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Stadtsanierung
Politik befürwortet ein Kino am Strausberger Markt

Könnte mit einem zweiten Geschoss überdacht werden: Der Parkplatz Wriezener Tor gegenüber dem Kulturpark in der Wriezener Straße in Strausberg könnte seine 100 Stellplätze verdoppeln. Städtebaulich sieht Stadtsanierer Uwe Schieferdecker kein Problem.
Könnte mit einem zweiten Geschoss überdacht werden: Der Parkplatz Wriezener Tor gegenüber dem Kulturpark in der Wriezener Straße in Strausberg könnte seine 100 Stellplätze verdoppeln. Städtebaulich sieht Stadtsanierer Uwe Schieferdecker kein Problem. © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 17.02.2020, 20:55 Uhr - Aktualisiert 18.02.2020, 07:59
Strausberg (MOZ) Verträgt der Strausberger Markt ein Kino mit gastronomischer Ausstattung oder stört das die Ruhe der Altstadtbewohner zu sehr? Diese Grundsatzfrage steht hinter einem Beschluss, den die Fraktion Zusammen für Strausberg am Donnerstag vergangener Woche in der Stadtverordnetenversammlung erfolgreich zur Abstimmung stellte. Der Betreff ließ das nicht erkennen: "Teilsperrvermerk für das Produkt 511.01.03 – Maßnahme EM054 – Aktive Stadtzentren".

300 000 Euro eingefroren

Im Beschlusstext heißt es: "Die Stadtverordnetenversammlung beschließt für das Haushaltsjahr 2020 bezüglich des Grundstückes Markt 13 (Altes Kino) beim Produkt 511.01.03 Stadterneuerung ... für die geplanten Auszahlungen in Höhe von 300 000 Euro einen Sperrvermerk." Fraktionsvorsitzender Jens Knoblich begründet den Hemmschuh mit ungeklärten Fragen zum Immissionsschutz und den Stellplätzen eines Kinos. Wenn diese gelöst seien, könnten die Mittel freigegeben werden.

Stadtsanierer Uwe Schieferdecker, von der Linken-Stadtverordneten Ute Wunglück extra darauf angesprochen, hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Umsetzung des Sanierungsvorhabens Markt 13. Die Knackpunkte Immissionsschutz und Stellplätze sieht er nicht als unlösbar an. Grundsätzlich betont Schieferdecker: "Richtschnur für unser Wirken als Sanierungsträger ist die Belebung der Großen Straße und des Marktes. Da ist das Kino ein wichtiger Baustein und im Förderprogramm Aktive Stadtzentren ein Schlüsselvorhaben." Vom Kino selbst steht außer einem Teil der Außenmauern kein Stein mehr auf dem anderen. Der Denkmalschutz erfordert, dass es in der ursprünglichen Gestalt wieder errichtet wird. Der moderne Kinosaal würde dann in diesen Baukörper hineingebaut und verursachte an sich gar keine Immissionen für die Umgebung, erläuterte Schieferdecker. Natürlich würden Menschen, die das Kino und seine Gastronomie verlassen, sich auf dem Weg über das Erlebte unterhalten. Inwieweit das eine unzumutbare Lärmbelastung sei, soll ein Immissionsschutzgutachter beurteilen, mit dem bereits Gespräche laufen.

Der Hauptdruck von Kinobesuchern auf die Stellplätze in der unmittelbaren Umgebung wie dem Parkplatz Wriezener Tor und dem an der Müncheberger Straße entstünde laut Schieferdecker dann, wenn die Verwaltungen in der Altstadt und Geschäfte nicht mehr arbeiten. Er sehe auch die Möglichkeit, die Zahl der Stellplätze am Wriezener Tor durch eine Aufstockung in Palettenbauweise zu verdoppeln. Das sei städtebaulich durch die tiefe Lage des Platzes unproblematisch. Er könne sich perspektivisch auch ein Parkhaus an der Müncheberger Straße vorstellen.

Synergieeffekte mit Buckow

Am Interessenbekundungsverfahren für die Betreibung des Kinos haben sich drei Bewerber beteiligt, darunter die Gebrüder Grund, die erfolgreich die Buckower Parklichtspiele leiten. "Mit kluger Programmgestaltung und Synergieeffekten ließen sich beide Kinos in einer Hand am besten am Laufen halten", ist sich Uwe Schieferdecker sicher. Für die Imagebildung und die Belebung der Altstadt sei das Kino am besten geeignet. Und auch bei alternativen Nutzungen als Vereinshaus mit kulturellem Betrieb oder Geschäft seien Immissionsschutz und Stellplatzfrage zu lösen. Die würden dann zusätzlich laufende Kosten verursachen, ein Kino nicht.

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