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Kommunalpolitik
Streit um Zaun und Zufahrt

Zeigte wenig Wirkung: Schild an der Einfahrt zum Gemeindeareal Lindenallee
Zeigte wenig Wirkung: Schild an der Einfahrt zum Gemeindeareal Lindenallee © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 09.10.2019, 09:15 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Schon eine ganze Weile gibt es Querelen zwischen den Betreibern des Gutsparks und der Gemeinde. Das rührt dem Vernehmen nach schon aus Zeiten des Entstehens der Siedlungserweiterung Hönow, setzte sich fort mit der einstigen Gaststätte Memory, die Guts-park-Investor Andreas Flörke gehörte, aber auf Gemeindeland stand, und letztlich abgerissen wurde. Es folgten Auseinandersetzungen um Zufahrten in der Bauphase einiger Gebäude sowie um das gemeindliche Einvernehmen zum "Rathaus", einem direkt neben dem Verwaltungsgelände platzierten Wohngebäude auf dem Gutspark-Areal. Das hat auch eine Eingangstür in Richtung Verwaltungsgelände, doch davor ist ein Zaun. Der ist aber lückenhaft bzw. hat Tore, mit denen Flörke für die Bewohner der Anlage, zumeist ältere Personen, kurze Wege in Richtung Verwaltung und Haus der Generationen ermöglichen wollte. Am liebsten hätte er komplett auf die Einfriedung verzichtet, sagt er. Und er habe der Gemeinde auch angeboten, die unmittelbar benachbarte Grünanlage vor den Parkplätzen herzurichten und zu pflegen.

Stattdessen haben jetzt Bauarbeiten begonnen. Man wolle die einstige Memory-Fläche herrichten und einen Gehweg pflastern, sagte Bürgermeister Karsten Knobbe. Das vorhandene Tor ist mit Flatterband erst einmal geschlossen fixiert, davor verlegte Platten sind herausgenommen. Zudem hat Flörke eine Information aus der Verwaltung erhalten, dass ab der 43. Kalenderwoche an der Grundstücksgrenze ein 1,40 Meter hoher Stabmattenzaun aufgestellt werden soll. Hier sollten offenbar Pflöcke eingeschlagen werden, bevor der neue Bürgermeister sein Amt antritt, den er unterstützt habe, glaubt Flörke. Er macht darauf aufmerksam, dass mit dem Zaun auch die Zufahrt zum letzten noch aus der Anfangszeit der Rennbahn stammenden Pferdestall im Ort gekappt werde, der Betrieb eingestellt werden müsse, weil zum Beispiel der Mist nicht mehr abgefahren werden könne. Ein anderer Weg an der Reithalle vorbei würde durch den Zochegraben eine teure Brücke und Fällungen großer Bäume erforderlich machen, verdeutlichte er. Fast alle von zuvor knapp 30 "Einstellern", für die Plätze im Stall gebucht waren, seien inzwischen raus. Dabei sollten die Pferde den Bewohner der Gutspark-Anlage und deren Gästen Abwechslung bieten und Freizeitbeschäftigung für andere Hoppegartener und Gäste. Im hinteren Teil entsteht zudem ein Café, von dem aus man das Treiben auf dem Reitplatz beobachten könnte.

Bürgermeister lässt Tor prüfen

Der Bürgermeister hingegen verweist darauf, dass die Kommune dagegen vorgehe, dass die Erschließung des Gutspark-Areals "entgegen der Baugenehmigung" weiterhin über ihr Gelände erfolge. Das ist inzwischen als "Betriebsgelände" deklariert und mit dem Hinweis versehen, dass nur Besucher der Verwaltung parken dürfen. Die Hoppegartener CDU hat gerade einen Antrag formuliert, an der Zufahrt eine Schranke zu postieren. Umliegende Bauvorhaben hätten trotz Empfehlung nicht genügend Parkraum geschaffen, was dazu führe, dass Mitarbeiter und Besucher der Verwaltung kaum noch freie Stellplätze vorfänden. Und die Beschilderung habe wenig Effekt gehabt. Deshalb solle nun die Schranke Abhilfe schaffen. Knobbe ergänzte, dass auch Zustelldienste nicht auf das Guts-park-Gelände gefahren seien, sondern auf das der Gemeinde. Sie hätten so einige Meter Fußweg abgekürzt. Gäste der Bewohner hätten ebenfalls Gemeindeparkplätze genutzt, heißt es. Dabei sind Flächen auf dem Gutspark vorhanden. Die Bewohner selbst haben zumeist kein Auto.

Der Bürgermeister sagte auf MOZ-Nachfrage, er werde klären, dass womöglich ein Tor in den Zaun kommt, damit die Bewohner zu Veranstaltungen der Gemeinde kurze Wege haben. Die neue Behindertenbeauftrage Silvia Trumphold hatte erst vor wenigen Tagen im Bauausschuss klar gemacht, dass für Rollstuhl- oder Rollatorfahrer 200 Meter Umweg schon ein "Marathon" seien. Gemeindevertreter sprachen indes von einem Streit zweier "Alpha-Tiere" mit wenig Aussicht auf Lösung. Dies setze Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten voraus.

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