Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stadtplanung
Streit in Neuenhagen um Zukunft der Trainierbahn

Edle Rennpferde oder Spaziergänger samt Hunden oder eventuell beides gleichzeitig - in Neuenhagen wird um die künftige Nutzung einer grünen Oase, der einstigen Trainierbahn, gestritten. Aktuell teilen sich Freizeitreiter und Spaziergänger teilen sich die Neuenhagener Trainierbahn. Frank Ott (NABU) lud am 14. März zur Führung durchs Naherholungsgebiet ein.
Edle Rennpferde oder Spaziergänger samt Hunden oder eventuell beides gleichzeitig - in Neuenhagen wird um die künftige Nutzung einer grünen Oase, der einstigen Trainierbahn, gestritten. Aktuell teilen sich Freizeitreiter und Spaziergänger teilen sich die Neuenhagener Trainierbahn. Frank Ott (NABU) lud am 14. März zur Führung durchs Naherholungsgebiet ein. © Foto: Jana Reimann-Grohs/MOZ
Jana Reimann-Grohs / 08.05.2020, 04:00 Uhr
Neuenhagen (MOZ) Im Saal des Bürgerhauses war am Dienstagabend reichlich Platz für Zuhörer, Verwaltungsmitarbeiter und Gemeindevertreter – an die 30 Teilnehmer waren gekommen, um das Thema Trainierbahn Neuenhagen voranzubringen.

Die Neuenhagener Gemeindevertretung hatte die Bildung eines zeitweiligen Ausschusses "Trainierbahn und Altes Gut" mit acht Mitgliedern, geleitet von Klaus Obendorf (CDU), beschlossen. Dieser traf sich am 10. März das erste Mal in kleinerer Runde im Rathaus und kam erst wieder am 5. Mai zusammen. Zugegen waren auch Bürgermeister Ansgar Scharnke und Peter Hoeck-Domig von der Rennbahn GmbH Hoppegarten.

Die Diskussion drehte sich vornehmlich um Pläne zur Wiederbelebung der Neuenhagener Trainierbahn für den Rennbetrieb in Hoppegarten, inmitten des natürlich gewachsenen Erholungsgebiets, welches sich bislang Spaziergänger, Hundehalter und Freizeitreiter teilen. Eigentümer Gerhard Schöningh möchte die Bahn so herrichten, wie sie vor 120 Jahren gebaut worden ist, kündigte Geschäftsführer Hoeck-Domig an. Gewünscht sei ein mit Denkmal- und Naturschutz abgestimmtes Nutzungskonzept. Aufgrund der Einwände von Bürgerinitiativen, Gemeindemitgliedern und Anwohnern habe man untereinander ausgiebig über "die richtigen Werkzeuge" diskutiert, die verschiedenen Interessen miteinander zu vereinen und trotzdem Infrastruktur für Trainer und rund 300 Pferde zu schaffen.

Es wurde verworfen, die äußere Sandbahn an die Gemeinde abzutreten, räumte Hoeck-Domig ein. Noch sei keine Bebauung festgelegt. Lediglich mögliche Standorte als Entwicklungsflächen wolle die Rennbahn in Nähe des Alten Guts für ein Geschäftsmodell diskutieren, um nachhaltig Gelder zu gewinnen. "Wir reden über Investitionen, wir müssen ein gemeinsames Konzept finden."

Versammlungsleiter Obendorf wünschte sich gleich zu Beginn eine "lebhafte Diskussion". Doch zu wenig Einwohnermeinungen wären von Anfang an auf den Tisch gekommen, kritisierte Rico Obenauf (Die Parteilosen). Die Gemeinde äußerte ihre Absicht, die Erholungsfunktion des Geländes mit einem Grünflächenordnungsplan (GOP) zu sichern, der den natürlichen Bestand bei der Festlegung berücksichtige. Schöninghs Nutzungskonzept müsse mit bereits vorhandenen Plänen zusammengebracht werden, fasste Obendorf zusammen. Ein Trainingsbetrieb könnte frühmorgens bis in den Mittag hinein stattfinden, danach soll die Grünfläche den Bürgern zur Verfügung stehen, schlug er vor: "Morgens trainieren, nachmittags flanieren."

Um den Wald neben den Sandbahnen müsse weiter verhandelt werden, betonte Hartmut Kretschmer (B90/Grüne) schon im vorherigen Ausschusstreffen. Bei laufendem Trainingsbetrieb den Blick von allen Seiten auf die Pferde haben zu müssen, sei nach wie vor strittig. Doch Hoeck-Domig blieb dabei, freie Sichtachsen schaffen zu wollen. Mit dem GOP könne generell nur begrenzend und bewahrend geregelt werden, mit einem städtebaulichen Vertrag werde vieles ermöglicht. Ziel sei es, den Rennsport für kommende Generationen zu integrieren. "Aus Sicht der Rennbahn hat die Trainierbahn auch die  Funktion einer Sportstätte mit dazugehörenden Stallanlagen, Infrastruktur, Verwaltung und Erschließung. Wir halten den GOP für ein ungeeignetes Instrument."

Der GOP sei das richtige Mittel, weil gar keine Bebauung geplant war, entgegnete Scharnke. Dies sei auch das   Grundverständnis der Gemeindevertretung. "Momentan sind die Wohngebiete auf Waldflächen eingezeichnet. Eine Wohnbebauung von Flächen außerhalb des Guts war nie Gegenstand der Verhandlungen." Der Ausschuss wolle beides parallel entwickeln, vermittelte Obendorf. Nur in einem Punkt waren sich Naturschützer und Rennbahnvertreter einig: Es müsse auf der Trainierbahn für eine Nutzung außerhalb des Trainingsbetriebs eindeutige Regelungen für Spaziergänger und Hundehalter geben, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG