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Honig
Bienen der Imkerei Strausberg bevorzugen ungefüllte Blüten

Imker in Strausberg wissen genau, was Bienen mögen. In den Gartenmärkten von Märkisch-Oderland kaufen die Kunden zunehmend solche Pflanzen, die den Insekten helfen. Von seinen Bienen umschwärmt ist Imker Reinhard Carow. Seine 16 Völker leben an der Strausberger Kleingartenanlage Am Wäldchen mit einem Bienenbaum, auch Samthaarige Stinkesche, genannt. Dieser blüht gerade reich im Herbst, wenn der Nektar knapp wird.
Imker in Strausberg wissen genau, was Bienen mögen. In den Gartenmärkten von Märkisch-Oderland kaufen die Kunden zunehmend solche Pflanzen, die den Insekten helfen. Von seinen Bienen umschwärmt ist Imker Reinhard Carow. Seine 16 Völker leben an der Strausberger Kleingartenanlage Am Wäldchen mit einem Bienenbaum, auch Samthaarige Stinkesche, genannt. Dieser blüht gerade reich im Herbst, wenn der Nektar knapp wird. © Foto: Jens Sell/MOZ
Jens Sell / 29.04.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 29.04.2020, 10:39
Strausberg (MOZ) Die Bau- und Gartenmärkte der Region werden täglich überrannt: Die Frühjahrsbepflanzung in kleinen und großen Gärten steht an, und wer keinen Garten hat, hängt sich Blumenkästen an die Balkonbrüstung oder stellt sich Pflanzkübel auf die Dachterrasse. Viele Blumenfreunde versuchen, mit ihren Pflanzen auch den Insekten zu nützen.

Doch mitunter nützt die prächtigste Blüte den suchenden Bienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen nichts.

16 Völker im Besitz

Imker Marcus Carow, der mit seinem Vater Reinhard Carow die Imkerei am Wäldchen im Strausberger Osten betreibt und derzeit dort 16 Völker hält, hat sich intensiv mit den geeignetsten Pflanzenarten beschäftigt: Grundsätzlich lieben die Bienen offene, ungefüllte Blüten, bei denen sie leicht an die Staubgefäße gelangen können", stellt er gleich die erste Weiche. Insofern bevorzugt er bei Rosen die Wildformen wie die Hundsrosen. Die gefüllten Blüten der Hybride sind für Bienen unüberwindlich.

"Auch bei Studentenblumen werden meist gefüllte gehandelt", erläutert er. "ungefüllt heißen sie Gewürztagetes und sind für Bienen sehr attraktiv. Die Einzelblüte ist nicht so auffällig, aber es gibt sehr viele davon." Der Imker freut sich für seine Bienen, aber auch für Hummeln und Schmetterlinge über lange und reich blühende Balkonpflanzen. Neue Erdbeerzüchtungen blühen rot und über den ganzen Sommer. Man habe so lange Zeit die Früchte, die Insekten den Nektar und alle den Vorteil – eine echte Win-win-Situation, sagt Carow lachend.

Auf dem Balkon bildeten Kräuterkästen mit Thymian, Minze, Salbei, Majoran, Rosmarin und Lavendel ein reiches Bienenbüfett über Sommer und Herbst. Gut seien auch die Eisblume (die ungefüllte Begonie), Ballonblumen und Glockenblumen für die Insekten-ernährung. Im Herbst schmückten Besen- und Schneeheide die Kästen.

Obstbäume sind Nahrungsspender und Profiteure der Insekten

Im Garten sind jetzt die Obstbäume Nahrungsspender und Profiteure der Insektenbesuche. Jetzt blühen die Äpfel, manche allerdings durch die Trockenheit verzögert. Bienen sind übrigens sehr "blütenstet", das heißt, sind sie einmal auf ein ergiebiges Revier gestoßen, "ernten" sie es quasi vollständig ab. Wichtig seien auch die Beerensträucher wie Johannes- und Stachelbeere. Auch Gurken und Kürbisse, Zierapfel und Zierkirsche sowie Vergissmeinnicht zögen Bienen magisch an. Man solle aber ruhig auch kleine Wildecken im Garten stehen lassen: Giersch, Taubnesseln und Disteln werden auch von Hummeln gern besucht.

Dass bei seinen Kunden das Bewusstsein für den Insektenschutz spürbar gestiegen sei, kann Gerd Kolbinger vom gleichnamigen Gartenbaubetrieb in Eggersdorf bestätigen: "Die Kunden fragen konkret nach bienenfreundlichen Pflanzen und wollen dazu beraten werden. Und es gibt auch ein wachsendes Angebot, wie hier die Bidens ,Hummelkönig’, die Brandenburger Balkonpflanze des Jahres 2019 war." Ein Kunde habe sich sogar den Garten voll Lavendel gepflanzt, um den Insekten etwas Gutes zu tun.

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