Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Corona
In Märkisch Oderland gibt es fünf Testzentren für Corona

Jana Reimann-Grohs, Jens Sell / 24.03.2020, 19:15 Uhr - Aktualisiert 02.04.2020, 15:51
Strausberg (MOZ) Mit Stand vom Mittwoch sind in Märkisch-Oderland fünf Abstrichstellen am Netz. Dort finden die Tests auf Corona statt.

In den Rettungsstellen beider Häuser des Krankenhauses Märkisch-Oderland in Strausberg und Wriezen, eine an der Poliklinik neben dem Krankenhaus Rüdersdorf sowie eine im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Seelow in der Mühlenstraße und eins in einem Gebäude des Oberstufenzentrums in Strausberg.

Schutzanzug im Krankenhaus ist Pflicht

In diesem Stützpunkt nehmen nach einem Einsatzplan insgesamt 25 Haus- und Fachärzte aus der Region für zwei Stunden täglich Abstriche, so auch die Neuenhagener HNO-Ärztin Dr. Sonja Runge. Sie hat im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), in deren Regionalrat sie mitwirkt, mit den Kollegen Diplommedizinern bzw. Doktoren Anja Albrecht, Joachim Stiefel, Ulrich Zeisler und Verena-Maria Polster und in Zusammenarbeit mit Amtsarzt Dr. Steffen Hampel die Abstrichambulanz organisiert. Der Kreis stellt die Räume, der Katastrophenschutz die Schutzanzüge, Brillen und Masken zur Verfügung.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Coronablog.

This browser does not support the video element.

Video

Corona- Abstrichzentrum

Videothek öffnen

"Wir sind froh, dass wir uns mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf dieses Verfahren einigen konnten", sagt Amtsarzt Dr. Hampel, denn es geht auch um die Vergütung dieses Engagements. Sonja Runge hat ihren Praxisbetrieb in Neuenhagen auf eine Notvariante heruntergefahren. Alle planbaren Operationen sind ausgesetzt. Auf die reihenweise Abstrichentnahme wären die niedergelassen Ärzte in ihren Praxen nicht eingestellt, schon allein deshalb, weil sie normalerweise mit Kittel, Mundschutz und Handschuhen arbeiten und nicht im Schutzanzug, der für Abstriche verpflichtend ist. "HNO-Ärzte gehören zur Hochrisikogruppe", sagt sie, "weil wir durch unsere Untersuchungsmethoden ganz dicht am Patienten dran sind."

Gesundheitsamt MOL verdoppelt Personal

Steffen Hampel bittet auch um Verständnis für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, deren Zahl schon verdoppelt wurde. Eine Rehfelder Familie hatte sich an die Zeitung gewandt, weil sie sich tagelang vergeblich um einen Test für ihre 20-jährige Tochter mit Grippesymptomen bemüht hatte. Erst nach Dutzenden Versuchen seien sie beim Gesundheitsamt durchgekommen. Letztlich hatte der Hausarzt des Vaters eine Virusinfektion festgestellt und die Behandlung eingeleitet. "Die Pandemie hat uns alle überrollt", erklärt Steffen Hampel die Anlaufschwierigkeiten. Seine Leute arbeiten am Limit und mit sehr großem Einsatz, betont er.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Coronablog.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG