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Handball
Offensiv im Tabellenranking aufwärts

Christopher Kranich / 20.07.2019, 01:00 Uhr
Frankfurt Die abgelaufene Brandenburgliga-Saison der Handballerinnen des HSC 2000 Frankfurt ist mit dem sechsten Rang nahezu perfekt gelaufen. Nach der Vorsaison mit gerade einmal zwei Punkten hatten die HSC-Frauen sich erneut den Anforderungen in der höchsten Spielklasse Brandenburgs gestellt.

Mit konzentriertem Training direkt im Anschluss nach der verkorksten Saison als Aufsteiger hatten sie den Grundstein für eine erfolgreichere Spielzeit gelegt. Der neue HSC-Trainer Michael Schuster hatte daran einen nicht unwesentlichen Anteil, der zusammen mit Co-Trainer Christopher Kranich an der Seitenlinie steht. Er änderte Spielweise- und Stil und beeinflusste auch die Einstellung der Spielerinnen.

Schuster: "Es war notwendig, dass wir nach der ersten Saison in der Brandenburgliga ohne Pause mit dem Training weitermachen. Wir mussten uns besser kennenlernen und es war meine Aufgabe, den Mädels die neuen Inhalte zu vermitteln." Leider verlor man das erste Spiel schon vor Beginn der eigentlichen Saison aufgrund eines Verfahrensfehlers am "Grünen Tisch" gegen den Angermünder HC. Am ersten "richtigen" Spieltag wurde dann Germania Massen mit 34:27 aus der Sporthalle der Sabinusstraße gefegt. Endlich sahen die Zuschauer den gewünschten Offensiv-Handball.

Im Laufe der Hinrunde entwickelte sich das Team zu einer Heimmacht. So gewannen die Oderstädterinnen alle fünf Heimspiele in der Hinrunde, darunter auch die Partien gegen den späteren Tabellenzweiten LHC Cottbus und dem Dritten MTV Altlandsberg. Vor allem das Match gegen die MTV-Reserve kurz vor Weihnachten bleibt in Erinnerung, als die Mannschaft aus einem 0:6- beziehungsweise 3:10-Rückstand einen 27:21-Sieg schaffte. In der Heimtabelle belegt der HSC Rang 4 mit sieben Heimsiegen und nur drei Niederlagen.

Besonders zu Hause zeigte sich die Stärke des Teams – der ausgeglichene Kader. Das gibt Schuster oft die Möglichkeit, auf jeder Position gleichwertig zu wechseln. Dadurch machte sich das Team unberechenbarer. Am Ende der Hinrunde stand der HSC überraschend auf Rang 4 mit 13:7 Punkten. Es kam die einmonatige Spielpause im Januar und zu Beginn der Rückrunde ging es wieder nach Massen, wo die Gäste über 50 Minuten das Spiel kontrollierten, aber in den letzten zehn Minuten den Sieg herschenkten. Im anschließenden Heimspiel gegen RSV Teltow/Ruhlsdorf, wo der HSC über eine Halbzeit ohne Torhüterin auskommen musste, setzte es zum ersten Mal zwei Niederlagen in Folge.

"Die Winterpause im Januar kam für uns ungünstig. Vor Weihnachten hatten wir einen guten Spielrhythmus, den ich gerne mit in die Rückrunde genommen hätte", erklärt Schuster. Es folgten zwei weitere Pleiten gegen den Vizemeister aus Cottbus und dem VfB Doberlug-Kirchhain. Der Charakter des Teams war nach vier erfolglosen Spielen in Serie gefragt. Am  5. Spieltag der Rückrunde gelang in Falkensee ein Sieg. Dieser zweite Auswärtserfolg brachte jedoch die letzten Punkte in der Fremde ein. Der HSC nahm nur fünf Zähler mit an die Oder (Platz 9 der Auswärtstabelle). Schuster: "Natürlich haben wir uns mehr Punkte in der Rückrunde erhofft, wenngleich wir nicht vergessen dürfen, wo wir herkommen. Aber gerade die Partie in Massen und die beiden Niederlagen gegen Doberlug-Kirchhain taten sehr weh."

Immerhin konnten sich die HSC-Frauen auch in der Rückrunde auf ihre Heimstärke verlassen. Diese guten Heim-Leistungen quittierten auch die Fans des HSC mit den stetig steigenden Zuschauerzahlen in den Heimspielen und im letzten Auswärtsspiel, als über 50 HSC-Anhänger nach Altlandsberg reisten.

Dennoch gibt es in Hinblick auf die anstehende Saison noch einige Schwachstellen. So die schwache Siebenmeterquote von  62 Prozent. Das ist die schwächste Ausbeute aller elf Brandenburgligsten,  nachdem man in der Vorsaison noch die beste Quote mit 79 Prozent innehatte. Zudem wäre ein Unterbau für die Frauenmannschaft wichtig, um junge Spielerinnen früh an das deutlich höhere Tempo und an die Härte im Erwachsenenbereich zu gewöhnen. "Wir arbeiten daran, den Frauen- und weiblichen Jugendbereich wieder zusammenzuführen. Wir hoffen, dass wir gemeinsam eine gute Lösung finden und damit den Frauen und Mädchenhandball langfristig auf Landesebene absichern können", erklärt der Vorstandsvorsitzende Mirko Lange.

Noch kein Zugang

Einige Spielerinnen verlassen das Team. Antonia Wittkopp zieht nach Potsdam und Sabina Roszak steht aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Auf der Kippe stehen mit Henriette Doerfert und Anne-Kathrin Scholz auch noch die beiden Jüngsten im Team, die gerade ihr Abitur bestanden haben und noch auf der Suche nach einem Studien- beziehungsweise Ausbildungsplatz sind. Am schwersten dürfte allerdings der Abgang von Lisa-Marie Busse wiegen. Die einstige Frankfurter Sportschülerin war eine Leistungsträgerin und hatte eine sehr wichtige Rolle sowohl im Angriff als auch in der Abwehr gespielt. Hingegen ist der HSC noch auf der Suche nach Verstärkungen, Neuzugänge gibt es bislang keine. Trainer Schuster: "Wer Lust und Spaß am Handball hat und vielleicht noch den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen möchte, kann sich gerne bei uns melden oder beim Training vorbeischauen. Wir sind ein aufgeschlossenes Team und freuen uns über neue Gesichter."

Die neue Saison beginnt traditionell mit dem HVB-Pokal in der letzten Augustwoche, ehe eine Woche später der Liga-Alltag beginnt. Am 1. Spieltag empfängt der HSC mit Oberliga-Absteiger SV 63 Brandenburg-West gleich einen Hochkaräter.

Mannschaft des HSC in der Saison 2018/19: Anne Lubetzki, Kathleen Rußmann, Lisa Berger, Anne Liebenthal, Lisa-Marie Busse, Carol-Ann Blankenfeld, Elisa Winkoski, Sabine Roszak, Nadine Lauersdorf, Julia Kupper, Nadine Wegener, Anne Sass, Anita Tumaszyk, Anne-Kathrin Scholz, Henriette Dörfert, Nora Tübbicke, Antonia Wittkopp, Nicol Leuschner,

Trainer: Michael Schuster, Betreuer: Christopher Kranich

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