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Bürgermeisterwahl
Suche nach frischen Ideen

Bürgermeisterkandidat für Bündnis 90/Grüne: der Hennickendorfer Christian Götze (52)
Bürgermeisterkandidat für Bündnis 90/Grüne: der Hennickendorfer Christian Götze (52) © Foto: Uwe Hauth
Uwe Spranger / 10.08.2019, 06:45 Uhr
Rüdersdorf (MOZ) Klar zur Wende im Rathaus Rüdersdorf", titelt Christian Götze auf seinem Flyer. Insbesondere wolle er mit Transparenz und Bürgernähe punkten, sagt der gebürtige Berliner, der seit gut zehn Jahren in Hennickendorf lebt. Sein oberstes Ziel sei es, das Rathaus bürgerfreundlicher zu gestalten und die Gemeindevertretung "in die Pflicht zu nehmen". Die Wahlversprechen der Fraktionen bezeichnet er als zu allgemein und kaum unterscheidbar. Und dass keine der etablierten Parteien einen eigenen Kandidaten benannt habe, wunderte ihn schon.  "Näher ran an die Menschen mit ihren täglichen Sorgen, Wünschen und Träumen", lautet seine Maxime. Es müssten endlich konkrete Maßnahmen beschlossen und umgesetzt werden. Zum Beispiel für die Freiwilligen Feuerwehren.

Nach Ausbildung zum Elektromechaniker mit Abitur war Götze zunächst als selbstständiger Modedesigner tätig, dann Berater für Einbauküchen. Seit etwa 20 Jahren leitet er eine Filiale der Küche Aktiv GmbH Berlin. In dieser Funktion habe er gelernt, zuzuhören, kreative Lösungen zu finden, aber auch zu führen, zu motivieren und berechtigte Anliegen durchzusetzen. Auf diese Erfahrungen wolle er als Bürgermeister zurückgreifen, sagt der 52-Jährige, der nach 40 Jahren in der Hauptstadt mit seiner Frau Kathrin seine "zweite Heimat" in Hennickendorf fand. Dort fühlten sich auch Tochter Louise, zwei Enkelkinder, Katzen, Hühner, Gänse und Laufenten wohl.

Besonders am Herzen liegen dem Grünen verkehrspolitische Themen. Die wachsenden Ortsteile müssten an die Gleise gebracht werden. "Die Zukunft gehört der Schiene. Deshalb braucht Rüdersdorf wieder einen Bahnhof", steht für ihn fest. Für wünschenswert hält er darüber ­hinaus die Verlängerung bis Herzfelde/Hennickendorf und  Lichtenow. Zudem spricht er sich für einen zügigen Ausbau des Radwegenetzes aus.

Für die Schulen mahnt er bessere technische Ausstattung an. Noch wichtiger seien engagierte Lehrerinnen und Lehrer mit frischen Ideen. Mit zeitgemäßen Konzepten könne Lernen Spaß machen und Schule cooler werden. Diesen Prozess wolle er aus dem Rathaus unterstützen. Anderswo sei Bildung keine Selbstverständlichkeit, verweist er auf die Arbeit des von ihm geleiteten Vereins Raise Salone im afrikanischen Sierra Leone. Er sorgt dafür, dass dort 160 Kinder kostenfrei eine Schule besuchen können. Deren Freude wünsche er sich auch für die Schüler der eigenen Gemeinde.

Auch gegen Insektensterben und Bedrohung der Artenvielfalt müssten mehr Anstrengungen unternommen werden. Er arbeite an einem vom Umweltministerium dazu aufgelegten Programm mit. Erkenntnisse müssten zügig umgesetzt werden.

Götze will sich für die Vereine "ins Zeug legen", die mit viel Engagement ehrenamtlich das kulturelle und sportliche Leben vo­ranbringen. Da sie zusammen mit Schulen, Jugend- und Seniorenbeiräten am besten wüssten, was dem Ort gut tut, wolle er mit einem Ideenwettbewerb frische Vorschläge generieren.

Ein offenes Ohr verspricht Götze für Wünsche der Gewerbetreibenden. Mit Ideen aus 25 Jahren Erfahrung in Handel und Handwerk wolle er zeigen, dass Grüne auch für Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen stehen.

"Weniger Lärm, saubere Luft und sauberes Wasser, Erhalt unserer Biotope und der Artenvielfalt, keine weiteren Deponien – dafür setze ich mich seit Jahren in der Bürgerinitiative Gesund Leben am Stienitzsee ein, und dafür würde ich auch als Bürgermeister stehen", sagt der Bündnisgrüne. Das bisherige Engagement habe gezeigt, dass man sich zwar einbringen könne, aber nicht die Macht zu Veränderungen habe. Als erster Schritt sei bei der Kommunalwahl eine Wählergruppe angetreten, nun folge der Zweite.

Die beiden Bürgermeisterkandidaten können beim MOZ-Forum am 20. August ab 19 Uhr in der Aula der Grundschule am Stienitzsee in Hennickendorf von Interessierten befragt werden.

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