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Pferdesport
Warten auf den Saisonbeginn

Edgar Nemschok / 07.04.2020, 05:30 Uhr
Münchehofe (MOZ) Für die elfjährige Emily Grubitz hätte es eine großartige Saison werden sollen. Sie gilt als ein ganz großes Talent im Pferdesport aber auch für sie scheint diese Serie schon zu Ende zu sein, bevor sie richtig begonnen hat.

Vor dem geplanten Start in die neue Turnierserie, bekam sie als eines der jüngsten Mitglieder des Vereins, noch eine Auszeichnung. Sie wurde zur "Reiterin des Jahres" des Ländlichen Reitvereins Münchehofe gewählt. Bei dieser Wahl, die schon zur guten Tradition im Verein geworden ist, gab es in diesem Jahr ein Novum: Nach der Auszählung der Stimmen aller Vereinsmitglieder konnten sogar zwei Reiter ausgezeichnet werden. So ging ein weiterer Titel an Julien Golle.

Wer seinen Sport richtig liebt und dazu auch noch Verantwortung für die Tiere übernommen hat, lässt sich auch in diesen schwierigen Zeiten davon nicht abbringen. So ist Emily Grubitz auch weiterhin mindestens viermal in der Woche beim Training und sowieso fast jeden Tag im Reitrevier zu finden. Gemeinsam mit ihrer Trainerin Kerstin Seiffart-Müller wird weiter am Umgang mit dem Pferd und an der Technik gefeilt. Denn, so ist auch ihre Hoffnung, irgendwann wird sie wieder an Turnieren teilnehmen. Und wenn es dann endlich wieder losgeht, ist sie zum Beispiel bei ihren Lieblingsturnieren in Hohenwalde und natürlich auf der heimischen Anlage zu sehen.

Keine Überraschung

Seit dem vierten Lebensjahr sitzt Emily im Sattel. Es war keine große Überraschung, dass sie diesen Sport ausüben wird. Ihr Vater ist nämlich Carsten Börner, der selbst erfolgreicher Reiter, Vorsitzender des Ländlichen Reitvereins Münchehofe und dazu noch im Reiterverband von Märkisch Oderland aktiv ist. "Allerdings möchte ich betonen, dass es kein Muss für unsere Tochter war. Es hat sich so ergeben, denn auch Mutter Yvonne Grubitz ist auf dem Hof des Ländlichen Reitvereins in Münchehofe zu Hause."

Börner erzählt, dass seine Emily zunächst auf einem Pony gesessen habe. "Es war ein sehr gutmütiges Tier und wir wussten als Eltern ganz genau, es kann sehr wenig passieren. Das Risiko war nicht ganz so groß." Emily Grubitz war sofort begeistert und heute sagen die Eltern: "Die Pferde sind praktisch mit ihrer Tochter mit gewachsen." Heute ist das Talent mit dem Pony My Golden Dream (16 Jahre alt) und Sir Dinar (zehn Jahre) auf den Turnieren unterwegs und dabei sehr erfolgreich.

Landesmeisterin im Vierkampf

So konnte sie im vergangenen Jahr den Landesmeistertitel im Vierkampf nach Münchehofe holen. Sie wurde Siegerin in der Nachwuchstour. Den Wettkampf auf der Anlage des heimischen Reitreviers in Münchehofe wird sie lange nicht vergessen, denn die Spannung hielt sowohl die Sportler als auch die zahlreichen Zuschauer bis zum Schluss der vier Disziplinen in Atem. Emily Grubitz lieferte sich nämlich mit der Neustädterin Valerie Lutz einen großartigen Zweikampf. Beide kennen sich gut und noch bei den Deutschen Meisterschaften im April 2019 platzierte sich Valerie Lutz als beste Brandenburgerin auf Platz neun. Emily rangierte sich einige Plätze dahinter ein. Im Ziel der Landesmeisterschaften hatte die Münchehoferin dann die Nase vorn. Nach dem abschließenden Springen durfte sich Emily Grubitz zur Landesmeisterin küren lassen und Valerie Lutz wurde Vizemeisterin. Die Bronzemedaille ging an Frieda Grieß aus Pritzwalk.

Und noch ein Erfolg steht auf der Liste der Schülerin, die derzeit die sechste Klasse besucht. Als wohl jüngste Reiterin hat sie sich unter den Top-Ten der besten Reiter Berlin-Brandenburgs in ihrer Altersklasse platziert. Sie wird an achter Stelle gewertet.

Obwohl noch viel Zeit bleibt, hat sie schon heute klare Wünsche, was sie einmal in ihrem Leben machen möchte: "Für mich gibt es aktuell nur zwei Möglichkeiten", sagt sie sehr selbstbewusst. "Entweder ich werde einmal Ärztin oder eben Berufsreiterin."

Vierkampf

Der Vierkampf ist eine Kombination aus Reitsport und Athletik.Genauer ist er wie der Name schon vermuten lässt, ein Wettkampf, der aus vier Teilen besteht: Schwimmen,Laufen, Dressur und Springen. Ein guterVierkämpfer muss also nicht ausschließlich ein guter Reiter sein, sondern auch ohne Pferd sportliche Höchstleistung erbringen.Auf Landes- und Bundesebene wird bezogen auf die reiterlichen Anforderungen zwischen Vierkampf auf A-Niveau und dem Nachwuchsvierkampf auf E-Niveau unterschieden. Bei beiden Varianten kommt jeweils der Geländelauf (3000 bzw. 2000 Meter) und das Schwimmen (50 Meter) hinzu. Ihre ersten Erfahrungen können die jüngsten Vierkämpfer in der Minitour sammeln. Die Bahnlänge im Wasser beträgt hier 25 Meter und es werden 800 Meter gelaufen.Mit einem Reiterwettbewerb und einem Springreiterwettbewerb ist die Minitour dann komplett.⇥red

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