Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Uwe und Marita Schönwald versuchen seit Jahren, Menschen einer Siedlung im Grenzgebiet Südafrikas zu Mosambik zu helfen.

Müncheberger Ehepaar betreut ein Projekt im südlichen Afrika
Hilfe im Vertrauen auf Gott

Thomas Berger / 20.11.2019, 08:00 Uhr
Müncheberg Gerade hält sich Uwe Schönwald wieder einmal im südlichen Afrika auf. So wie schon zuletzt in der Regel immer drei- bis viermal pro Jahr. Ein möglichst günstiger Flug, um Kosten zu sparen, auch wenn das beim Umsteigen zwischen den Maschinen mitunter längere Wartezeiten mit sich bringt. Wenn er und seine Frau Marita demnächst bei zwei Vortragsabenden über ihr Engagement berichten, werden dabei noch ganz frische Eindrücke von dem Hilfsprojekt in Maresa einfließen.

Maresa, das ist eine sozusagen inoffizielle Siedlung auf südafrikanischem Gebiet unweit der Grenze zu Mosambik. Bitterarm ist der Nachbarstaat, der erst durch 500 Jahre portugiesische Kolonialzeit, dann einen langjährigen Bürgerkrieg geprägt war. "Mosambik gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Welt", führt Uwe Schönwald kurz vor der Abreise daheim in Müncheberg aus. Kein Wunder, dass viele ins vergleichsweise deutlich wohlhabendere Südafrika migrieren. Zwar hausen die Familien in Maresa und ähnlichen Orten auch nur im Elend, immerhin können sie aber mitunter als Tagelöhner hier und da ein paar Rand verdienen. "Die Bewohner der benachbarten Weißensiedlung nutzen zwar gerne mal diese billigen Arbeitskräfte", wie Schönwalds erzählen, haben aber sonst wenig für die armen Nachbarn übrig.

Ursprünge im Jahr 2010

Knapp zehn Jahre ist es her, seit das Müncheberger Ehepaar über einen Bekannten 2010 erstmals in Mosambik unterwegs war. "In der Hauptstadt Maputo, die ja ganz im Süden liegt, haben wir unter anderem ein Kinderheim besucht. Es war für uns das erste Mal, dass wir in diesem Ausmaß mit Armut konfrontiert wurden", erinnern sie sich zurück. Es ist nicht zuletzt ihr tiefer christlicher Glaube, gelebte Nächstenliebe, der für Schönwalds Richtschnur ihres Engagements ist. Gottes Ruf seien sie sozusagen gefolgt, als sie 2013 und große Teile des Folgejahres in der Gegend zubrachten, um erste bescheidene Voraussetzungen für das heutige Hilfsprojekt zu schaffen.

Komatipoort heißt die etwa 20 000 Einwohner zählende nächstgrößere Stadt. Diese und Maresa liegen auf südafrikanischer Seite der Grenze, und Mangel an allem Möglichen ist in der Ansammlung von Hütten der Normalzustand. "Frauen sind drei Stunden zum Wasserholen unterwegs. Und dann noch einmal die gleiche Zeit, um Feuerholz zu sammeln." Die Konstruktion von 25 Trockentoiletten war das erste Kleinprojekt, das Schönwalds gemeinsam mit den Leuten umsetzten, nachdem sie gefragt hatten, was die Einwohner der Siedlung am nötigsten brauchten. Vorher mussten alle ihre Notdurft in freier Landschaft verrichten – neben dem hygienischen Problem wegen giftiger Schlangen auch lebensgefährlich.

In einem kleinen Kinderzentrum werden etwa 50 Mädchen und Jungen betreut. Über das Projekt erhalten diese inzwischen regelmäßig drei vollwertige Mahlzeiten pro Woche, ein Beitrag gegen die sonst herrschende Mangelernährung. Lag der Treffpunkt zunächst in der provisorisch wirkenden kleinen Kirche, auch nur eine der aus Holz, Schilf und Blech gezimmerten Hütten, schafften es Schönwalds später, erstmals in der Siedlung ein festes Gebäude aus Mauersteinen zu errichten. In einem nächsten Schritt wurde im Februar 2018 ein Brunnen gebohrt – zumindest für das Wasser zum Trinken und Kochen können sich die Frauen nun die weiten Wege sparen.

Rückhalt vom Ortsvorsteher

"Der Ortsvorsteher ist uns wohlgesonnen", erklärt Uwe Schönwald, auch sonst gibt es zumindest hier und da Unterstützung oder hilfreiche Kontakte. Dennoch haben in den ersten Jahren vor allem die beiden und ein befreundetes Ehepaar privat viel in die schrittweisen Verbesserungen gesteckt. Ein großer Erfolg war deshalb, dass die noch junge freikirchliche Christusgemeinde Woltersdorf, zu der Schönwalds gehören, im März 2017 das Maresa-Projekt formell unter ihre Fittiche nahm. Es ist nun sozusagen dem Verein angegliedert, über dessen Konto die Spendenabwicklung läuft.

Wer sich ein genaueres Bild (auch im wörtlichen Sinn anhand etlicher bewegender Fotos) machen möchte, der ist zu den beiden Vorträgen eingeladen. Da Uwe Schönwald früher im Suchthilfeprojekt Eichendorfer Mühle gearbeitet hat, lag Hermersdorf als ein Termin nahe, der Müncheberger kam über ein Gespräch mit Bürgermeisterin Uta Barkusky zustande.

Vorträge: Am Freitag, 22. November, um 19 Uhr in der Begegnungsstätte Hermersdorf und am 29. November, 19 Uhr, über die Volkshochschule Müncheberg im Haus des Heimatgeschichtsvereins (Ernst-Thälmann-Straße 21).

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG