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Straßenbau
Die ersten Träger sind gesetzt

Uwe Spranger / 06.03.2019, 07:30 Uhr
Hennickendorf (MOZ) Seit dieser Woche wird an der Landesstraße 23 am Wachtelberg wieder gearbeitet.  Eine Spezialfirma versenkt derzeit Stahlträger in die Erde. Weil der Kran die ganze Straße einnimmt, kommen vorerst auch Fußgänger und Radfahrer nicht mehr durch die Baustelle.

So viele Leute in orangefarbenen Arbeitsanzügen oder Schutzjacken waren am Wachtelberg lange nicht zu sehen. Wie Torsten Bieder vom Landesbetrieb Straßenwesen Mitte Februar in Aussicht gestellt hatte, ist die Winterpause auf der Baustelle am Montag tatsächlich beendet worden. Zunächst wurden alle paar Meter die Stahlträger abgeladen, die für eine provisorische Stützwand benötigt werden, dann der Kran postiert.

Dienstagvormittag begannen nun die Arbeiten am "Verbau", der den alten Straßenkörper samt Nebenbereich so abstützt, dass auch die an anderen Stellen als den vorgesehenen liegenden Leitungen bei folgenden Arbeiten nicht kaputtgehen oder behindern und man nicht auf eine Umverlegung warten muss. Eine etwa 120 Meter lange Strecke wird auf diese Weise gesichert.

Als der 55-Tonnen-Kran die ersten der bis zu eine Tonne schweren Stahl-H-Profile an die vorgesehene Stelle bugsiert, verfolgen auch Torsten Bieder, Margitta Schlager und andere Verantwortliche vom Landesbetrieb sowie mehrere weitere Fachleute das Geschehen. Denn begonnen wird unmittelbar am Haus von David John. Im Keller sind eigens Schwingungsmessgeräte positioniert, denn die Träger werden mit einem Vibrationsgerät etwa zwei Drittel ihrer sechs bis acht Meter Länge in die Erde getrieben. Die Geräte registrieren die Erschütterungen, um Schäden am Gebäude zu vermeiden. "Wir liegen deutlich unter den Werten", verkündet Bieder und John versichert, dass er auch keine Angst um das Haus habe. Beauftragte des Landesbetriebes waren zuvor bereits zur "Beweissicherung" vor Ort und hatten Vorschäden dokumentiert.

Draußen steuert Felix Noack von der Firma Spezialtiefbau Cottbus das oben auf dem Träger festgeklemmte Vibrationsgerät. "Das ist für uns Tagesgeschäft", verkündet er. Und sein Kollege Maik Reimann setzt immer wieder mal Zollstock oder Wasserwaage an und gibt dem Kranführer Handzeichen, wie er die Richtung leicht verändern soll, damit der Stahl möglichst senkrecht in die Tiefe geht. "Ganz so einfach ist es hier nicht, weil der Kranausleger diagonal steht. Da ändert sich nicht nur eine Richtung", erklärt er. Und fügt hinzu: "Wir werden aber hier nicht so viel spielen, weil es ja eine temporäre Maßnahme ist. Das kommt ja wieder raus."

Wenn alle Träger in der Erde sind, werden die Zwischenräume mit Bohlen ausgefüllt. Und wenn die Hilfswand steht, nach Einschätzung der Bauleute etwa Mitte nächster Woche, kann mit den Vorbereitungen für die eigentliche Stützwand begonnen werden. Dazu werden auf nahezu der gesamten Strecknlänge von rund 400 Metern alle drei bis vier Meter Stahlröhren mit 80 Zentimetern Durchmesser sechs bis acht Meter in die Tiefe getrieben, ebenfalls von der Lausitzer Firma mit dem Kran von der Straße aus. Dann werden auch noch einmal Schwingungen gemessen, weil dann ein anderes Vibrationsgerät zum Einsatz kommt.

Der obere Teil der Röhren wird schließlich mit Beton gefüllt und bildet die Gründung für die eigentliche Stützmauer. Die war zuletzt noch einmal umgeplant worden, weil Wasserquellen hervortraten. Wenn die Mauer steht, folgt der eigentliche Straßen- und Wegebau. Der wird sich wahrscheinlich bis Jahresende hinziehen. Das Bauschild verkündet noch September 2019.

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