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Zur ersten Jugendkonferenz in Neuenhagen ging es um Schülerideen zur Ortsentwicklung. Die Schwimmhalle war ein Wunsch.

Jugendkonferenz
Neuenhagens Nachwuchs bündelt Wünsche und Ideen

Präsentation: Da, wo sonst die Gemeindevertreter tagen, wurden die Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen vorgestellt.
Präsentation: Da, wo sonst die Gemeindevertreter tagen, wurden die Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen vorgestellt. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 25.08.2019, 09:00 Uhr
Neuenhagen Danke, das sind an einem Vormittag so viele Ideen, wie sie manchmal nicht einmal aus der Gemeindevertretersitzung kommen, obwohl die vier oder fünf Stunden gedauert hat", lobte am Ende Bürgermeister Ansgar Scharnke (Die Parteilosen) ausdrücklich die Mädchen und Jungen. Die 21 Schülerinnen und Schüler aus den örtlichen Grundschulen und der Oberschule, altersmäßig die Klassenstufen 4 bis 10 repräsentierend, durften im Max-Thormann-Saal des Rathauses dort sitzen, wo sonst die Neuenhagener Kommunalpolitiker ihren Platz haben. Von ihnen waren einige erschienen, saßen aber ausnahmsweise auf den Publikumsstühlen.

Viele Stichwortzettel

Gut vorbereitet war die 1. Neuenhagener Kinder- und Jugendkonferenz. Ein Experiment, ein ungewohntes Format und dennoch durch das aktive Mittun aller Beteiligten ein echter Erfolg, wie schon die mit Stichwortzetteln eng behängten Stellwände an den Seitenfronten belegten und auch in mehreren Wortmeldungen noch einmal unterstrichen wurde.

Ein Schwimmbad und ein Kino, das sind zwei der Wünsche des Nachwuchses, der sich zunächst in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt hatte, die immer wieder genannt wurden. Sie fühle sich durch die Kinder und Jugendlichen in ihrem Anliegen bestärkt, nachdem sie sich schon lange für eine Schwimmhalle eingesetzt habe, sagte Marianne Hitzges (SPD). Allerdings, wurde den Mädchen und Jungen an diesem Beispiel verdeutlicht, sei eben nicht alles auf ihrer Wunsch- und Vorschlagsliste kurzfristig und allein umsetzbar. Bei der Großinvestition Schwimmhalle, erklärte der Bürgermeister, sei man auf ein Gemeinschaftskonzept mit den Nachbargemeinden angewiesen.

Ein Graffitiworkshop, eine Betonfläche für Skater & Co., eine frühere Öffnung des Bolzplatzes – das sind wiederum Anregungen, die kleinteiliger und damit eher auch kurzfristiger umsetzbar wären. Darüber hinaus, machte die Präsentation deutlich, liegen den Schülern Umweltthemen sehr am Herzen. Das geht von aktiver Plastikmüllvermeidung  über Baumpflanzaktionen und mehr Laufen/Radfahren bis hin zu Initiativen, mal als Schülerteam im Wald einen Müllsammeltag einzulegen oder für Wildtiere  Kastanien zu sammeln. Die ältere Gruppe ab 6. Klasse schlug überdies vor, Jugendliche auch praktisch aktiv einzubeziehen – beispielsweise durch Bänkebau im WAT-Unterricht. Angeregt wurde auch mehr Miteinander der Generationen. So seien gerade in Ferienzeiten Schüler-Rentner-Partnerschaften vorstellbar.

Zum reichen Wunschkatalog bezüglich der Schwimmhalle (Sprungturm, Whirlpool, "viele Rutschen", Wellness sowie ein Kinder- und ein tiefes Becken) mag vieles aus Erwachsenensicht unfinanzierbar erscheinen. Erst einmal nichts abzublocken oder zu zerreden, war aber die Grundlinie des Tages. Die Verwaltung wird den ganzen Ideenkatalog in den kommenden Tagen noch einmal sortieren und aufbereiten, um ihn allen Gemeindevertretern zukommen zu lassen – gerade jenen, die an diesem Vormittag terminbedingt die Präsentation nicht direkt miterleben konnten. In dieser spielten auch Schulessen oder Sportstätten eine Rolle.

"Es ist schön, dass ihr nicht nur an euch selbst gedacht habt", lobte Andreas Sebastian, der die Runde moderierte. Gedankt wurde auch den Vertretern von Blaupause und Jugendwerkstatt Blaupause sowie Horterzieherinnen, die bei der ersten Jugendkonferenz aktiv unterstützt hatten. "Schön, wie das heute gelungen ist, wir sollten das öfter machen", sagte Wolfgang Winkler (Linke). Auch der Bündnisgrüne Anton Wulke, mit 19 Jahren altersmäßig noch am dichtesten an den Hauptpersonen, war des Lobes voll.

Jugendbeteiligung – wie geht es weiter?

Angestoßen von Artikel 18a der Kommunalverfassung, der seit diesem Jahr den Städten und Gemeinden mehr Kinder- und Jugendbeteiligung vorschreibt, war diese erste Runde. Wie es künftig in Sachen konkreter Mitbestimmung weitergehen soll, ist noch offen. Die Schüler selbst hatten sich tendenziell am ehesten für die Variante Kinder- und Jugendparlament ausgesprochen. Dessen Wahlmodus müsste aber erst noch entschieden werden. Anton Wulke plädierte eher für einen Beirat. Dies habe den Vorteil, niemanden mangels Stimmenzahl zu verlieren, der sich auf Dauer aktiv einbringen wolle.⇥bg

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