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Tourismus
Bahn pausiert im Museumspark Rüdersdorf

Fahrten vorerst nur in Herzfelde: Zug der Ziegeleibahnfreunde im "Pflaumenbaum-Tunnel" am Stammsitz des Vereins
Fahrten vorerst nur in Herzfelde: Zug der Ziegeleibahnfreunde im "Pflaumenbaum-Tunnel" am Stammsitz des Vereins © Foto: Frank Engel
Uwe Spranger / 26.03.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 12:24
Rüdersdorf (MOZ) Vor wenigen Tagen konnte Rüdersdorfs Bürgermeisterin Sabine Löser verkünden, dass das Kulturhaus in das Bund-Länder-Programm "National wertvolle Kulturdenkmäler" aufgenommen wurde.

Leider sprudeln die damit verbundenen Fördermittel nicht so schnell, dass die gegenwärtige Zwangspause für Kulturhaus und Museumspark gleich für Baumaßnahmen genutzt werden könnte. Immerhin sind nach Angaben aus dem Rathaus rund acht Millionen Euro aus dem genannten Programm und dem Programm Soziale Stadt für brandschutztechnische und energetische Arbeiten am Gebäude zu erwarten. Allerdings verteilt über einen Zeitraum von sechs Jahren und mit Start voraussichtlich erst 2021. Auf jeden Fall versichert der neue Geschäftsführer der Museums- und Kultur GmbH Frank Schaal schon einmal, dass das Mitte der 1950er-Jahre entstandene Haus nicht für die Bauzeit komplett geschlossen, sondern stufenweise saniert werde. In enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz, betont er. "Wir haben ja hier ein sehr sensibles Schätzchen, und die Wertigkeit ist mit der Aufnahme in das genannte Programm noch einmal gestiegen."

Betriebserlaubnis zu klären

Momentan hat die GmbH jedoch erst einmal mit der verordneten Zwangspause zu kämpfen. Die stelle vor "extreme Probleme", da zum Teil viel Geld und Arbeitsleistung in die Vorbereitung von Veranstaltungen geflossen sei, die nun nicht stattfinden können. Schaal rechnet damit, dass das noch bis zum Hochsommer andauern könnte. Deshalb werde es in diesem Jahr kaum eine Möglichkeit geben, viel zu investieren. "Über alles, was nicht für die Sicherheit oder den Erhalt der Anlagen wichtig ist, machen wir uns derzeit keine Gedanken", so der 53-Jährige, der gerade nach Rüdersdorf umgezogen ist. In eine Wohnung mit Blick auf den Museumspark übrigens.

So wird es vorerst auch nicht an der Strecke der Feldbahn weitergehen. Mit dem Chef der Herzfelder Ziegeleibahnfreunde, die das Projekt betreuen, habe es nach Irritationen ein gutes Gespräch gegeben, berichtet Schaal. Bislang gebe es 240 Meter Strecke – von der Schachtofenbatterie bis fast zum Karpfenteich – und er würde die Bahn auch gern laufen lassen, da sie "ohne Zweifel" touristische Attraktivität besitze und zusätzlich Gäste anlocken könne. Allerdings habe er bislang noch keine Betriebserlaubnis gefunden. Als Geschäftsführer sei er für die Sicherheit verantwortlich, müsse dies klären. "Ich hoffe für uns beide, dass es sich klären lässt." Der Kauf weiterer Schienen oder Weichen sei aber erst einmal nicht möglich. "Da haben wir jetzt ganz andere Probleme."

Der GmbH-Chef rechnet damit, dass er von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bald einige in Kurzarbeit schicken muss. Momentan sei dies aber noch nicht so weit. Zum einen beginne ja gerade die Vegetationsperiode im Park, zum anderen könne jetzt Liegengebliebenes aufgearbeitet  werden.

Wenn die Krise vorbei sei, wolle er "definitiv" den Vertriebsbereich im Team "anders aufstellen" und das Marketing verstärken, kündigt er an. Denn gerade der Museumspark sei noch viel zu unbekannt. Er habe da einen ganzen Packen Ideen mitgebracht. Die seien aber durch Corona erst einmal "im Eisfach".

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.

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