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Fallschirm-Flugplatz: GoJump verlegt Firmensitz nach Gransee

Optimistisch für die Zukunft: Jan Hempel, Hartmut Pforr, Mark Krusic sowie Nga Dieu (von links).
Optimistisch für die Zukunft: Jan Hempel, Hartmut Pforr, Mark Krusic sowie Nga Dieu (von links). © Foto: Martin Risken/GZ
Martin Risken / 25.07.2017, 09:19 Uhr
Gransee (ris) "Hier spricht man deutsch!" Ein Schild mit diesem Hinweis würde GoJump-Eigentümer Jan Hempel am Eingang des Fallschirmsportzentrums Gransee am liebsten aufstellen. Denn bevor er das Unternehmen zusammen mit seiner Partnerin Nga Dieu Anfang dieses Jahres übernommen hatte, sei das keineswegs selbstverständlich gewesen. Der damalige GoJump-Chef Mike Vetter habe einen Geschäftsführer eingestellt, der kein Wort deutsch gesprochen habe. Da sei die Verständigung auch mit den Flugplatzgegnern fast unmöglich gewesen.

Die Kommunikation auf eine neue Basis stellen wollen die neuen Eigentümer nun. Den Anfang machten sie am Wochenende, als die Fallschirmsportgemeinschaft (FSG) Berlin/Gransee ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Die FSG gründete den Fallschirmsprungplatz und sei Pächter der Flächen. Wegen des hohen Kapitaleinsatzes hat der Verein die Betreibung des Platzes an die GoJump GmbH übertragen. Schon vor dreieinhalb Jahren wollte sich GoJump-Chef Mike Vetter aus Gransee mit dem Ziel Australien verabschieden. Damals zeigten Hempel und Dieu bereits Interesse, den Betrieb zu kaufen. Doch erst vor zwei Jahren wurden die Pläne konkreter, als Vetter in Kalifornien eine neue berufliche Herausforderung suchte. Mittlerweile seien sie die alleinigen Eigentümer der GoJump GmbH in Gransee, stellten Hempel und Dieu klar. Um den Streit um die Lärmbelästigung zu entschärfen, erwarben sie eine Cessna, auch wenn Anschaffung und Ersatzteile deutlich teurer seien als bei der neuseeländischen "PAC", die Vetter einsetzt habe, erläuterte Hempel.

Beim Besuch von Gransees Amtsdirektor Frank Stege am Wochenende, der seinen ersten Tandemsprung aus 4 000 Meter wagte, sei verabredet worden, die Info-Tafel auf dem Gelände zu erneuern und mehr Flyer über touristische Angebote in der Region auszulegen. "Das ist auch in unserem Interesse. Viele Gäste wollen von uns wissen, was sie hier in der Region sonst noch machen können", so Hempel. Ihre Verbundenheit mit Gransee haben er und seine Partnerin Nga Dieu auch dadurch gezeigt, dass sie ihren Zweitwohnsitz in Gransee angemeldet haben. Darüber hinaus soll der Firmensitz von Berlin nach Gransee verlegt werden, das Büro als Anlaufstelle für potenzielle Kunden aber in der Hauptstadt erhalten bleiben. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen vier Festangestellte sowie mehrere Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis. Mittelfristig wollen die Flugplatzbetreiber darüber hinaus Ausschau nach einem leerstehenden Objekt in Gransee halten, um dieses als einfache Unterkunft auszubauen. Denn nicht alle wollen auf dem Gelände campen.

Auch sonst verfolgen Hempel und Dieu eine andere Strategie als ihr Vorgänger. In den nächsten Jahren soll der Fallschirmsport wieder mehr zu seinem Recht kommen. Für kommendes Jahr ist die Austragung von Wettkämpfen geplant. Einen kleinen Vorgeschmack gab es am Wochenende beim Formationsspringen. Außerdem soll die Förderung des Nachwuchses dazu beitragen, die Basis der Sportspringer deutlich zu vergrößern. "Betriebswirtschaftlich ist das für uns zwar uninteressant, aber wir machen es trotzdem", sagte Hempel, worüber Vereinschef Mark Krusic und sein Stellvertreter Hartmut Pforr auch sehr froh sind. Sie unterstützen die Strategie der neuen Eigentümer, sagten sie.

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