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Projekt für Siebtklässler
Früh mit Pflege in Kontakt

Da kommt Freude auf: Leila Lindner (12) und Len-Danilo Boock (12) bedienen Rosemarie Hennebold, Petra Müller, Gitta Knüttel und Monika Müller mit frischem Mandarinenkuchen und Erdbeertorte sowie Kaffee im "Jedermanns Café" des Jugendclubs.
Da kommt Freude auf: Leila Lindner (12) und Len-Danilo Boock (12) bedienen Rosemarie Hennebold, Petra Müller, Gitta Knüttel und Monika Müller mit frischem Mandarinenkuchen und Erdbeertorte sowie Kaffee im "Jedermanns Café" des Jugendclubs. © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 15.04.2019, 19:09 Uhr
Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Ich finde es spannend. Man sieht Menschen, die ein bisschen anders sind und muss sich auf sie einstellen", sagt Florian Holle. Seine Oma sei Krankenschwester, und nun sieht er ihren Beruf ein bisschen mit anderen Augen und könnte sich sogar vorstellen, später in einem Pflegeberuf zu arbeiten.

Der Siebtklässler der FAW-Gesamtschule Petershagen nimmt seit Ende März an einem gemeinsamen Projekt des Netzwerkes Demenz Märkisch-Oderland und seiner Schule teil. Mit einigen seiner Mitschüler serviert er gerade älteren Menschen an den Tischen im Jugendclub der Schule Mandarinenkuchen und Erdbeertorte. Leila Lindner schenkt Kaffee ein. "Es ist schön, anderen Menschen Freude zu bringen. Ich hatte mir vorgestellt, es ist schwerer, aber sie sind hier alle so freundlich und dankbar", sagt sie. Sie habe auch schon mit den Seniorinnen Spiele mit dem Schwungtuch gemacht und vorgelesen.

Seniorin Monika Müller aus Strausberg findet es gut, mit ihrer ehrenamtlichen Helferin am Donnerstagnachmittag ins Jedermanns Café im Jugendclub zu kommen: "Man kommt mal zu Hause raus, es ist eine schöne Abwechslung." Als Angehöriger ist Peter Kaminski aus Strausberg erfreut, dass er seine Mutter mit jungen Leuten zusammenbringen kann. Sie lebe auf und er sehe, wie sich die Schüler bemühen: "Und vor allem schmeckt allen der Kuchen", stellt Kaminski anerkennend fest.

Die stellvertretende Leiterin der FAW-Gesamtschule, Doreén Ritter, hat mit ihrem Konzept "Service Learning – Lernen durch Engagement" bei Elke Kirschneck von der Alzheimer Gesellschaft Brandenburg in Strausberg offene Türen eingerannt: "Dabei setzen sich Schüler für das Gemeinwohl ein, nicht losgelöst von oder zusätzlich zur Schule, sondern als Teil des Unterrichts und eng verbunden mit dem fachlichen Lernen. Das Engagement der Schüler wird im Unterricht gemeinsam geplant und reflektiert", sagt Doreén Ritter. Die Besonderheit beim Jedermanns Café ist, dass viele Klienten der Alzheimer-Gesellschaft mit ihren Betreuern und Angehörigen im Jugendclub zusammenkommen, wo sie nicht nur Kaffee und Kuchen genießen, sondern auch zur Musik von Alleinunterhalter Bruno Helm tanzen können. Andere Schüler der Klasse 7 e, die als Wahlpflichtfach WAT haben, sind in der Petershagener Tagespflege "Kläre Weist" der Immanuel-Diakonie, im Eggersdorfer Awo-Seniorenzentrum "Klara Zetkin", im Awo-Seniorenzentrum "Am Mühlenberg" in Straus­berg, im Bonhoeffer-Seniorenzentrum der Stephanus-Stiftung in Strausberg, in der Paritäter-Tagespflege in Altlandsberg, im Katharinenhof am Dorfanger in Fredersdorf, bei der "Pflegebrücke" in Rüdersdorf und in der Diakonie-Tagespflege Am Markt in Strausberg tätig.

Auch die Lehrer lernen

Das Pilotprojekt der 7 e soll bis zum Ende der 8. Klasse durchlaufen. Die Schüler lernen auch Kitas und andere soziale Einrichtungen kennen. "Wir wollen sie für diesen Bereich sensibilisieren und vielleicht auch falsche Vorstellungen zurechtrücken", sagt Doreén Ritter. Auch sie und ihre Kollegen lernen: Zum Beispiel, dass man in manchen Pflegeeinrichtungen bestimmte Impfungen braucht. Und während Noah und Isabell (beide 8) für einen Walzer bewundert werden, sagt Doreén Ritter. "Die Klasse hat durch das Projekt eine beeindruckende Entwicklung genommen. Die Schüler übernehmen Verantwortung für andere Menschen, beschäftigen sich ernsthaft mit Krankheitsbildern und denken ganz neu über ihre Berufswünsche nach."

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