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Kriminalität
Mehr Angriffe auf Polizisten in Märkisch-Oderland

Die Angriffe auf Polizisten haben im Landkreis Märkisch-Oderland zugenommen. (Symbolbild)
Die Angriffe auf Polizisten haben im Landkreis Märkisch-Oderland zugenommen. (Symbolbild) © Foto: dpa
Martin Stralau / 14.04.2020, 18:26 Uhr - Aktualisiert 14.04.2020, 20:21
Strausberg (MOZ) Die Polizeiinspektion Märkisch-Oderland registrierte in ihrem Zuständigkeitsbereich, der den gesamten Landkreis umfasst, 11.277 Straftaten im vergangenen Jahr.

Das geht aus der jetzt veröffentlichten Kriminalitätsstatistik für 2019 hervor. Demnach gab es 611 Fälle weniger als im Vorjahr und 3311 weniger als im Jahr 2013, in dem die meisten Straftaten des zurückliegenden Jahrzehnts erfasst worden waren. Die Aufklärungsquote erhöhte sich von 54,7 auf 55,1 Prozent. Von den insgesamt ermittelten 4534 Tatverdächtigen waren 940 jünger als 21 Jahre und 773 nichtdeutscher Herkunft.

Eigenschutz immer wichtiger

Rückgänge gab es in fast allen Deliktfeldern. Ausnahmen bilden die Rauschgiftkriminalität mit einem Anstieg von 484 auf 606 Fälle im Jahresvergleich, Körperverletzungen (von 983 auf 1069) sowie Angriffen auf die Staatsgewalt und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung, die laut Michael Snelinski um fast ein Viertel zunahmen. Das sei ganz schön erheblich und ein Trend, "der auch landes- und bundesweit zu beobachten ist", sagt der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion MOL. Im Dienstunterricht und in Schulungen werde seinen Kollegen daher auch immer wieder vermittelt, dass sie einen besonderen Fokus auf ihren Eigenschutz legen sollen. "Selbst Fälle, in denen es um Belanglosigkeiten geht, eskalieren heute viel schneller als früher", bilanziert der Erste Polizeihauptkommissar Erfahrungen, die auch Feuerwehrleute und Ordnungsamtsmitarbeiter immer wieder machen müssen.

Den größten Anteil am Gesamtaufkommen der Straftaten im Landkreis – die Polizei spricht vom "Treiber der Kriminalitätslage" – machen weiterhin Diebstahlsdelikte mit fast 30 Prozent aus. Allerdings ging auch ihre absolute Zahl um 837 auf 3374 Fälle zurück (siehe Grafik). Interessant ist ein Blick auf die Entwicklung in den Grenzgemeinden zu Polen, die diesen Trend unterstreicht. In den vergangenen vier Jahren sank der Anteil der Diebstähle an den dort verübten Straftaten kontinuierlich von 38,6 auf nun 25,3 Prozent. Von den 2019 verzeichneten 1408 Straftaten in diesen Kommunen waren 356 Diebstähle.

Exemplarisch für die insgesamt rückläufigen Zahlen stehen die Kraftfahrzeugdiebstähle (2019: 165; 2018: 194) und die Fälle gestohlener Fahrräder, von denen es 2019 140 weniger gab als im Jahr zuvor. Um Fahrräder besser zu schützen, empfiehlt die Polizei den Besitzern weiterhin die kostenlose Codierung. Interessenten müssten sich hier allerdings noch gedulden. Ebenso wie die Codierungen könnten Vorträge, Informationsveranstaltungen und weitere Angebote aus dem Präventionsprogramm der Polizei erst nach Aufhebung der Eindämmungsverordnungen wieder durchgeführt werden.

Leichtes Spiel für Diebe

Erfolge konnte die Polizei auch bei einem weiteren Schwerpunkt ihrer Arbeit verzeichnen – der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen. So stehen den 326 Fällen von 2018 nur mehr 290 im vergangenen Jahr gegenüber. Tagsüber stiegen die Zahlen aber von 74 auf 91 Einbrüche. Nachholbedarf sieht die Polizei beim Schutz vor  Einbrüchen in gewerblich genutzte Gebäude, Werkstatt- und Lagerräume. Obwohl die Fallzahl von 383 auf 337 sank, stellen die Beamten in diesem Bereich "immer noch Leichtfertig- und Sorglosigkeit fest". Nicht eingezäunte Betriebsgelände und unverschlossene Dienst- und Lagerräume machten es den Dieben leicht. Die Polizei bittet daher darum, ihre vielen Angebote zu nutzen, die helfen, Häuser, Wohnungen und Firmen besser abzusichern. Technische Beratungen für Sicherheitssysteme, die sich an Geschäfts- und Privatleute richten, finden trotz der Corona-Pandemie weiterhin statt.

Kontakt technische Beratung bei der Polizei MOL, Tel. 03341 3301085

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