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Neustart hilft jungen Flüchtlingen

Nun Flüchtlingsunterkunft statt Landschulheim: der Waldhof bei Zootzen.
Nun Flüchtlingsunterkunft statt Landschulheim: der Waldhof bei Zootzen. © Foto: Burkhard Keeve/MZV
Matthias Henke / 03.11.2015, 06:02 Uhr
Zootzen (MZV) Das Evangelische Johannesstift (EJS) übernimmt die Betreuung der sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die künftig im Waldhof Zootzen untergebracht werden sollen. Das gab Norbert Schröder, Leiter der EJS-Jugendhilfe-Einrichtung Neustart, am Freitag bei einem Pressegespräch bekannt. Wie berichtet, soll der gegenwärtig als Notunterkunft für Asylsuchende genutzte Waldhof dauerhaft als zentrale Unterkunft für junge Flüchtlinge dienen. "Der Kreis hat dort zur Zeit 50 Erwachsene untergebracht, man hätte aber Kapazitäten für 68 Personen", sagte Schröder. 18 Plätze könnten demzufolge für Minderjährige zur Verfügung gestellt werden. Details sollen diese Woche bei einem Gespräch mit Vertretern des brandenburgischen Bildungsministeriums sowie der Kreisverwaltung erörtert werden. Klar sei jedoch bereits jetzt, dass das Johannesstift personell aufstocken müsse. "Wir suchen ab sofort entsprechend qualifiziertes Personal", so Schröder weiter. Favorisiert werde eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung der in Gruppen zu neun Personen aufgeteilten Flüchtlingen von je fünf Mitarbeitern. Da perspektivisch die erwachsenen Asylsuchenden den kreiseigenen Waldhof verlassen werden, sei sukzessive eine Aufstockung der Kapazitäten für Kinder und Jugendliche vorgesehen.

Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass bereits ab 1.November der Landkreis die Inobhutnahme von geflüchteten Kindern und Jugendlichen, die vom Land zugewiesen werden, zu gewährleisten hat. Prognosen, wie viele dies in Zukunft sein werden, begegnet Schröder kritisch. "Das kann sich wöchentlich ändern. Mitunter muss schnell reagiert werden." Das Johannesstift sei bereits seit dem Frühsommer in Gesprächen mit der Kreisverwaltung, was auch dem Umstand geschuldet sei, dass das Stift einen entsprechenden Krisendienst in Bergfelde unterhalte. Man habe dem Kreis aber zu verstehen gegeben, dass der Krisendienst nicht geeignet sei, eine größere Anzahl von Personen aufzunehmen. Auch die gemeinsam mit anderen Trägern der Jugendhilfe geschaffenen elfUnterbringungsplätze reichten bei weitem nicht.

Sich im Waldhof zu engagieren, habe nahe gelegen, nicht nur wegen der geringen Distanz zwischen beiden am Südufer des Stolpsees gelegenen Einrichtungen. "Die zweite Überlegung war, dass wir die Jugendlichen ein Stück weit in unseren Alltag integrieren, sei es in puncto Beschäftigungsangebote oder Sprachunterricht", so Schröder. In Berlin habe das Stift vor kurzem aus dem Stand zehn Plätze für minderjährige Flüchtlinge schaffen und so erste Erfahrungen sammeln können. "Wir werden viel improvisieren müssen, aber ich glaube, darin sind wir ganz gut", blickt Schröder optimistisch voraus.

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