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Noch immer ist die Notfalldose nicht für jeden ein Begriff.

Sicherheit
Notfalldose: Lebensretter im Kühlschrank

Helfer in der Not: Jens Unetshammer, Teamleiter des DRK-Hausnotrufs Strausberg, zeigt die im Kühlschrank aufzubewahrende Dose, von der das DRK bald 1000 verteilt hat.
Helfer in der Not: Jens Unetshammer, Teamleiter des DRK-Hausnotrufs Strausberg, zeigt die im Kühlschrank aufzubewahrende Dose, von der das DRK bald 1000 verteilt hat. © Foto: Martin Stralau/MOZ
Martin Stralau / 08.11.2019, 08:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Zwei Aufkleber in der Wohnung können Leben retten. Sie weisen Rettungskräften dann, wenn es schnell gehen muss, den Weg zur Notfalldose, in der wichtige Informationen zum jeweiligen Patienten zu finden sind. Ein Aufkleber an der Eingangstür, ein Aufkleber am Kühlschrank, in dem die Box für den Ernstfall aufbewahrt wird. Das System hat sich deutschlandweit bewährt, ist in der Region rund um Strausberg aber immer noch recht unbekannt, haben Jens Unetshammer und Wilhelm R. Bachmayer vom Deutschen Roten Kreuz-Kreisverband Märkisch-Oder-Havel-Spree festgestellt, der Geschäftsstellen in Beeskow, Eisenhüttenstadt, Frankfurt, Fürstenwalde, Oranienburg und ­Strausberg hat.

Unetshammer, Teamleiter des DRK-Hausnotrufs Strausberg, und Bachmayer, Leiter des hiesigen DRK-Sitzes, sind überzeugt von der Notfalldose, haben am Jahresanfang 1000 Stück geordert. Gut 900 sind inzwischen verteilt worden. Beide wollen Aufklärung betreiben. Das Prinzip sei denkbar einfach. "Jede Box beinhaltet neben den Aufklebern einen Fragebogen, den der jeweilige Besitzer ausfüllt", sagt Unetshammer. Welche Angehörigen sollen im Notfall informiert werden? Gibt es eine Patientenverfügung? Wie ist der Hausarzt erreichbar? Liegen chronische Erkrankungen vor? Gibt es Medikamentenunverträglichkeiten? Hatte der Patient schon mal einen Schlaganfall? "Wenn Rettungskräfte diese Informationen haben, können sie im Ernstfall schneller und besser eingreifen, gerade wenn Hilfebedürftige nicht ansprechbar sind", sagt Bachmayer.

Auch Apotheken vertreiben Dose

Das System werde aber konterkariert, wenn die Rettungskräfte die Notfalldose gar nicht kennen. Um sie bekannter zu machen, habe das Rote Kreuz den Rettungsdiensten der Landkreise daher Informationsmappen zukommen lassen, in denen alles Wesentliche zusammengefasst ist. "Der Inhalt soll allen Kollegen zugänglich gemacht werden", sagt Unetshammer. Auch bei Pflegediensten in und um Strausberg bestehe Nachholbedarf, was das Wissen zur Notfalldose angeht.

Beim DRK gebe es mehrere Kanäle, über die die Notfalldosen kostenlos verteilt werden. Der eine ist das Hausnotrufsystem. Das ist für ältere Menschen gedacht, die weiter in ihrem privaten Umfeld leben möchten, aber per Knopfdruck in ihrer Wohnung oder am Handgelenk jederzeit die Möglichkeit haben wollen, Hilfe über die Notrufzentrale zu bekommen. Auch Menschen, die den Hauspflegedienst nutzen und Fördermitglieder beim DRK werden, bekommen die Notfalldose kostenfrei überreicht. "Sobald jemand in Verbindung mit uns steht, soll er die Dose erhalten", sagt Bachmayer. Außerdem könne man die Box für fünf Euro in der Geschäftsstelle oder Kleiderkammer des DRK (beides Prötzeler Chaussee 4a) in Strausberg kaufen.

Die Notfalldose ist aber nicht nur beim Deutschen Roten Kreuz erhältlich, auch Apotheken vertreiben sie beispielsweise. Dort sind die Boxen nicht rot-weiß, sondern grün-weiß, kosten 2,95 Euro. Der Inhalt ist derselbe.

Bestellung der Box möglich per E-Mail: rotkreuzdose@drk-mohs.de

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