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Unter der Trauerweide neben dem Parktheater hat der Kultusverein ein stimmungsvolles Fest vorbereitet, das gut besucht war.

Silvesternacht
Berliner Böllerei-Flüchtlinge genießen Buckower Party

Jens Sell / 01.01.2020, 21:27 Uhr
Buckow (MOZ) Da kommt fast Weihnachtsstimmung unter der großen Trauerweide im Herzen von Buckow auf, als zweistimmig zart erklingt: "Leise rieselt der Schnee". Aygul Bikbulatovc ist mit ihrem Kind Gast der Kurklinik Waldfrieden. Gemeinsam mit Feline, dem Kind eines anderen Kurgastes, sang sie das deutsche Volkslied als Karaoke-Auftritt. "Buckow ist ein wunderbarer Kurort", sagt sie anschließend, "wir waren zuerst in der freikirchlichen Gemeinde der Baptisten, um gemeinsam auf das Jahr zurückzuschauen und für ein gutes neues Jahr zu beten. Und jetzt kamen wir zufällig hier vorbei und finden das Fest wunderschön."

Die instrumentale Begleitung zu ihrem Gesang kommt aus dem Laptop von Thomas Kallies in die Verstärkerboxen. Der Mann am Mischpult mischt wie Felix Brück­mann im Familiencafé Lokal Buckow und im Kultusverein mit, ebenso wie Jens Glodeck, der Pasta-Spezialist, der auch zur Silvesterparty Nudeln anbietet. Natürlich kann man sich auf dem Platz vor dem Alten Warmbad mit Glühwein, Tee und Kinderpunsch wärmen. Man kann Waffeln essen und selbst über der Feuerschale Stockbrot backen.

Auch Besucher von außerhalb

Es sind nicht nur die Buckower, die in dieser Nacht auf dem Platz zusammenkommen. Die Schwestern Ute Sommer aus Darmstadt und Petra Czolkoß aus Gosen im Landkreis Oder-Spree zum  Beispiel stehen auch an einem der Tischchen und schlürfen heißen Glühwein. "Mein Sohn Thomas ist zuerst nach Berlin gezogen, und nach ein paar Jahren hatte er die Nase vom Großstadtrummel voll und ist hierher nach Buckow gezogen", erläutert die Darmstädterin Ute Sommer den Hintergrund. "Bu­ckow ist ein sehr schöner Ort, ich bleibe noch ein paar Tage", fügt sie hinzu. "Und ich liebe Bu­ckow schon immer", betont ihre Schwester. "Ich bin in Strausberg zur Schule gegangen und freue mich, dass mein Neffe hierhin gezogen ist." Die beiden Frauen wollten eigentlich nur spazieren gehen. Als sie das kleine Fest sahen, holten sie rasch ihre Geldbörsen, um mitfeiern zu können, erzählen sie lachend.

Gelacht wird auch rund um die Feuerschale vor dem Eingang zum  Parktheater. Dort sitzen unter anderem Paare aus Berlin und Leipzig. "Wir kommen aus Alt-Pankow und sind vor der ausufernden Böllerei aus der Stadt hierher geflohen", erzählt der Mann, "schon gestern krachte es aus dem Wedding herüber, dass man das Gefühl hatte, es herrscht Krieg."  In Buckow hingegen könne man abschalten, es gehe beschaulich und individuell zu, ein schöner Kontrast zum Alltag in der Metropole. "Übrigens scheint sich das schon  ganz schön he­rumgesprochen zu haben: Auf dem Parkplatz vom Hotel Bergschlösschen stehen fast ausschließlich Autos mit Berliner Kennzeichen", erzählt der Pankower.

Auf die Open-Air-Silvesterparty des Kultusvereins sind die auswärtigen Besucher eher zufällig gestoßen. Es ist die Dritte, die der Verein bisher unregelmäßig vorbereitet hat. Die gute Resonanz sollte die Protagonisten ermuntern, sie zur Tradition zu machen.

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