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Im Foyer der Gemeindeverwaltung wurde eine neue Ausstellung eröffnet. Gezeigt werden knapp 50 Karikaturen von Mario Lars.

Kultur
Gute Laune im Rathaus

Dirk Schaal / 11.07.2019, 06:00 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Lustig geht es im Hoppegartener Rathaus seit Dienstagabend  zu. Das ist nicht der Arbeit der Verwaltung geschuldet, sondern den Car­toons von Mario Lars in der Rathaus-Galerie. Kaum einer der vielen Gäste der Vernissage schaffte es ohne ein Schmunzeln vorbei an den 48 Zeichnungen. Auch das Begleitheft, gespickt mit Car­toons, war noch nie so schnell vergriffen und wurde später zum Untergrund etlicher Autogrammwünsche. So viele wurden wohl noch nie im Rathaus verteilt. Mittendrin ein gut aufgelegter Mario Lars, der 1964 als Roland Schulz in einer Mecklenburger Kleinstadt zur Welt kam.

Ob er den Weg zur Eröffnung antreten konnte, stand zuvor auf der Kippe, denn ein Infekt machte ihm zu schaffen. "Ich brauche einen Kaffee, um nachher durchhalten zu können", sagte er zu Raymund Stolze, mit seiner Frau Gabriele Organisatoren der Rathaus-Galerie, der sich vor der Vernissage nach dem Wohlbefinden des Gastes erkundigte. Im benachbarten Haus der Generationen gab es das Heißgetränk, Ruhe und Zeit für ein kurzes Gespräch.

"Das ist richtig harte Arbeit", erklärte Mario Lars auf die Frage, ob man als Car­toonist ständig den Schalk im Nacken haben sollte. "Ich glaube, vielleicht zehnmal kam mir ein Gedanke zu einem Car­toon spontan im Alltag, ansonsten beschäftigt man sich intensiv mit dem Thema, das dann eine Rolle spielen soll." Auch Car­toonisten seien bloß Menschen, stellte er klar. "Da gibt es den Introvertierten, den jungen Hüpfer, den Mann im Rollstuhl, die Rampensau und den typischen  Beamten. Alle haben eins gemeinsam: Sie können mit ihren Car­toons richtig Spaß machen." Er selbst sieht sich als Rampensau: "Ich brauche das einfach."

Glücklich ist er, dass er mit einem Beruf, der ihm viel Spaß macht, seinen Unterhalt verdienen kann. "Das kann nicht jeder von sich sagen. Es ist ein Privileg, das ich zu schätzen weiß." Kurz aus dem Konzept kommt er bei der Frage, ob der Besuch in Hoppegarten Pflicht oder Kür sei, nachdem er 2016 den bundesweiten Car­toonwettbewerb anlässlich des Brandenburg-Tags gewinnen konnte. "Das war schon eine große Sache, wenn man bedenkt, wer alles teilgenommen hatte. Aber es ist natürlich auch immer ein subjektiver Eindruck, der dann den Ausschlag gibt. Trotzdem ist es eine Auszeichnung über die man sich natürlich richtig doll freut", gab Lars zu.

Von vielen Gästen der Vernissage wurde er erst wahrgenommen, als ihm Gabriele Stolze eine "Goldene Bockwurst" überreichte. Beim ersten Besuch hatte der Zeichner gewitzelt, dass seine Kinder zu Hause nach Kaviar schreien, was sein Arbeitsantrieb sei. Beim zweiten Besuch hatte er die Packung Kaviar vom Bürgermeister überreicht bekommen. Diesmal die Gold-Bockwurst ...

Dudelsackmusik zur Begleitung

Im Schottenrock begleitete Steffen Buchal die Vernissage musikalisch auf dem Dudelsack. "Zum dritten Mal eröffnet er die Cartoonausstellung. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies eine Tradition wird", sagte Raymund Stolze. Seine Frau verriet, dass Buchal zum Üben öfter mal im Erpetal anzutreffen ist.

Der Cartoonist hatte übrigens 650 Zeichnungen in digitaler Form zum Aussuchen für die Schau geschickt, obwohl nur 48 Platz finden. "Musste das sein?", fragten Stolzes. Die Auswahl ist jedoch gelungen. Bis zur Finissage am 12. September, 17 Uhr, ist gute Laune im Rathausfoyer garantiert. Sofern man sich die Karikaturen nicht entgehen lässt.

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