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Petershagen-Nord
S-Bahnhofsvorplatz wird umgebaut

Uwe Spranger / 30.03.2020, 18:29 Uhr - Aktualisiert 31.03.2020, 11:27
Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Mit 12:9 Stimmen hat die Gemeindevertretung des Doppeldorfs bei ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, beim Land Zuwendungen für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes am S-Bahnhof Petershagen-Nord zu beantragen. Insbesondere die Umsteigebeziehungen zwischen Bahn und Bus, aber auch zwischen Buslinien sollen damit verbessert werden, heißt es.

An den derzeit vorhandenen Haltestellen in der Lessingstraße behinderten Linienbusse den fließenden Verkehr und Busse, die dort ihre Endstation haben, müssten auf einem Privatgelände wenden, das auch oft für Pausenzeiten genutzt werde, schreibt die Verwaltung in ihrer Begründung. Entstehen sollen auf dem Bahnhofsvorplatz zwei Bussteige und ein Warteplatz für den Rufbus. Die vorhandene P+R-Anlage soll umgestaltet werden. Es sollen weitere Parkplätze hinzukommen und zusätzliche Fahrradabstellanlagen geschaffen werden.

In der Diskussion verwies der Vorsitzende des Umwelt- und Verkehrsausschusses, Tobias Rohrberg (B 90/Grüne), auf das knappe 3:2-Ergebnis in seinem Gremium. Mit der Umgestaltung gebe das Doppeldorf für Ankommende keine schöne Visitenkarte ab. "Es ist das Gegenteil von Grün: mehr Beton", kritisierte er. Er bescheinigte zwar, dass Anregungen aus Ausschüssen von der Verwaltung eingearbeitet worden seien, befand aber, hier werde "das Pferd von hinten aufgezäumt". Erst baue man einen großen Busbahnhof für 18-Meter-Busse, dann betrachte man die Nachfrage und dann steigere man vielleicht das Angebot, argumentierte er. Mehr Umsteigebeziehungen gebe es statt zum Bus eher zu Pkw und Rad. Er empfahl deshalb schließlich seinen Kolleginnen und Kollegen, die Vorlage abzulehnen.

Bürgermeister Marco Rutter hielt dies zumindest für "teilweise nachvollziehbar". Aus seiner Sicht gehe die  geplante Investition allerdings nicht am Ziel vorbei, sondern löse akute Probleme. Was den Busverkehr angehe, setze er sich  dafür ein, eine Gesamtbetrachtung für den Mittelzent­rumsbereich anzustellen. Fachliche Beurteilungen für das Vorhaben erfolgten teilweise durch das Land, für die Verkehrssicherheitsfragen seien bereits Firmen angefragt, die eine entsprechende Betrachtung vornehmen. Rutter  hob hervor, dass der Landkreis und die Behindertenbeauftragte der Gemeinde das Vorhaben als zukunftsfähig eingestuft hätten. Deren Stellungnahmen waren beigefügt. Der Landkreis hat seinerseits Zuschüsse in Aussicht gestellt, wäre bereit, den Eigenanteil der Kommune mit 50 Prozent zu fördern. Andreas Lüders (PEBB) wies darauf hin, dass auf der anderen Seite der Lessingstraße noch ein großer Markt entstehen soll. Wenn die Busse weiterhin in der Straße halten würden,  werde es noch mehr Probleme geben, prognostizierte er. Zudem machte er klar, dass momentan sehr wohl mehr Parkplätze erforderlich seien. Wenn der ÖPNV irgendwann so gut sei, dass man die nicht mehr benötige, könne man sie ja rückbauen, sagte er. Auch Monika Hauser (PEBB) unterstützte die Vorlage. "Wir wollen den ÖPNV stärken. Dafür müssen wir vorbereitet sein", argumentierte sie. Und Fördermittel seien immer gut, fügte sie hinzu.

Thomas Kraatz (Linke)  gab zu, er habe zunächst auch Bedenken gehabt. Er erinnerte an lange Diskussionen vor dem Parkplatzbau und befand, man sollte den Bürgern "was anbieten". Auch er verwies auf die Möglichkeit eines Rückbaus, sollte sich etwas am Verkehrskonzept ändern.

SPD-Antrag abgewiesen

Dr. Kerstin Kowalzik (SPD-Fraktion) monierte, es seien nicht alle Varianten diskutiert worden, zum Beispiel ein Parkhaus auf der Südseite, was weniger Fläche in Anspruch nehmen würde. Aus ihrer Sicht werde mit dem Vorschlag großflächige Versiegelung "beschönigt". Sie warb für einen Änderungsantrag ihrer Fraktion, wonach die Bushaltestelle im Norden um eine Spur verringert und die südliche Buslinie über die verlängerte Triftstraße an den Bahnhof angeschlossen und eine Bushaltestelle auf dem südlichen Parkplatz erhalten sollte. Der Antrag erhielt allerdings nur fünf Ja-Stimmen, elfmal ein Nein und fünf Enthaltungen.

Die Gesamtvorlage wurde anschließend angenommen. Rutter machte deutlich, dass die jetzige Entwurfsplanung Grundlage für den Fördermittelantrag sei, noch folgende Hinweise aufgegriffen werden könnten. Die Bewilligung werde einige Zeit in Anspruch nehmen. Er stellte in Aussicht, dass Baumpflanzungen nach einer von Angela Schlutow erarbeiteten und mit dem Bundes-Nachhaltigkeitspreis geehrten Liste im Bebauungsplan geregelt werden sollen. Und was die Busgröße angeht, sagte er, statt eines großen Fahrzeugs könnten die Haltestellen auch für mehrere Kleine genutzt werden.

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Patrick Maziul 31.03.2020 - 23:15:56

Kein Parkplatz...

...ist ein guter Parkplatz. Ja P + R (Park and Ride) ist ein Konzept von Vorgestern. B + R (Bike and Ride) ist für die Zukunft. Insgesamt ist der Fahrrad Verkehr auf dem Vormarsch. Leider werden unnötig Fördergelder für PKW Stellplätze hinaus geworfen. Zulasten von Umwelt und Fläche. Warum kann vom Wohnort nicht mit Fahrrad oder Bus der Bahnhof erreicht werden !? Frage für einen Freund. Und auf den eingesparten PKW Stellplätzen finden Grünflächen, Bäume und Fahrräder ausreichend Platz. Anderswo (Berlin) haben Verwaltungen das Problem Auto schon erkannt.

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