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Um eine erneute Trockenlegung des Parks zu verhindern, wird ein Wehr gebaut. So soll ein Großteil des Brauergrabenwassers durch die Grünanlage geleitet werden.

Instandsetzung
Lebensquell: Frischwasser sprudelt im Park

Stauwerk: Diese Anlage wird künftig dafür sorgen, dass die Gewässer im Park nicht mehr trocken fallen können.
Stauwerk: Diese Anlage wird künftig dafür sorgen, dass die Gewässer im Park nicht mehr trocken fallen können. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 11.09.2019, 06:45 Uhr
Wollup (MOZ) Die Gräben und Teiche im Park Wollup werden künftig wie eine Art Bypass den Großteil des Wassers aus dem Brauergraben durchleiten. Daran arbeitet derzeit der Gewässer- und Deichverband. Damit wird verhindert, dass der Park wie vor 30 Jahren trockenfällt. Zugleich wird eine ökologische Verbesserung des Areals erreicht.

Die Parkteiche haben schon immer ihr Wasser aus dem Brauergraben  bekommen. Aber dass sie wie jetzt alles Wasser aus diesem wichtigen Gewässer aufnehmen, das hat es noch nicht gegeben. Für den Bau des Staubauwerkes, das ein über Jahrzehnte mehr schlecht als recht funktionierendes Provisorium ersetzt, haben die Mitarbeiter des Deichverbandes den Graben in Höhe der alten Eiche mit einen Wall abgeriegelt. Somit geht alles Wasser nun in das Beregnungsspeicherbecken des Gutes und von dort über ein weiteres Staubauwerk in den Parkgraben. Wenn das neue Wehr fertig ist, bekommt auch der jetzt abgeriegelte Brauergraben-Abschnitt etwas Wasser, informiert Axel Hulitschke vom Deichverband.

Besonders am Auslaufstauwerk, also dort, wo das Parkwasser wieder zurück in den Brauergraben fließt, rauscht es nun gewaltig. Aber auch im Park ist die größere Dynamik in den Gräben und Teichen spürbar.

Vor 30 Jahren hatten die schlecht unterhaltenen Zuflüsse  verhindert, dass überhaupt noch Wasser vom Speicherbecken in die Parkteiche kam. Deshalb wurde seitens der Gemeinde gleich in den ersten Nachwendejahren ein großes ABM-Projekt gestartet, um das als wichtiges Kulturerbe im Oderbruch geltende Ensemble der Domäne zu retten.

Cornelia Kuzmenko vom Verein Domäne Wollup hat zu diesem Projekt eine Ausstellung erarbeitet. Dabei wird deutlich, welch ein Aufwand damals betrieben wurde. So wurde auch ein völlig neuer Graben geschaffen, um den Rückfluss in den Brauergraben zu schaffen. Das Ausfluss-Stauwerk, dessen Staubohlen  nun wieder einmal vom Biber zernagt wurden, hatte 1992 Rainer Eppelmann, damals hier direkt gewählter  CDU-Bundestagsabgeordneter, eingeweiht. Er hatte damals auch eine Linde in den Park gepflanzt.

Umfassende Sanierung geplant

Der Verein Domäne Wollup freue sich über den Frischwasserdurchlauf, erklärt dessen Vorsitzende Sören Poschizki. Mit großer Spannung erwarte man nun die Planung für die das EU-Projekt "Von Park zu Park", bei dem die Stadtverwaltung des polnischen Kostrzyn/Küstrin den Hut auf hat. Dazu gehören auch Vorhaben in der Märkischen Schweiz und am einstigen Küstriner Kaiserkolk nahe dem Warthe-Hafen.

In die Wolluper Parksanierung fließt dabei rund eine Million Euro: 842 671 Euro aus dem EFRE-Programm der EU und 148 706 Euro als Eigenanteil der Gemeinde. Zuvor hatte die Initiative der Parkretter mit vielen Helfern dafür gesorgt, dass die größten Schäden nach dem Sturm Xavier im Oktober 2017 beseitigt werden konnten.

Nun geht es um die Sanierung der alten Brücken, des Wegenetzes, um die Entschlammung der Gewässer und die Befestigung der Böschungen sowie um die weitere Gehölz- und Baumpflege, informierte Martin Wiese von der Gemeindeverwaltung. Er will in Kürze die Planung dafür ausschreiben.

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