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Die Badeanstalt am Straussee wird diesen Sommer zu bleiben. An wilden Badestellen badet man auf eigene Gefahr.

Saisonausfall
Freibad zu: Bademeister verleiht Boote

Wünschen sich viele Besucher: Straussee-Bademeister Jörg Krüger und Bootsverleiher Mario Schmitz (v. l.) bereiten die Ruder- und Tretboote am Bootsverleih neben dem geschlossenen Strausseebad vor. Sie werden Kunden beim Abstieg ins Boot helfen müssen. Der Verleih hat täglich von 9 bis 18 Uhr, in den Ferien zwei bis drei Stunden länger geöffnet – je nach Nachfrage.
Wünschen sich viele Besucher: Straussee-Bademeister Jörg Krüger und Bootsverleiher Mario Schmitz (v. l.) bereiten die Ruder- und Tretboote am Bootsverleih neben dem geschlossenen Strausseebad vor. Sie werden Kunden beim Abstieg ins Boot helfen müssen. Der Verleih hat täglich von 9 bis 18 Uhr, in den Ferien zwei bis drei Stunden länger geöffnet – je nach Nachfrage. © Foto: Martin Stralau/MOZ
Jens Sell / 11.06.2019, 20:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Auch die heftigen Regenfälle Dienstagnacht ändern nichts daran, dass die historische Badeanstalt am Straussee keine Sommersaison 2019 erleben wird. Sie bleibt diesen Sommer definitiv geschlossen, teilt Stadtsprecherin Caroline Haitsch-Berg mit.

Es werde aber auch keine alternativen Angebote zum Baden mit Aufsicht geben: "Wir werden keine Wildbadestellen als offizielle Badestellen ausweisen", sagt die Rathaussprecherin und begründet dies mit gesetzlichen Anforderungen: "Da es sich hierbei zum einen um einen komplexen, langfristigen Prozess mit dem Landkreis handelt, zum anderen müssten wir sonst dort Auflagen (Personal, Nichtschwimmerbereich, Erste-Hilfe-Station, Reinigung, Toiletten usw.) erfüllen, die sowohl personell als auch versicherungstechnisch nicht leistbar sind." Damit ist klar, dass die gewohnten wilden Badestellen auf eigene Gefahr benutzt werden müssen. Die Schwimmhalle wird wie in jedem Jahr im Sommer wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Vom 20. Juni bis spätestens Anfang September müssen Schalterschränke, Filteranlagen, Heizung und Fliesen bis hin zu Silikonfugen instand gesetzt werden.

Wasserwacht bleibt

Die DRK-Wasserwacht stellt an den Wochenenden über den ganzen Tag die Wasserrettung auf dem Straussee ehrenamtlich sicher, wochentags versucht sie bei Alarmierung durch die Rettungsleitstelle, ein Rettungsboot zu besetzen und Hilfe zu leisten, sagte der stellvertretende Leiter Falk Hoffmann auf Nachfrage. Stadtbrandmeister Uwe Schmidt weist darauf hin, dass bei der Nutzung der wilden Badestellen gerade jenseits des Sees nur auf den dafür vorgesehenen Stellflächen Autos abzustellen sind: "Die Vorgaben der Waldbrandwarnstufen sind dabei unbedingt zu beachten", betont er. Entstehen doch die meisten Waldbrände durch Unachtsamkeit der Besucher.

Wegen der vielen, durch den niedrigen Pegelstand von rund 60 Zentimetern (Mai 2018: 100 Zentimeter) verursachten Einschränkungen, kann das Freibad derzeit aus Sicherheitsgründen und finanziell nicht betrieben werden. Das Personal wie Schwimmmeister Jörg Krüger werde im Bootsverleih eingesetzt, für Wartungs- und Reinigungsarbeiten in der Schwimmhalle gebraucht und nimmt seinen Sommerurlaub.

Für Betreiber Fred Thaleiser gibt es wenig Ausweichmöglichkeiten bei der Nutzung des Areals. Vorschläge für eine Umgestaltung zur Strandbar oder die Veranstaltung von Beachpartys sind für ihn kaum realistisch: "Das gab es alles schon einmal, aber das Freibad ist dafür mit seinen Denkmal- und Brandschutzbestimmungen als Holzbau von 1925 und den vorhandenen Sanitäranlagen einfach nicht ausgelegt. Kleine Veranstaltungen wie Betriebsfeiern sind jedoch auf Anfrage und unter Auflagen möglich."

Modernisierung nötig

Um eine Sperrung der Badeanstalt zu vermeiden, hatte Fred Thaleiser schon früher Modernisierungsvorschläge gemacht. Jetzt sagt die Rathaussprecherin: "Dabei sollte dann das Thema Barrierearmut eine wichtige Rolle spielen, denn bis heute verfügt das Freibad weder über einen barrierefreien Zugang noch über behindertengerechte Toiletten oder gar einen Wasserzugang." Schwimmstege sowie Rutschen und Sprungtürme auf Pontons würden das Freibad zukunftssicher machen. Hinzu kämen Schwimmstege am Bootsverleih und ein Neubau des Imbisses. Über eine solche Modernisierung muss die neue Stadtverordnetenversammlung entscheiden.

Blick in die Historie der Städtischen Badeanstalt

Eröffnet wurde sie am Sonnabend, 20. Juni 1925, um 5 Uhr nachmittags mit einer Feier und Vorführungen hiesiger Sportvereine. Bereits eine Woche später fand die erste große Veranstaltung in der Seebadeanstalt statt. Der Schwimm-Club "Welle" hatte zum "Großen Schauschwimmen" eingeladen. 350 Sportler nahmen an Wasserballspiel sowie Spring- und Rettungsvorführungen teil. Am 16. August 1925 folgte das erste Strausseelängsschwimmen mit einer Distanz von 3800 Metern. Das Seebad entwickelte sich zum beliebten Ausflugsziel für Strausberger und Berliner.                                    ⇥Akanthus-Verein

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