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Einwohner diskutieren mit Vertretern der Polizei über Situation im Dorf. Immer wieder kommen nachts Diebe über die Oder.

Gesprächsrunde
Kienitzer fühlen sich unsicher

Entspannung pur: Der Oder-Neiße-Radweg führt an Kienitz vorbei. Nachts ist hier alles dunkel, dann kommen häufig  Diebe übers Wasser.
Entspannung pur: Der Oder-Neiße-Radweg führt an Kienitz vorbei. Nachts ist hier alles dunkel, dann kommen häufig Diebe übers Wasser. © Foto: Matthias Lubisch
Doris Steinkraus / 12.07.2019, 07:00 Uhr
Kienitz (MOZ) Der Kienitzer Hafen mit seiner Marina, der glatte Radweg auf dem Deich, der Blick über die Oder, die Vogelvielfalt – all das begeistert vor allem Städter. Doch die Idylle trügt mitunter. Lange kamen nicht so viele Bürger zur Beratung des Kienitzer Ortsbeirates. Sie hat vor allem ein Thema auf der Tagesordnung gelockt – Sicherheit im Hafenbereich und im Dorf. "Immer wieder gibt es Einbrüche", berichtet Ortsvorsteher Roland Grund. Die Diebe käme nachts über die Oder. Das verunsichere die Einwohner. Mit am Tisch sitzen die amtierende Leiterin des Seelower Polizeireviers, Beatrice Ortmann, die Letschiner Revierpolizistin Sigrid Enderlein sowie Axel Haas von der Wasserschutzpolizei Hohensaaten.

Haas  berichtet von den Bootsdelikten in der Polizeidirektion Ost. 2018 gab es 93 Anzeigen, im Jahr zuvor noch 163. Es wurden Motoren, aber auch ganze Boote gestohlen. Am häufigsten betroffen seien Behörden wie das Wasser- und Schifffahrtsamt. Der Rückgang der Diebstähle sei ein Ergebnis der Arbeit einer Gruppe in der Direktion, die sich speziell mit Bootsdelikten beschäftigt. Axel Haas hat ein brandaktuelles Beispiel: Vor zwei Wochen hatte ein Bürger beobachtet, wie Männer auf einem Schlauchboot tagsüber die Gegend auskundschafteten. "Er tat genau das Richtige", so Haas. "Er informierte die Polizei. Beamte legten sich nachts auf die Lauer und konnten verhindern, dass wieder ein Boot des Schifffahrtsamtes hier vom Stützpunkt in Kienitz gestohlen wurde. Die Diebe hatten es schon abgeleint, entkamen aber mit einem Schlauchtboot."

Vertreter der Sicherheitspartner aus Sophienthal zeigen den Polizisten Handyfotos von jenem Abend, als ein Schlauchboot des THW gestohlen wurde. Die Täter kamen ebenfalls über die Oder, bauten den Motor ab und ließen es einige Meter weiter am Ufer liegen. Kienitzer sahen einen Transporter am anderen Ufer, fotografierten ihn. Die Beamten schütteln den Kopf. "Darüber hat uns niemand informiert", bedauert Axel Haas. Beatrice Ortmann appelliert in die Runde, sich lieber einmal zu viel als gar nicht zu melden. "Wir sind auf Hinweise der Bürger angewiesen", sagt sie.

Auch Einwohner schildern ihre Erfahrungen, bestätigen, dass sie Fremde beobachten, die offensichtlich keine Ausflügler sind. "Angler können ganz legal vom polnischen zum deutschen Ufer übersetzen", macht Joachim Gise-Winzer von den Sophienthalern Sicherheitspartner deutlich. Ein bis zweimal die Woche würden seine Leute auch bis Kienitz fahren. Aber das sei dann nur für einen Augenblick. Er empfiehlt, über eine eigene Sicherheitspartnerschaft nachzudenken.

Mehr Licht beugt Einbrüchen vor

Jürgen Müller erklärt sich spontan bereit, hin und wieder nachts mit auf Streife zu gehen. Bei ihm sei schon zweimal eingebrochen worden. Das Unsicherheitsgefühl mindere die Lebensqualität erheblich, sagt er. Auch Nachbarn hätten signalisiert, bei Streifen mitzumachen. Beatrice Ortmann ermutigt die Kienitzer, sichert die Unterstützung der Polizei zu. Ortsvorsteher Grund wird zudem beauftragt, im Letschiner Gemeinderat eine weitere Präventionsmaßnahme einzufordern: Im Hafenbereich ist es abends stockdunkel. Die Lampen sollen durchgehend leuchten und es sollen in einigen Bereichen Bewegungsmelder installiert werden.

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