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Volksfest "700 Jahre Schlacht bei Gransee" entwickelt sich zu einem Groß-Spektakel

Getümmel bei Schulzendorf

Gemetzel mit Gekicher: Die Askanier (rechts) haben gegen die mächtigen Mecklenburger keine Chance. Im Gegensatz zu der blutigen Schlacht vor 700 Jahren hatten die Akteure aber einer helle Freude an dem Kampf - und auch das Publikum.
Gemetzel mit Gekicher: Die Askanier (rechts) haben gegen die mächtigen Mecklenburger keine Chance. Im Gegensatz zu der blutigen Schlacht vor 700 Jahren hatten die Akteure aber einer helle Freude an dem Kampf - und auch das Publikum. © Foto: MZV
Thomas Pilz / 01.08.2016, 09:45 Uhr
Schulzendorf (GZ) Der erste Infopunkt auf dem Radweg zwischen Gransee und Stechlin ist am Sonnabend anlässlich des turbulenten Festes "700 Jahre Schlacht bei Gransee" unweit von Schulzendorf feierlich in Betrieb genommen worden. Anschließend kam es auf dem Feld nebenan tatsächlich zu einem grandiosen Getümmel.

Selbstverständlich mit einem Augenzwinkern. Es floss kein Blut - und Ketchup gab es höchstens am Würstchenstand beim Schulzendorfer Dorffest. Dennoch waren die weit über hundert "Schlachtenbummler" unweit des neuen Info-Punktes begeistert: Die Mecklenburger Ritterschaft von der Burg Stargard haute sich "fürchterlich" mit den Askaniern unter anderem aus Zernikow. Alle bekamen eins auf die Mütze, anschließend verbrüderte man sich und guckte tief in Glas oder Flasche. Warum und wieso das Ganze stattfand, erläuterte Frank Saß, eigentlich Diplom-Museologe in Stargard, ebenfalls in historischer Kluft gewandet.

Der 700. Jahrestag der gewalttätigen Grenzziehung zwischen Mecklenburg und der Mark wurde publikumswirksam verknüpft mit einer aktuellen Erfolgsgeschichte: dem fertigen Radweg zwischen Gransee und Schulzendorf. Dazu bedurfte es mehrerer Enthüllungs-Künstler: Amtsdirektor Frank Stege, Sonnenbergs Bürgermeister Ralf Wöller, die Vorsitzende des Amtsausschusses Christin Zehmke sowie Historiker und Ortsvorsteher Carsten Dräger und sein Vorgänger Jürgen Saß enthüllten eine wissenswerte Info-Tafel, ein Hinweisschild sowie einen Gedenkstein zur "Schlacht bei Gransee".

Stege erinnerte bei der Gelegenheit an den eigentlichen Initiator, Uwe Bauer. Der leider viel zu früh verstorbene Mittelalter-Kampfdarsteller hatte vor einigen Jahren die Idee zu dem Spektakel. Aus Respekt vor ihm trug man sich eigentlich mit dem Gedanken, das Ganze abzublasen, merkte Stege an. Aber die Idee wurde von Carsten Dräger nochmals aufgegriffen - wobei das Fest verbunden wurde mit dem Hinweis auf eine sehr bürgerfreundliche Investition des Amtes: dem Bau des Radweges auf der alten Bahntrasse. "Es ist richtig erfreulich, nicht nur Touristen nutzen ihn, sondern auch viele Einheimische", so Stege.

Damit nicht genug: Dräger nutzte die Gunst der Stunde, um die Festgäste auf eine wichtige Zäsur Schulzendorfs vor 325 Jahren hinzuweisen, die Ansiedlung von 16 Schweizer Familien in dem Ort. Sogar waschechte Schweizer Gäste wurden aus diesem Anlass begrüßt.

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Infopunkt Carsten Dräger Radweg Christin Zemke Getümmel

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