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Stadtentwicklung
Strausbergs Bürgermeisterin rechnet mit mehr als 1000 neuen Wohnungen

Noch herrscht Ruhe für die deutsche Dogge: Das Gelände "Johanneshof" in Strausberg soll nach dem Willen der Stadtplanung mit rund 80 Eigenheimen in Einfamilien- und Doppelhäusern bebaut werden. Die Infotafel mit Insektenhotel stellt die Flora und Fauna vor.
Noch herrscht Ruhe für die deutsche Dogge: Das Gelände "Johanneshof" in Strausberg soll nach dem Willen der Stadtplanung mit rund 80 Eigenheimen in Einfamilien- und Doppelhäusern bebaut werden. Die Infotafel mit Insektenhotel stellt die Flora und Fauna vor. © Foto: Jens Sell
Jens Sell / 13.01.2020, 20:11 Uhr
Strausberg (MOZ) Die für die Barnim-Kaserne angekündigte Stationierung eines ABC-Abwehrregiments wird Straus­berg vermutlich keinen spürbaren Bevölkerungszuwachs bringen. Denn es wird sich dabei um einen teilaktiven Truppenteil handeln. Das antwortete Bürgermeisterin Elke Stadeler auf eine dementsprechende Anfrage des Vorsitzenden der Fraktion der Linken in  der Stadtverordnetenversammlung, Gregor Weiß, und erläuterte, dass solch ein Truppenteil in einem oder mehreren Teilen aus Reservisten bestehe, die erst bei Übungen oder im Falle der Mobilmachung aktiviert würden.  "Eine verlässliche Zahl zu aktiven Dienstposten kann zurzeit nicht benannt werden, im ersten Halbjahr gibt es mit dem Standortältesten dazu weitere Absprachen", sagte die Bürgermeisterin.

Straßennetz soll ausreichen

Weiß fragte in diesem Zusammenhang nach dem in Aussicht stehenden Zuwachs an Wohnraum in der Stadt. Die dann folgenden Zahlen ließen viele Stadtverordnete und Gäste ihrer Versammlung aufhorchen, denn das Stadtoberhaupt sieht einen geplanten Zuwachs von weit über 1000 Wohneinheiten. Der Zuwachs hänge einerseits von der Bauleitplanung ab. Elke Stadeler nannte 530 Wohneinheiten ohne Bebauungsplan, davon 31 Einfamilienhäuser und rund 500 Wohnungen im Geschosswohnungsbau. Mit Bebauungsplanung sollen  525 Wohneinheiten in Strausberg entstehen, darunter 300 Einfamilienhäuser und 225 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern. Laut Verkehrskonzeption könne das vorhandene Straßennetz alle zu erwartenden Verkehre aufnehmen.

Hinsichtlich der sozialen Infrastruktur stellte Elke Stadeler die Stadt als ebenfalls gut gerüstet dar: Strausberg verfüge über 2571 Kita- und Hortplätze, die zu 87 Prozent ausgelastet seien. "Das sollte perspektivisch ausreichend sein, zumal mit dem neuen Wohngebiet an der Hegermühlenstraße eine Kita neu gebaut wird", sagte die Bürgermeisterin. Sie gab auch einen Überblick über die vier Grundschulen und zwei Oberschulen, in denen nicht nur Strausberger Kinder unterrichtet würden. Hinzu kämen das vom Landkreis getragene Theodor-Fontane-Gymnasium und das Oberstufenzentrum. Mit dem geplanten Neubau eines weiteren Gymnasiums werde diese Kapazität ebenfalls stark erweitert.

Allein die Grundschule Am Wäldchen, in deren Campus die Stadt derzeit reichlich 20 Millionen Euro investiert, werde von einer zweizügigen Klassenführung auf eine dreieinhalbfache erweitert. Auch der Hort wachse mit dem Erweiterungsbau. Nach dessen Fertigstellung könnten dort rund 500 Schüler lernen und 420 Hortkinder betreut werden. Erweitert um einen Hortneubau werde auch die Grundschule Am Annatal mit der Förderung des Projekts Soziale Stadt. Dann würden die derzeit von dortigen Hortkindern mit belegten Kitas Tausendfüßler und Spatzennest entlastet, wodurch neue Betreuungskapazitäten entstünden. Die größte Grundschule ist derzeit noch die Hegermühlen-Grundschule, die zwei- bis dreizügig besetzt ist. Auch dort wird mit einem Neubau neben dem Schulhof der Hort auf eine Kapazität von 450 Kindern erweitert. Die zweizügige Vorstadt-Grundschule habe noch ausreichend freie Plätze für Schüler und Hortkinder.

Die beiden dreizügigen Oberschulen könnten bislang die Nachfrage decken, sagte Elke Stadeler. Sie erwähnte erneut, dass dort auch Schüler umliegender Gemeinden unterrichtet würden: "An dieser Stelle muss auch die Entwicklung in diesen Gemeinden und deren veränderte Infrastruktur gesehen werden", blickte sie über die Gemarkungsgrenze und mahnte: "Wachsende Einwohnerschaft fordert auch hier eine angepasste Infrastruktur."

Gregor Weiß fragte nach, ob die Stadtspitze mit dem genannten Zuwachs an Wohnraum eine Einwohnerzahl von mehr als 28 000 anvisiere. Elke Stadeler sagte dazu, sie strebe nicht eine solche Entwicklung wie die Nachbargemeinden an: "Wir wollen uns nicht verdoppeln."

Heute im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr

Die Bebauungsplanverfahren 58/17 "Johanneshof" und 60/17 "Am Wäldchen Süd" sind auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 8. Februar 2018 für zwei Jahre ausgesetzt worden. Die Stadtplanung informiert darüber, wie sich in der Zwischenzeit die Rahmenbedingungen, die zum  Moratorium führten, geändert haben: Durch den Neubau der Kita Zwergenland, der für 2020 geplanten Fertigstellung des Hortneubaus Am Wäldchen und der Schulsanierung dort bis 2021 würden ausreichend Betreuungs- und Schulplätze geschaffen. Auch würden sechs Bauvorhaben im Geschosswohnungsbau die seinerzeit geforderte Innenentwicklung sicherstellen.⇥js

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