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Corona
Fünf Corona-Abstrichzentren in MOL am Netz

Jana Reimann-Grohs, Jens Sell / 24.03.2020, 19:15 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 14:43
Strausberg (MOZ) Mit Stand vom Mittwoch sind in Märkisch-Oderland fünf Abstrichstellen am Netz:

In den Rettungsstellen beider Häuser des Krankenhauses Märkisch-Oderland in Strausberg und Wriezen, eine an der Poliklinik neben dem Krankenhaus Rüdersdorf sowie eine im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Seelow in der Mühlenstraße und eins in einem Gebäude des Oberstufenzentrums in Strausberg.

Schutzanzug ist Pflicht

In diesem Stützpunkt nehmen nach einem Einsatzplan insgesamt 25 Haus- und Fachärzte aus der Region für zwei Stunden täglich Abstriche, so auch die Neuenhagener HNO-Ärztin Dr. Sonja Runge. Sie hat im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), in deren Regionalrat sie mitwirkt, mit den Kollegen Diplommedizinern bzw. Doktoren Anja Albrecht, Joachim Stiefel, Ulrich Zeisler und Verena-Maria Polster und in Zusammenarbeit mit Amtsarzt Dr. Steffen Hampel die Abstrichambulanz organisiert. Der Kreis stellt die Räume, der Katastrophenschutz die Schutzanzüge, Brillen und Masken zur Verfügung.

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"Wir sind froh, dass wir uns mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf dieses Verfahren einigen konnten", sagt Amtsarzt Dr. Hampel, denn es geht auch um die Vergütung dieses Engagements. Sonja Runge hat ihren Praxisbetrieb in Neuenhagen auf eine Notvariante heruntergefahren. Alle planbaren Operationen sind ausgesetzt. Auf die reihenweise Abstrichentnahme wären die niedergelassen Ärzte in ihren Praxen nicht eingestellt, schon allein deshalb, weil sie normalerweise mit Kittel, Mundschutz und Handschuhen arbeiten und nicht im Schutzanzug, der für Abstriche verpflichtend ist. "HNO-Ärzte gehören zur Hochrisikogruppe", sagt sie, "weil wir durch unsere Untersuchungsmethoden ganz dicht am Patienten dran sind."

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Der Aufbau der Abstrichstellen ist nur die eine Seite des Ausbaus der Infrastruktur, die andere ist die materielle Ausstattung. 15 bis 20 Abstrichröhrchen bekommt die Ambulanz pro Tag zur Verfügung gestellt. Dr. Hampel weist auf die begrenzten Kapazitäten hin: "Es geht da nicht nur um die Probenentnahme, sondern auch die Testmaterialien, mit denen die Labore nicht im Überfluss ausgestattet sind." Deshalb ist es von größter Bedeutung, dass nicht jeder, der für sich selbst einen Corona-Verdacht hat, selbstständig zu einem der Abstrichzent­ren fährt. "Ausschließlich nach Voranmeldung durch den Haus- oder einen Facharzt, der der Abstrichstelle ein entsprechendes Fax und dem Patienten den Arztbrief nach Hause schickt, soll man sich dorthin begeben", betont der Amtsarzt.

Personal im Amt verdoppelt

Steffen Hampel bittet auch um Verständnis für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, deren Zahl schon verdoppelt wurde. Eine Rehfelder Familie hatte sich an die Zeitung gewandt, weil sie sich tagelang vergeblich um einen Test für ihre 20-jährige Tochter mit Grippesymptomen bemüht hatte. Erst nach Dutzenden Versuchen seien sie beim Gesundheitsamt durchgekommen. Letztlich hatte der Hausarzt des Vaters eine Virusinfektion festgestellt und die Behandlung eingeleitet. "Die Pandemie hat uns alle überrollt", erklärt Steffen Hampel die Anlaufschwierigkeiten. Seine Leute arbeiten am Limit und mit sehr großem Einsatz, betont er.

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