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Gymnasium
Roboter Rüdi schafft Klimmzug, Heini wirft

Uwe Spranger / 22.02.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 22.02.2019, 09:16
Rüdersdorf (MOZ) Bei den Robotik-Teams aus dem Heinitz-Gymnasium laufen derzeit die letzten Vorbereitungen für das Deutschlandfinale. Am Wochenende geht es in Berlin um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in den USA. Beide Gruppen aus Rüdersdorf rechnen sich dort Chancen aus.

„Das ist der Vorführeffekt“ sagt Marie-Thèrése Füllgrabe, als „Rüdi“, der Roboter der jüngeren Gruppe, wieder einmal hängen bleibt. Im Normalfall schafft es Rüdi schon, auf dem Spielfeld bunte Röhren, sogenannte Hubs, auf einem vorgegebenen Weg vor sich herzuschieben und in den Sammelbereich zu bringen, wofür es am Ende Punkte gibt. Oder die gelben Hubs abzupflücken, die oben auf einer Konstruktion positioniert sind, und diese auf die anderen zu stapeln. Und Rüdi kann sogar einen Klimmzug. Auch ganz allein. Denn wenn nicht Marie-Thèrése oder Hannah Blumberg mit dem Controller steuern, muss Rüdi seine Aufgaben autark bewältigen. Dazu hat Leonhard Gatz ihn programmiert. Herzstücke sind neben Motoren und Akku ein Lichtsensor, der Linien auf dem Spielfeld und so die Strecke erkennen kann, und ein Gyrosensor, der bei Drehungen zum Ausrichten dient.

Mädchen sind zwar bei den Robotik-Tüftlern in der Unterzahl, aber für die Achtklässlerinnen ist das kein Problem. „Mein Vater hat viel mit Technik gemacht. Vielleicht liegt es mir im Blut“, vermutet Hannah. „Ich hab früher nur Häuser aus Papier gebaut. Aber die haben gehalten. Es interessiert uns halt“, ergänzt Marie-Thèrése. Und auch wenn an diesem Nachmittag nicht alles klappt, sind sie ganz optimistisch für das Wochenende. „Wir waren beim Vorausscheid schon ganz gut“, erklären sie die Zuversicht. Der wäre allerdings fast daneben gegangen: Denn bei der Team-Challenge, einem von  drei Teilen des Wettbewerbs, versagte der Roboter des „Allianz“-Partners, so dass am Ende nur acht Zähler zu Buche standen. Gerettet hat sie am Ende die Skills-Challenge, der Roboterlauf ohne Fernsteuerung.

Noch einen Zacken komplizierter sind die Aufgaben für die große Gruppe mit Alexander Hostak, Maximilian Franz, Jannis Baum und Julius Wiedmann. Ihr Roboter muss zweifarbige Caps auf die Seite mit der eigenen Teamfarbe drehen, Bälle auf drei unterschiedlich hohe drehbare Fahnen schießen, damit auch hier die eigene Farbe sichtbar bleibt, und schließlich auf einem Podest in Parkposition gehen. Auch hier wird mal allein und mal mit Partner gespielt, der in dem Falle zunächst Gegner ist und versucht, Fahnen und Caps auf seine Farbe zu drehen und am Ende seinen Roboter auf dem Podest zu haben.

Lehrer Veikko Perl hält schon das Getriebe von „Heini“, wie der große Roboter heißt, für eine Meisterleistung. Schließlich muss sich unten wie beim Rasenmäher eine Art Greifer für die Bälle immer in eine Richtung drehen, andere drehbare Elemente für Hubs und Bälle müssen aber die Richtung wechseln können. Das haben die Gymnasiasten, die meisten aus der zwölften Klasse, geschafft.

Nun widmen sie sich insbesondere dem Schuss auf die Flaggen. „Das müssen wir in den Griff bekommen“, sagt Alex. Und gibt immer wieder neue Werte in den Computer ein, der sie an Heini übermittelt. Denn der zentriert die Wurfeinrichtung per Kamera auf die Flaggen, ein Sensor misst die Entfernung und damit wird die Geschwindigkeit für ein Rad errechnet, das den Ball auf die gewünschte Flugbahn befördert. Noch will es aber nicht richtig klappen. Der Ball trifft zwar, dreht die Fahne aber nur ein Stück, so dass am Ende keine Punkte herausspringen würden. Also wird mit dem Handy gefilmt und analysiert, was noch nicht passt.

Veikko Perl ist zuversichtlich, dass die kleinen Tücken noch gemeistert werden. In den Vorjahren seien auch in den letzten Tagen noch entscheidende Verbesserungen erfolgt. Auch wenn es dann abends schon mal spät wird. „Gestern sind wir nach 1 Uhr raus und der Rekord war morgens nach 4“, erzählt er. In diesem Jahr habe man den Vorteil gehabt, dass die Aufgaben für die Meisterschaft früh bekannt waren und man zeitig mit dem Bauen anfangen konnte.

Beim Bauen seien seine Gruppen ohnehin ziemlich gut. Nicht zuletzt hatten sie für ihre kreativen Lösungen im vergangenen Jahr bei der WM in Kentucky einen Preis gewonnen, den Creative Award. Und auch diesmal würden sicher nicht viele Kontrahenten die Aufgaben angehen, die Heini und Rudi bewerkstelligen können. Außer, es kommt ihnen vielleicht ein Roboter von anderen in die Quere …

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