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Insektenschau
40 Vogelspinnen und noch vieles mehr

Nicht jedermanns Sache: Vogelspinne auf der Hand von Ricardo Köllner bei der Insektenausstellung „Insektopia“ am Wochenende im Bürgerhaus Neuenhagen
Nicht jedermanns Sache: Vogelspinne auf der Hand von Ricardo Köllner bei der Insektenausstellung „Insektopia“ am Wochenende im Bürgerhaus Neuenhagen © Foto: Irina Voigt
Irina Voigt / 12.02.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 12.02.2019, 08:13
Neuenhagen (MOZ) Stabschrecken brauchen keinen Mann. Die Weibchen kommen schon befruchtet zur Welt. Eine Vogelspinne erneuert sich komplett, bis hin zu den Zähnen. Das und noch viel mehr Interessantes aus dem Leben von Insekten und Spinnen konnten am Sonntag die Besucher der Ausstellung im Neuenhagener Bürgerhaus erfahren.

Ricardo Köllner hatte seine „Sammlung“ im großen Saal aufgebaut. Rund 40 Vogelspinnen hatte der 30-jährige Stuttgarter, der aus einer Schaustellerfamilie stammt, im Gepäck und insgesamt 100 weitere Arten waren in den Terrarien zu sehen. Und immer wieder gab es Erklärungen zu den verschiedenen Arten und sogar die Möglichkeit, einmal eine der bizarren Stabschrecken über die Hand krabbeln zu lassen.

Seit acht Jahren ist Köllner in Deutschland und drum herum mit seinen Insekten und Spinnen unterwegs. „Ich habe als Kind mit Tausendfüßlern angefangen, dann kamen Spinnen hinzu und schließlich waren es so viele, dass ich eine Ausstellung organisiert habe“, sagt er. Da das gut ankam, sind er, Frau und Tochter, Bruder und ein Angestellter seitdem elf Monate im Jahr unterwegs. „Wir fahren natürlich mit klimatisierten Fahrzeugen. Die Tiere verzeihen keinen Fehler, es darf weder zu kalt noch zu warm sein“, sagt er. Futter werde unterwegs von Züchtern gekauft. Bis auf die Pflanzenfresser wie Stab- oder Gespenstschrecken, die täglich Nahrung bekommen müssen, reiche es, alle zwei Wochen zu füttern.

Bis zur nächsten persönlichen Präsentation seiner Tiere haben die Gäste Gelegenheit, Fragen an den Fachmann loszuwerden. Da geht es auch um die Terrariengröße. „Meine sind viel größer als erforderlich“, sagt Köllner. Er habe sogar ein Jahr lang darum mit den Behörden gekämpft, mit den großen Becken auf Tour gehen zu dürfen.

Besonders spannend sind die daumendicken bis 20 Zentimeter langen Hundertfüßler. „Hier braucht man besondere Sicherungsmaßnahmen. Die passen durch kleinste Lücken“, erklärt er den Verschluss am Becken.

Für die derzeitige Tour rund um Berlin ist in Lübben der Ausgangspunkt. „Von dort aus geht es an den Wochenenden dann 100 bis 150 Kilometer weit zu den Ausstellungen“, sagt Köllner. „Nächste Woche sind wir in Spreeberg.“

Töchterchen Nikita geht am Standort in die Schule. Die Sechsjährige wird ansonsten ganzjährig von Schaustellerlehrern betreut und findet ihr Leben im Wohnmobil mit Kinderzimmer und jedes Wochenende in einer anderen Stadt ganz in Ordnung. (Iv)

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