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Kultur
Emsige Geschichtssammler

Bewährtes Team: der Vorstand des Vereins Grünes Tor (v. l.) Astrid Fritsche, Karsten Klostermann, Kai Hildenbrandt, Thomas Schuder und neu dabei Gabriele Herbach
Bewährtes Team: der Vorstand des Vereins Grünes Tor (v. l.) Astrid Fritsche, Karsten Klostermann, Kai Hildenbrandt, Thomas Schuder und neu dabei Gabriele Herbach © Foto: Irina Voigt
Irina Voigt / 08.04.2019, 22:15 Uhr
Hoppegarten Seit 25 Jahren sind im Kulturverein Grünes Tor knapp drei Dutzend Mitglieder emsig dabei, die Geschichte ihres Heimatortes zu erforschen, für die Nachwelt aufzubereiten und festzuhalten. Sie studieren uralte Quellen in Archiven, informieren die Bürger über ihre Arbeitsergebnisse, pflegen und warten die Grabstellen einstiger Größen des Ortes, geben Bücher und Schriften heraus und sie bringen sogar die Gemeindevertreter und die Verwaltung dazu, die Heimatgeschichte entsprechend ernst zu nehmen.

Sonnabend trafen sie sich zur Jahreshauptversammlung und wählten turnusgemäß ihren neuen Vorstand. Als ganz neues Mitglied hat sich Gabriele Herbach  in die Vorstandsarbeit eingebracht, wo sie die langjährige Kassenwartin Uschi Masche ablöste. Dank spannender Vortragsarbeit und des fleißigen Verkaufs des neuen Buches von Astrid Fritsche "Architektur statt Pferde und Jockeys" über die Baugeschichte der Rennbahn Hoppegarten von 1867 bis 1937 konnte die finanzielle Bilanz ein Plus aufweisen. Und reichte u. a. für ein Marktzelt, Werbebanner und einen Stempel.

Astrid Fritsche, alte und neue Vorsitzende, konnte weitere Erfolge aufzählen. So machten Vereinsmitglieder Hunderte Gäste des Schlossfestes, der Galopprennbahn Hoppegarten oder des Tages des offenen Denkmals bei Führungen mit den historischen Hintergründen bekannt. Gemeinsam erreichten die Vereinsmitglieder, dass ein Teil des kommunalen Dahlwitzer Friedhofs nun unter Denkmalschutz steht. In der Arbeitsgruppe Sammlungen wurden Gräberkataloge mit zu schützenden Grabstellen angefertigt und ein Plan für deren Erhaltung erstellt. Zudem wurde ein Konzept erarbeitet, wie der geschützte Friedhofsteil zukünftig gestaltet werden könnte. Über die Arbeitsgruppe Friedhof berichtete Jutta Sachtleber, dass man – auch mit tatkräftiger Hilfe von Mitgliedern des Garagenvereins – beim Schutz und der Sanierung von alten Grabstätten schon einiges erreicht habe. Das älteste Wandgrab wurde von übermäßigem Bewuchs befreit und für die künftige Sanierung eingerüstet.

Alle Dokumente gesichert

Walter Masche aus Münchehofe erklärte die Bearbeitung und Archivierung von rund 3000 Dokumenten aus dem Kreisarchiv Seelow als abgeschlossen, wobei Hartmut Geister die Hauptarbeit bei der Zusammenfassung der Zuarbeiten leistete. "Wir sind jetzt in der Lage, alle gefundenen Dokumente thematisch zusammenzufassen", sagte er. Ein weiterer Schritt werde die wortgetreue Übersetzung des wichtigsten in Sütterlin geschriebenen Dokumentes ins Lateinische sein. Kritisch merkte Masche an, dass die Arbeitsgruppe ein halbes Jahr lang nicht den Versammlungsraum in Münchehofe nutzen konnte, da es Probleme mit dem Ortsbeirat gegeben hatte.

Gast bei der Jahreshauptversammlung waren Ortsvorsteher Stefan Radach und Bürgermeister Karsten Knobbe. "Es sind nur wenige Mitglieder, die leisten aber mehr für die Gemeinde als so manch ein großer Verein", lobte Knobbe. Gemeinsames Ziel wäre es, die verschiedenen existierenden Archive zusammenzuführen. Bedauerlich fand Knobbe, dass es keine Arbeitsgruppe Hönow mehr gebe. Man müsse nach interessierten Leuten suchen, die bereit sind, an der Chronik mitzuarbeiten, sagte er. Nicht jeder sei glücklich über die Unterschutzstellung des Friedhofs gewesen. Doch es sei richtig, Historisches zu bewahren. Mittel könne die Kommune 2019 nicht beisteuern. Knobbe sicherte finanzielle Unterstützung aber für die nächsten Jahre zu.

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