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Soziales
Begegnungsstätte am Markt Altlandsberg nimmt Fahrt auf

Symbolfoto: pixabay
Symbolfoto: pixabay © Foto: pixabay
Gabriele Rataj / 09.10.2019, 09:15 Uhr
Altlandsberg (MOZ) Die Brötchen sind gekauft, Brot ist geschnitten, der Kaffee gekocht, Wurst und Käse sind arrangiert und Löffel für den Joghurt liegen bereit. Mal sehen, ob die Frühstücksgäste noch ein Rührei wollen oder ein gekochtes ...

Nicht um ein Bistro oder Restaurant kümmern sich drei Frauen, sondern um das Seniorenfrühstück in der seit September funktionstüchtigen Begegnungsstätte des Vereins "Hand in Hand" am Markt, für die die Stadt die Miete übernommen hat. Mittwochs von neun bis elf ist hier Frühstücks- und damit auch Begegnungszeit.

Denn es sind mehrheitlich Alleinstehende, die sich dafür rechtzeitig anmelden (Tel. 033438 389624), wird berichtet. "Statt allein zu Hause am Tisch zu sitzen und keinen Appetit zu haben, bieten wir ihnen gegen einen Obolus fürs Essen  Gesellschaft, was gleichzeitig den Effekt hat, dass sie ordentlich was essen", sagt Vereinsvorsitzende Eva-Maria Strys.

Das Seniorenfrühstück gehört zu regelmäßigen Veranstaltungen, die von den Vereinsmitgliedern seit kurzem angeboten werden. Groß auf Papier ausgedruckt, sind sie an den Fensterscheiben befestigt: dienstags, 10 bis 12 Uhr, Elternzeit-Treff; donnerstags, 14 bis 16 Uhr, Handarbeiten; freitags, ab 14.30 Uhr, Kaffeeklatsch und Kartenspiel sowie ab 19 Uhr Skatrunde und mittwochs eben gemeinsam frühstücken.

Es ist eine Möglichkeit, um auf diesen neuen Treff in der Mitte der Stadt aufmerksam zu machen, "denn für Flyer oder Ähnliches fehlt uns einfach das Geld", erklären die Mitglieder, zu denen auch Seniorenbeiratsvorsitzende Regina Dossow zählt. Dazu die Mundpropaganda derjenigen, die als Erste kamen und wiederkamen - ältere Altlandsberger, Leute mit Redebedarf oder Fragen, die Kartenspielrunde, die vorübergehend in der Seniorenresidenz Asyl gefunden hatte, Skatfreunde.

Biete/Suche hat begonnen

Immerhin ist die Räumlichkeit in der Poststraße, nahe der Bushaltestelle, ein gut erreichbarer Punkt für verschiedenste Altersklassen und barrierefrei - bis auf die gelösten Pflastersteine direkt am Hauseingang. Ein zentraler Ort, der nach der Schließung des Hauses der Generationen eine solche integrative Funktion wieder erfüllen kann.

Dazu wollen wir unbedingt auch mehr Junge binden, wird erklärt und auf den Elternzeit-Treff angespielt. Austausch, gemeinsames Krabbeln der Jüngsten, vielleicht sogar ermöglichen, dass die junge Mutter oder der junge Vater schnell mal ein paar Häuser weiter etwas ohne Kind erledigen kann. Der Wickeltisch im Bad wartet schon auf Benutzung.

Und während das im hinteren Bereich des Treffs erläutert wird, laufen vorn Leute vorbei, fotografiert eine Mutter mit Kinderwagen die Angebote und Öffnungszeiten ab. Das führt direkt zur Ehrenamtsbörse, die sich im Aufbau befindet. Auf der Wandtafel im Foyer hängen die ersten bunten Notizzettel mit Angeboten und Hilfeersuchen.

Da gibt es die ältere Dame, die sich Großmutter-Sein vorstellen kann. "Wir würden Kennenlernabende arrangieren", sagt die Vereinschefin, denn dazu müsse ja auch die Chemie stimmen. Jemand anderes sei bereit, eine mobilitätseingeschränkte Mittwochs-Frühstückerin mit dem Auto abzuholen. Erledigt seien schon Holzsägearbeiten, wofür der ehrenamtliche Freiwillige ein  kräftiges Bauernfrühstück erhielt.

Damit nicht genug, sind bereits die ersten Sonderveranstaltungen des Treffs eingetaktet. In bestimmten Abständen wird sich die Angehörigengruppe Demenz treffen, um sich auszutauschen oder sich Fachkundige einzuladen. Die für Dienstag geplante Tour von Freunden des Radfahrens dürfte indes ins Wasser gefallen sein. Dafür sitzen am Donnerstag die Stricklieseln im Trockenen, wenn sie sich im Wechsel mit dem Treff in der Bibliothek zusammenfinden.

Wunsch nach Ausflugsfahrten

Binnen kürzester Zeit fast ausgebucht sei auch die auf Wunsch für den 18. Oktober bei einem örtlichen Unternehmen georderte Ausflugsfahrt zum Erlebnishof Klaistow gewesen, erzählt Regina Dossow. Möglicherweise würde sogar ein ganzer Bus voll.

Zu Sonderveranstaltungen zählt auch die Sprechstunde der Seniorenbeiratsvorsitzenden. Die findet zwar jeden zweiten Montag im Monat von zehn bis zwölf statt, aber eben nicht wöchentlich. Doch ob Seniorenbeirat oder Vereinsarbeit, eigentlich sei das eine vom anderen gar nicht zu trennen, sagen Regina Dossow und Eva-Maria Strys, die die gegenseitige Zusammenarbeit ausdrücklich loben. Am besten, man schaut mal rein.

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