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Beitritt beschlossen
Hoppegarten verschreibt sich dem Naturschutz

Junge Vorreiter für den Naturschutz: Schüler der Lenné-Oberschule haben ein Schild am Schutzgebiet im Erpetal aufgestellt.
Junge Vorreiter für den Naturschutz: Schüler der Lenné-Oberschule haben ein Schild am Schutzgebiet im Erpetal aufgestellt. © Foto: Jochen Müller
Dirk Schaal / 13.02.2020, 05:00 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Mit dem Beschluss beauftragte die Gemeindevertretung Bürgermeister Sven Siebert, ein Konzept zur Aufwertung von öffentlichen Flächen sowie einer begleitenden Öffentlichkeitsarbeit einschließlich Bürgerbeteiligung zu erarbeiten.

In das Konzept ist im Rahmen der Bürgerbeteiligung auch die Möglichkeit der Vergabe von Pflegepatenschaften öffentlicher Grünflächen (Straßenbegleitgrün) an die Einwohner aufzunehmen, heißt es im Beschlusstext. In der aktuellen Ausschreibung der Straßenreinigung ist bereits die Möglichkeit der Reduzierung der Pflegeflächen des Straßenbegleitgrüns aufgenommen, so dass dort eine Übergabe von Pflegepatenschaften möglich wäre. Das sieht auch Ralf Kunze, zuständiger Verwaltungsmitarbeiter für öffentliches Grün, als eine wichtige Aufgabe an. "So kann man Bürger mit einbeziehen und gleichzeitig auch für den Schutz der Natur sensibilisieren."

Beim Nabu hat man sich schon im Vorfeld der Entscheidung Gedanken gemacht, was alles in das Konzept eingearbeitet werden sollte. "Der jährliche Mähzyklus von derzeit sechs sollte auf zwei Einsätze verringert werden", erklärte Doris Storch von der Ortsgruppe Hoppegarten. Vorzugsweise sollte man das Straßengrün ab Ende April bis zum Spätsommer sich selbst überlassen, will man der Natur Gutes tun, fügte sie hinzu. Ganz gewiss ist man sich aber, dass dies nicht nur freudige Aktionen der Hoppegartener nach sich ziehen wird. "Bereits jetzt gab es schon viele Beschwerden, wenn der Rasen über das normale Maß hinaus gewachsen ist. Das kann in den Sommermonaten mit vielen Niederschlägen schon recht schnell erfolgen. Darauf müssen wir eingerichtet sein", sagte Doris Storch. Vorstellen kann sie sich, dass man, Nabu und Gemeindeverwaltung, mit Informationen an die Bürger in die Offensive geht. In welcher Form das geschehen soll, darüber will sich die Ortsgruppe in der nächsten Sitzung beschäftigen.

Geplant sind vom Nabu auch Musterflächen im Gemeindegebiet, die, mit Wildblumen und Kräutern bepflanzt, ihr ganz unberührtes Dasein fristen sollen. Eine Fläche mit bunter Wiese könnte das derzeit mit Gras bewachsene Dreieck vor dem Dahlwitzer Friedhof sein. Vorstellbar wäre es auch an anderen Orten, aber da bräuchte es noch die Absprache mit der Gemeindeverwaltung. Da ist sich die Nabu-Ortsgruppe völlig eins mit dem Beschluss, der besagt:  Gerade die Gestaltung des Straßenbegleitgrüns kann dabei ein interessantes Thema sein, z. B. durch das Anlegen von Blühstreifen (erfolgt stellenweise), Wildblumenwiesen (Abschnitte), und würde zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen und gleichzeitig zu einer Reduzierung der Unterhaltungskosten, z. B. bei Pflegepatenschaften, beitragen.

Ein weiterer Schwerpunkt sollte aus Sicht des Nabu auch der Hönower Grünzug werden. Dort könnten ebenfalls Flächen angelegt werden, die besonders wertvoll für die Artenvielfalt werden könnten. Im Erpetal werden bereits, vom Nabu angeregt, notwendige Mähungen ganz natürlich durch Schafe vorgenommen.

Ob man sich den ganzen Aufwand, der damit zusammenhängt, sparen und weiter wie bisher machen könnte, wenn jeder ein Insektenhotel in den Garten stellen würde, verneinte Doris Storch. "Das reicht bei Weitem nicht, ist auch nicht wirklich artgerecht." Deshalb habe man sich auch ganz bewusst für die Aktion "Kommunen für biologische Vielfalt" entschieden und nicht wie die Nachbargemeinde Neuenhagen, die summt. "Unser Programm geht da viel weiter, beachtet die Vielfalt der Arten noch stärker", begründete Doris Storch.

Den Beschluss begrüßt auch Gemeindemitarbeiter Ralf Kunze, der selbst Hobbyimker ist. Die Hoppegartener Mitgliedschaft im Verein sieht er in erster Linie nicht als Verpflichtung, etwas tun zu müssen, sondern genau das tun zu können, was Hoppegarten braucht, um die Artenvielfalt stärken zu können. "Der Verein bietet viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit der Kommunen. So kann man von deren Erfahrungen profitieren, wie auch wir unsere Ergebnisse einbringen können", sagt Kunze.

Mähstopp nicht machbar

Einem generellen Mähstopp im öffentlichen Begleitgrün gibt er aber eine klare Absage. "An vielen Stellen sind Wassersammel- und Versickerungsgruben. Die würden spätestens nach zwei Jahren ihre Funktion nicht mehr erfüllen können, weil sie durch organisches Material verstopft sind."

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