherin und Heilpädagogin möchte diese nicht mehr verzichten, berichtete die betroffene und anwesende Mutter davon.

Eindringlich schilderte sie den aufopfernden und aufreibenden Alltag mit dem inzwischen 18-jährigen Kind, der aber auch immer wieder viele beglückende und dankbare Momente bereithält. Wo fast alle Kraft aller Angehörigen für das schwerstkranke Kind benötigt wird, ist beispielsweise das jüngere Geschwisterkind im Laufe der Jahre ebenfalls großen psychischen Belastungen ausgesetzt.

Hier verantwortungsvoll unterstützen zu können, bietet der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst MOL von April bis November einen kostenlosen Schulungskurs für Interessierte an. An elf Wochenenden stehen dafür Experten bereit, ob Ärztin, Familientherapeutin, Pastorin, Psychoonkologin, Supervisorin, Bestatterin, Kunsttherapeutin oder Musikerin. Auch Praktika in ausgewählten Einrichtungen sind vorgesehen. Der Kurs endet mit der feierlichen Übergabe eines Zertifikats.

So etwas Sinnvolles könne sie sich durchaus vorstellen, sagte am Ende mit Andrea Kröhnert eine der etwa 25 Teilnehmerinnen des Abends – ein hoffnungsvoller Ausklang.

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