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Bauarbeiten
Fragezeichen um Heinitz-Gymnasium Rüdersdorf

Rüdersdorfer Großbaustelle: Es geht sichtbar voran beim Erweiterungsbau des Heinitz-Gymnasiums, allerdings durch Corona derzeit nicht in jedem Detail immer plangemäß.
Rüdersdorfer Großbaustelle: Es geht sichtbar voran beim Erweiterungsbau des Heinitz-Gymnasiums, allerdings durch Corona derzeit nicht in jedem Detail immer plangemäß. © Foto: Gerd Markert/MOZ
Thomas Berger / 24.03.2020, 18:39 Uhr
Rüdersdorf Scheinbar im Viertelstundentakt rollen die Mischerfahrzeuge mit dem frischen Beton an und fahren zur "Andockstelle" ein Stück vor dem Rohbau.

Über eine Schlauchleitung wird der Inhalt nach oben geleitet, wo die Arbeiter mit Zwischendecke und Wänden des zweiten Obergeschosses beschäftigt sind. Für einen Außenstehenden mag dies auf der Baustelle für den Erweiterungsbau des Rüdersdorfer Heinitz-Gymnasiums nach kaum eingeschränkter Normalität aussehen.

Beim Blick hinter die Kulissen stellt sich die Lage sehr viel differenzierter dar. Emrah Ari, der Bauleiter bei der federführenden Firma Berger Bau, weiß in der zugespitzten Corona-Krise derzeit frühmorgens noch nicht, wie sich der Tag gestaltet, mit welchen Kräften und Material er operieren kann. "Erst ruft mich der Polier an, dass die Polen mal wieder nicht gekommen sind. Dann folgt der Anruf eines Nachunternehmers, dass er heute keine Leute für uns hat", schildert er die täglichen Unwägbarkeiten.

Polen sind mal da, mal nicht

Für Arbeitspendler und Gütertransporte ist die Grenze zwar grundsätzlich weiterhin geöffnet. Die konkreten Zustände, die schon mehrfach für Schlagzeilen sorgten, machen es aber gerade hinsichtlich jener Teile des Baustellen-Personals, die aus dem östlichen Nachbarland kommen, schwierig. Anfangs blieben die polnischen Kollegen nach der Verschärfung der Maßnahmen einige Tage aus, dann kamen sie wieder. Die Präsenz ist aber nicht gesichert, wie die weitere Erfahrung mit teils erneutem Ausbleiben zeigt.

Ähnlich sieht es bei Lieferungen aus. Für nächste Woche Dienstag seien beispielsweise die Fertigteiltreppen angekündigt, berichtet Emrah Ari. "Da auch die aus Polen kommen, weiß ich aber derzeit nicht, wie sicher das ist." Nachdem die wöchentliche Bauberatung jetzt ebenfalls coronabedingt ein oder zwei Mal ausfallen musste, versuche er momentan, ob es diesen Mittwoch klappt. Schließlich hätten sich Planer und andere, die zu der Runde gehören würden, prinzipiell ins Homeoffice verabschiedet. An einem der Baucontainer sind vorbildhaft Hinweiszettel der zuständigen Verbände und Institutionen zu Schutzmaßnahmen und Verhalten im Corona-Verdachtsfall aufgehängt.

Beim Besuch von Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am 6. März hatte sich Schulleiterin Gabriele Schölzel im Begrüßungsgespräch, wo der Erweiterungsbau eine Rolle spielte, noch optimistisch gezeigt. "Bisher liegen wir ganz im Zeitplan", konnte sie der Ministerin, die sich interessiert das in Schölzels Büro stehende Modell des zusätzlichen Gebäudes anschaute, da noch berichten. Inzwischen, so der Bauleiter auf diesbezügliche Nachfrage, liege man durch die Corona-Folgen schätzungsweise eine Woche zurück. Das ist für eine Baustelle dieser Größenordnung sicher noch nichts Ungewöhnliches. "Keiner weiß allerdings, wie sich alles weiter entwickelt", räumt Emrah Ari ein.

Klar ist, dass man im Heinitz-Gymnasiums geradezu händeringend auf die fristgemäße Inbetriebnahme der Erweiterung hofft, da die Schule in den bestehenden Räumlichkeiten sozusagen aus allen Nähten platzt. Dass keinerlei Reserven mehr bestehen, davon hatte sich die Ministerin selbst bei dem kurzen Rundgang sehr anschaulich ein Bild machen können. Sei es mit Schülern, die in einer Freistunde in den Korridoren ausharren mussten, oder der Schilderung, dass Gabriele Schölzel zwischendurch sogar mal einen Teil ihrer Bürofläche für Unterrichtszwecke abtreten musste, gleichermaßen im Speiseraum.

Mit dem Neubau würde sich die schon länger anhaltende Beengtheit endlich auflösen – so wie schon die Freude vor einigen Monaten bei der Einweihung der neuen, deutlich größeren Turnhalle Anfang November riesig war. Diese, hatten die Mitglieder der Schulleitung Britta Ernst beim kurzen Blick ins Innere erklärt, geht in ihren Abmaßen sogar über eine normale Zweifelderhalle hinaus. "Auf die hatten wir ja 30 Jahre warten müssen", merkt Gabriele Schölzel an.

Investitionen in den Bildungscampus

Der Kern des NeubaugebietesBrückenstraße mit den beiden Schulen sowie Kita und Hort Rappelkiste nebenan verändert sein Gesicht. Bereits im August 2018 hatte die Grund- und Oberschule ihren Erweiterungsbau mit den Fachkabinetten und der über zwei Etage reichenden riesigen Aula in Betrieb nehmen können. Nächster Schritt der Ergänzungen auf dem Bildungscampus war vorigen November die neue Turnhalle des Gymnasiums für vier, mit Ausstattung sogar rund fünf Millionen Euro. Weitere etwa 14 Millionen Euro steckt der Kreis als Schulträger in den nun derzeit laufenden Erweiterungsbau.⇥bg

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