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Judo
Auch die Hoppegartener Judoka wissen nicht, wie es weitergeht

Viel Optimismus: das Judo-Team des SC Dynamo Hoppegarten
Viel Optimismus: das Judo-Team des SC Dynamo Hoppegarten © Foto: Edgar Nemschok
Edgar Nemschok / 19.03.2020, 06:30 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Vor einer schwierigen Situation stehen, wie viele andere Sportler, derzeit auch die Judoka des SC Dynamo Hoppegarten. Sie gehören zu einem Sechserfeld in der 2. Bundesliga. Diese ist in vier Gruppen – Nordost, Nordwest, Südost und Südwest – geteilt. Gemeinsam mit dem JV Ludwigsfelde, dem MTV Vorsfelde-Wolfsburg, der Kampfgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern, dem Hamburger Judoteam und dem JC 90 Frankfurt kämpfen die Dynamo-Männer in der Nordost-Staffel um den Titel und die Möglichkeit, in die 1. Bundesliga aufsteigen zu können.

"Die erste Liga ist aber weit weg und für unseren kleinen Verein kaum zu stemmen", sagt Thomas Rossius, Trainer der Randberliner. "Das hängt in erster Linie an den immensen Kosten, die da auf uns zukommen würden. Auch wenn das ein wenig enttäuschend klingen mag: Die erste Bundesliga kann für uns nur ein ganz fernes Ziel sein."

Rossius und seine Männer nehmen das Training und die Vorbereitung dennoch sehr ernst. Wer einmal eine Übungseinheit miterlebt hat, wird schnell feststellen, dass es richtig zu Sache geht und Judo eine der intensivsten Sportarten überhaupt ist. "Wir versuchen, so oft wie es  geht die gesamte Mannschaft für einen kompletten Trainingstag zusammenzubekommen", betont Rossius, der dafür im Vorfeld mit seinen Kämpfern die Termine abspricht. Einige müssen dafür eine längere Anreise in Kauf nehmen, die meisten Judoka kommen allerdings aus Berlin. "Es gibt im Rahmen der 2. Bundesliga nur vier Wettkampf-Tage – da müssen wir auf den Punkt top vorbereitet sein."

Wiedersehen unter Freunden

Die Saison hätte mit einem echten Kracher beginnen sollen, denn für den 28. März war das Derby beim JC 90 in Frankfurt angesetzt. "Der Aufsteiger gehört ganz klar zu den Favoriten der Liga. Das ist das eine. Und dann freue ich mich, wenn wir in Frankfurt kämpfen werden, auf ein sportliches Wiedersehen mit ehemaligen Wettstreitern", erzählt der 51-jährige Rossius, der noch immer mit Trainer Uwe Frenz befreundet ist. "Wir kennen uns aus unserer aktiven Zeit, als ich beim SC Berlin gekämpft habe und Uwe in Frankfurt. Übrigens auch in der gleichen Gewichtsklasse, damals bis 81 Kilogramm. Er hat einen Kampf gewonnen und ich einen", erinnert sich Rossius gern an jene Jahre. "Ich freue mich für Uwe, dass er nun wieder als Trainer arbeiten kann." Neben den Männern von der Oder sieht der Hoppegartener erneut den JV Ludwigsfelde als Mitfavoriten.

Über den Vater zum Judo

Einer, der eine Menge Erfahrung mitbringt, ist Pierre Borkowski, der Kapitän des SC Dynamo. Er hat schon in der 1. Bundesliga gekämpft und weiß, was dort auf die Mannschaft zukommen würde. "Ich habe mit sechs angefangen, Sport zu treiben", erinnert sich der 29-jährige Modellathlet. Bei einer Größe von 1,88 Meter bringt er zurzeit 100 Kilogramm Körpergewicht auf die Waage. Borkowski kam durch seinen Vater Frank zum Judo. Dieser kämpfte einst im Bundesliga-Team des SC Berlin und war Mitglied jener Mannschaft, die 1992 den Europacup gewann. Und auch Pierre landete beim SC.

Fragt man den angehenden Lehrer nach seinem größten sportlichen Erfolg, muss Borkowski nicht lange überlegen: "Das war im Jahr 2008 bei einem internationalen Turnier in Lyon. Ich war eigentlich nur als Ersatzmann aufgeboten, aber nach zwei Siegen gegen hoch eingeschätzte Russen konnte ich das Turnier gewinnen." Im gleichen Jahr nahm er an den Weltmeisterschaften der U 20 in Bangkok teil. Er wurde zweimal Dritter bei deutschen Einzelmeisterschaften und Fünfter der U-20-EM 2009 in Jerewan. Auf seine Erfolgsliste steht zudem ein siebter Platz bei der Europameisterschaft der U 23 vor fünf Jahren in Sofia. Obwohl er als großes Talent des Deutschen Judosports galt, stand auch bei Pierre Borkowski irgendwann die Frage: Beruf oder Sport?

Für die neue Saison – wann auch immer sie beginnen wird – hat sich der Kapitän mit dem SC Dynamo eines vorgenommen: "Wir wollen jeden Kampf gewinnen. Am Ende ist es dann egal, wo wir in der Tabelle stehen."

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