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Kulturverein Grünes Tor Hoppegarten stellt historische Gräber von Jockeys und Trainern vor.

Geschichte
Plädoyer für Konzept zum Friedhofserhalt

Fallada-Lesung: Stefanie Reich stellte das Ditzen-Erinnerungsbuch vor.
Fallada-Lesung: Stefanie Reich stellte das Ditzen-Erinnerungsbuch vor. © Foto: Bibliothek Neuenhagen
Uwe Spranger / 10.09.2019, 21:06 Uhr
Hoppegarten/Neuenhagen (MOZ) Rund 90 Personen haben am Wochenende das Angebot des Kulturvereins "Grünes Tor" Hoppegarten angenommen und zum Tag des offenen Denkmals den alten Friedhof besucht. Wie Vereinsvorsitzende Astrid Fritsche erfreut berichtete, fanden die eigens für diesen Tag aufgestellten Informationstafeln an etwa 60 Grabstätten viel Zuspruch. "Die Besucher haben oft mehr als eine Stunde für ihren Rundgang benötigt, das heißt, dass die Tafeln großes Interesse fanden und intensiv gelesen wurden", sagte sie. Dort sollte angesetzt werden, ein Besucherkonzept im Rahmen der Zukunftsvision für den alten Friedhof zu entwickeln. "Wir haben mit diesem Friedhof ein einzigartiges Denkmal, dessen Erhalt, aber auch dessen Vermittlung eine wichtige Aufgabe in den nächsten Jahren sein wird."

Neben der Vereinsvorsitzenden vermittelten auch Jutta Sachtleber und Kai Hildebrandt Wissenswertes zur Geschichte des historischen Friedhofs und zu den Gräbern von Jockeys und Trainern. Aber auch einige Nachfahren von auf dem Friedhof beigesetzten Personen wussten Inte-ressantes zu berichten – für den Verein Grünes Tor und seine Recherchen zur Geschichte des Friedhofs sehr wichtig, wie Ortsbürgermeister Stefan Radach befand. Er machte zudem auf eine neue Broschüre mit dem Titel "Der alte Friedhof in Dahlwitz – Ein Denkmal der Orts- und Rennbahngeschichte" aufmerksam. Bei jedem Arbeitseinsatz kämen neue interessante historische Grabplatten zum Vorschein. Unterstützung von engagierten Einwohnern sei beim Verein  jederzeit willkommen. Nun gelte es auch für die Gemeinde als Eigentümer des geschichtsträchtigen Friedhofs, tätig zu werden und ein Konzept für den Erhalt und die Sanierung zu entwickeln. Bürgermeister Karsten Knobbe habe vor Ort mitgeteilt, dass im Entwurf des Gemeindehaushalts 2020 Mittel dafür eingeplant werden.

In Neuenhagen war neben dem Rathaus, der Goethe-Grundschule, den Kirchen und dem Kelch-Mausoleum erstmals das Fallada-Haus im Fallada-Ring für zwei Stunden geöffnet.  Interessierte konnten die kleine Reihenhauswohnung besichtigen und im winzigen Gärtchen an einem der Tische Platz nehmen und stilvoll aus Sammeltassen Kaffee trinken und Kuchen probieren. 1929 entstand, erbaut von der Stadt- und Land Siedlungsgesellschaft, diese Reihenhaus-Siedlung, die seit Anfang der 1990er-Jahre wegen ihrer architektur- und sozialgeschichtlich-städtebaulichen Bedeutung auf die Denkmalliste des Landes gesetzt wurde.

Bekanntester Bewohner des Hauses war der Schriftsteller Hans Fallada, der von 1930 bis 1932 mit seiner Familie dort lebte und den Roman "Kleiner Mann, was nun?" schrieb, aber auch im Erinnerungsband "Heute bei uns zu Haus" Neuenhagen und der Wohnung ein Denkmal setzte.

Rund 50 Besucher machten am Sonntag die Runde durchs Haus und schmökerten am Buchstand in Fallada-Lektüre aus dem Aufbau-Verlag. Viele von ihnen blieben, um der Lesung aus dem Erinnerungsbuch Ditzens zu lauschen, die durch Stefanie Reich aus der Bibliothek angeboten wurde. Fröhlich und belustigt verließen die Zuhörer nach dieser Kostprobe danach Haus und Garten, mancher mit einem Buch in der Tasche, viele mit dem Vorhaben, bald wieder einmal Fallada zu lesen.

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