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Corona
Busunternehmen in MOL fehlen die Mitfahrer

Uwe Spranger / 25.03.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 14:42
Strausberg (MOZ) Noch rollt in Märkisch-Oderland der Busverkehr, als wäre nichts gewesen. Während beispielsweise die Nachbarkreise Oder-Spree und Barnim schon auf den Ferienfahrplan umgestellt haben, gilt in der hiesigen Region noch der für Schulzeiten.

"Wir wollten den Nahverkehr als Rückgrat insbesondere für die Leute belassen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten. Und auch von Grundschülern, die in der Notbetreuung sind, nutzen manche den Bus", erklärt Jörg Schleinitz aus dem Wirtschaftsamt der Kreisverwaltung, dort für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig. "Aber wenn niemand mehr drin sitzt, müssen wir schon überlegen, ob das wirtschaftlich noch vertretbar ist." Nachfrage sei nur noch "in geringem Maß" da, ist ihm bewusst.

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Viele noch Barzahler

"Es ist bitter und durchaus nicht trivial", kommentiert Daniel Kunath, Geschäftsführer der Märkisch-Oderland Bus GmbH (mobus), die Entwicklung. Viele Fahrgäste fehlten, weil sämtliche Dienstreisen abgesagt seien, Homeoffice verordnet wurde und Eltern zur Kinderbetreuung zu Hause bleiben müssen. Durch die rapide gesunkene Nutzung sei eine wesentliche Finanzierungssäule weggebrochen, erklärt er. Schleinitz beziffert den Anteil des Fahrgelds an den Einnahmen auf rund 50 Prozent. Zwar habe eine große Zahl von Passagieren Monatskarten, aber mit etwa einem Drittel sei zudem der Anteil der Barzahler auch im Berlinnahen Raum noch "erstaunlich hoch", berichtet Schleinitz. Viele von ihnen steigen jetzt nicht mehr ein, und durch die Abschottung des Fahrerbereichs zum  Schutz vor Corona ist ja der Ticketkauf im Bus im Regelfall nicht mehr möglich. Fahrscheinpflicht bestehe aber weiterhin.

Kunath nennt als Ausweichmöglichkeit für Ältere, die beispielsweise nicht das Handy-Ticket nutzen können, die Automaten an den Bahnstrecken. Denn auch in den Bussen gilt ja VBB-Tarif. Eine Lösung für alle habe er derzeit auch nicht parat. "Deshalb gibt es ja im Normalfall den Verkauf beim Fahrer."

Der ist aber seit dem Inkraftsetzen von Notfallplänen zur Reduzierung der Kontakte eingestellt. Überdies seien Desinfektionsmittel an die Fahrer verteilt worden und Handschuhe, sofern gewollt, erzählt er. Die Reinigung erfolge auch unabhängig von der derzeitigen Gefahrenlage. Permanent zwischendurch zu desinfizieren sei aber nicht machbar, schätzt er ein.

Kunath hofft, dass in Kürze auch Märkisch-Oderland zum Ferienfahrplan  wechselt. "Uns hilft jeder Tag", verdeutlicht er. Auch Schleinitz ist bewusst, dass das Defizit mit jedem Tag wächst. Kurz vor Ostern wäre sowieso umgestellt worden, vielleicht könne man ja dies etwas nach vorn ziehen, blickt er nach vorn. Denn "im Normalfall hätten wir bei der Resonanz schon eingestellt", gibt er zu. Allerdings müssten gerade Träger von Kindereinrichtungen im Vorfeld informiert werden. Bei den nächsten Runden von Landrat und Bürgermeistern werde dies sicher auch thematisiert, glaubt er.

Im Gegensatz zu den Mobus-Linien sind die Busse des S-Bahn-Ersatzverkehrs zwischen Hoppegarten und Mahlsdorf noch gut gefüllt.  Bis 1. April sind auf diesem Abschnitt Busse statt Bahnen unterwegs, in den Nächten vom 25. zum 26. sowie 26. zum 27. März dann sogar bis Fredersdorf. Und vom 1. bis 20. April wird die S-Bahn-Strecke von Strausberg bis Mahlsdorf gesperrt. Dafür werden mehrere Bus-Varianten avisiert sowie Verstärkerzüge auf der RB 26.

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Eduard Weber 26.03.2020 - 21:19:39

Es fehlen den Busunternehmen die Mitfahrer

Wenn den Unternehmen heute die Mitfahrer fehlen so sind diese fehlenden Fahrgäste doch wohl zum großen Teil selbst verschuldet. Ein immer geringeres Fahrangebot in normalen Zeiten hat doch zwangsläufig dazu geführt , dass sich die Menschen in den kleinen Gemeinden abgehängt fühlen mussten und sich daher ein eigenes Fahrzeug erworben haben . Dieses Fahrzeug ist nun durch die Preisgestaltung und Fahrangebote der Busunternehmen aber immer noch der preisgünstigere und zeitlich angepasste Weg sich fort zu bewegen. Auch sollten diese Unternehmen mal überlegen ob es immer ein Doppelgelenkbus sein muss der zwischen den kleinen Gemeinden eingesetzt wird. In anderen angrenzenden Staaten hat man diese Probleme für Unternehmen wie auch für Fahrgäste mit kleineren Beförderungseinheiten und einer schnelleren Fahrfolge längst gelöst.

Eduard Weber 26.03.2020 - 21:15:18

Es fehlen den Busunternehmen die Mitfahrer

Wenn den Unternehmen heute die Mitfahrer fehlen so sind diese fehlenden Fahrgäste doch wohl zum großen Teil selbst verschuldet. Ein immer geringeres Fahrangebot in normalen Zeiten hat doch zwangsläufig dazu geführt , dass sich die Menschen in den kleinen Gemeinden abgehängt fühlen mussten und sich daher ein eigenes Fahrzeug erworben haben . Dieses Fahrzeug ist nun durch die Preisgestaltung und Fahrangebote der Busunternehmen nun aber immer noch der preisgünstigere und zeitlich angepasste Weg sich fort zu bewegen. Auch sollten diese Unternehmen mal überlegen ob es immer ein Doppelgelenkbus sein muss der zwischen den kleinen Gemeinden eingesetzt wird. In anderen angrenzenden Staaten hat man diese Probleme für Unternehmen wie auch für Fahrgäste mit kleineren Beförderungseinheiten längst gelöst .

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