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Bauantrag so schnell wie möglich, sagen die einen – nur bei abgespeckten Kosten, die anderen.

Schulcampus
Kostenfrage lässt Rehfelde die Zügel anziehen

Variante 3: Für Hortneubau (rot) mit Verbindungsbau zu Haus 1 (orange, Einsparvorschlag) hatten sich die Vorgänger-Gemeindevertreter entschieden.
Variante 3: Für Hortneubau (rot) mit Verbindungsbau zu Haus 1 (orange, Einsparvorschlag) hatten sich die Vorgänger-Gemeindevertreter entschieden. © Foto: Gabriele Rataj/MOZ
Gabriele Rataj / 30.08.2019, 06:00 Uhr
Rehfelde (MOZ) So schnell schießen die Preußen nicht. Oder: So schnell, wie von einem Teil der Gemeindevertreter erhofft, liegt auch der Antrag zum Hort-Neubau in Rehfelde nicht bei der genehmigenden Behörde auf dem Tisch.

Ein entsprechender Antrag aus der Fraktion Die Linke/Zukunft, diesen umgehend einzureichen, traf in der Gemeindevertretersitzung am Dienstag auf eine Stellungnahme aus der Fraktion BGR/Grüne. Angesichts bisher ausbleibender Förderzusagen stellte Letztere die generelle Leistbarkeit des 10,3-Millionen-Euro-Projektes für die Gemeinde in Frage. Sie machte Vorschläge zu dessen Kostenreduzierung und beantragte daher ein Verschieben. Dem wurde am Ende auch mehrheitlich zugestimmt (achtmal Ja, sechsmal Nein, eine Enthaltung).

Verbinder könnte entfallen

Als mögliche Kosteneinsparungen für das generell befürwortete Multifunktionskomplex-Vorhaben listen BGR/Grüne sechs Punkte auf, die sie zeitnah geprüft haben wollen. So wird das Wegfallen des Verbindungsbaus zur Schule ins Spiel gebracht, das Überdenken der vorgesehenen größeren Küche und die Notwendigkeit der Dachterrasse am Hortneubau. Auch die nötige Größenordnung der Bibliothek oder von bodentiefen Fenstern wird hinterfragt und möglicherweise ein Standortwechsel des Heizhauses zwecks Wegfalls der Heiztrasse zu dem entfernteren Grundstück ins Auge gefasst. Man sei sich bewusst, dass Planungsveränderungen Mehrkosten verursachen, doch voraussichtlich zu einer Kostenreduzierung führen würden, wurde argumentiert.

Die Einreicher auf umgehendes Stellen des Bauantrags hatten nochmals alles angeführt, was aus ihrer Sicht missachtet werde, wenn nicht endlich gehandelt würde. So die jeweils einstimmig von der Vorgänger-Gemeindevertretung gefassten vier Beschlüsse zur Bestätigung der Entwurfsplanungen zu Hortneubau und Wärmeerzeugungsanlage sowie der Planungsvergabe Leistungsphase 4. Alles mit Blick auf die Dringlichkeit in der schnell wachsenden Kommune, was die vom Amt im Mai und Juli ausgereichten Informationsvorlagen zu Entwicklungsprognosen bis 2030 u. a. bei Grundschülern (2019 gesamt 305, 2030 dann 399) bzw. zu den aktuell benötigten Hortplätzen untermauert hatten.

Dazu die Pflicht der Gemeinde, den laut Kitagesetz gegebenen Rechtsanspruch der Eltern grundschulpflichtiger Kinder zu sichern, was Werner Rohne, aber auch Rudolf Heller von der CDU-Fraktion unterstrichen. "Außerdem ballern wir nicht raus", bezog sich Heller auf die Kosten, "wir schaffen Wert", empfahl er, besser Gas zu geben.

Kinder oder Straßen?, stellte Gerhard Schwarz (Linke/Zukunft) die Frage nach Prämissen. Es wäre doch möglich, die Kosten bei zehn Millionen Euro zu deckeln, ohne die Planungen zu verändern und an Stellschrauben wie Bus-Haltestelle oder Zaun im Projektverlauf zu drehen.

Steffen Hunger (FÜR Rehfelde, Werder, Zinndorf) indes sah bei Ausschreibung der Leistungen die Kosten sogar schnell auf zwölf, dreizehn Millionen Euro wachsen. Auch dem wie Hunger neu gewählten Michael Boa (AfD) bereiteten jene sowie der Abriss eines funktionierenden Heizhauses Bauchschmerzen. Hunger bemühte sogar Brecht, wer A sage, müsse nicht B sagen, wenn er erkenne, dass A falsch war.

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