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Drachenboot
Nächster Termin: Deutsche Meisterschaft

Stolz: Jacqueline Reimer und Jan Koch werden die Tage von Moskau nicht vergessen.
Stolz: Jacqueline Reimer und Jan Koch werden die Tage von Moskau nicht vergessen. © Foto: Stephan Dreyse
Sam Dreyster / 09.08.2019, 06:00 Uhr
Strausberg Im Nationalteam Deutschlands bei den ECA Drachenboot Nationen- und Club-Europameisterschaften 2019 in Moskau saßen mit Jacqueline Reimer und Jan Koch von den KSC Dragons aus Strausberg auch zwei regionale Vertreter in den Booten. Mit insgesamt drei Gold- und zwölf Silbermedaillen waren sie recht erfolgreich.

"Ziel war es, die russischen Sportler zu schlagen – das haben wir geschafft", sagt Jacqueline Reimer, für die es nicht der erste internationale Wettkampf war. Vor zwei Jahren nahm sie an den Europameisterschaften in Ungarn und im vergangenen Jahr sogar bei den Weltmeisterschaften im US-Bundesstaat Atlanta auf der ehemaligen Olympia-Regatta-Strecke teil. Oft sei es so, dass politische Verhältnisse dem sportlichen Wettkampf entgegenstehen und daher konnte sie nicht gegen ein russisches Team antreten. Unter 13 Nationen konnte sie mit dem Premier Zehner-Boot gleich drei Weltmeistertitel einfahren. Stehen Meisterschaften an, können Vereine und Clubs ihre Sportler anmelden, die anschließend ein umfangreiches Qualifizierungsverfahren durchlaufen, bis es für einige Auserwählte schließlich zur aktiven Teilnahme kommt. In Moskau traten über 100 Kanuten aus Deutschland an, von denen rund 30 allein aus Brandenburg kamen.

Ein Sport für jedes  Alter

Während Jacqueline Reimer schon einige Gesichter kannte, war es für Jan Koch etwas "ganz Besonderes". Erst seit April ist er bei den KSC Dragons und lobt vor allem "die tolle Gemeinschaft". "Ich habe mich sofort aufgenommen gefühlt und wir sitzen auch oft außerhalb des Sports zusammen", sagt Koch. Außerdem sei es ein Sport, den man in jedem Alter betreiben könne, was sich auch bei der EM gezeigt habe.

Neben der sportlichen Qualifikation ist die Finanzierung eine weitere große Hürde. Oft übernehmen die Vereine die Startgebühr komplett oder anteilig, was bereits eine große Hilfe sei, da die Sportler den Rest der Reise, Unterbringung und Teilnahme selbst finanzieren müssen. "Kanusportler genießen nicht so umfassende Unterstützung und Förderung, wie es in anderen Sportarten der Fall ist", ergänzt Reimer. Doch die Leidenschaft und der Spaß am Kanusport seien es, die motivieren. "Außerdem: Wie oft kann man sich schon international messen und dazu noch andere Länder kennen lernen?", schmunzelt Jan Koch und fügt hinzu, vor zwei Jahren hätte er auf keinen Fall gedacht, bei so einem Wettbewerb mitmachen zu können.

Sieben Nationen am Start

In Moskau waren sieben Nationen in den Altersklassen Junioren, Premier, Ü40 und Ü50 in Zehn-Sitzer- und 20-Sitzer-Booten sowie Mixed-Teams vertreten. Da die Wettbewerbe sich über vier Tage hinzogen, hatten die Strausberger Vertreter Gelegenheit, die Moskauer Gastgeber besser kennen zu lernen. "Es ist beeindruckend, was die Russen alles aufgefahren haben. Die Stimmung war erstklassig", schildert Jan Koch. Inmitten der russischen Hauptstadt im Grünen die Regattastrecken zu absolvieren und dabei ständig die Moskauer Skyline im Hintergrund zu haben, beeindruckte Jacqueline Reimer, die bereits auf rund 20 Jahre Kanuerfahrung zurückblickt.

Das deutsche Team war letztlich in 22 von 31 Disziplinen erfolgreich, was unterm Strich drei goldene, 15 silberne, vier bronzene Medaillen und acht vierte Plätze ergab. Ihr Ziel, "die Russen zu schlagen", konnte Jacqueline Reimer indes umsetzen und kehrte mit zwei Gold- sowie sechs Silbermedaillen an den heimischen Straussee zurück. Neben ebenfalls sechs Silbermedaillen hat Jan Koch bei seiner ersten EM auch eine Goldmedaille errungen.

Ausruhen werden sich die Freizeitsportler nun nicht. Immer mittwochs treffen sie sich auf dem Gelände neben dem Bootsverleih am Strausberger Freibad um 18.45 Uhr und trainieren dann in der Zeit von 19 bis etwa 20 Uhr auf dem Straussee. Übrigens: Neue Gesichter sind herzlich willkommen. Im September stehen die Deutschen Meisterschaften an, für die derzeit fleißig trainiert wird. Auch wurde das DKV-Team (Deutscher Kanuverband) zum Weltcup nach China eingeladen, was eine große Auszeichnung bedeute. Etwas regionaler mutet da das Köriser Drachenbootrennen in Klein Köris an, das am Sonnabend  stattfindet.

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