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Kommune erhält Prerauer Stich zurück - Marina soll entstehen

Ein beliebtes Angelgewässer: Der Prerauer Stich soll in diesem Jahr vom Land auf die Stadt übertragen werden.
Ein beliebtes Angelgewässer: Der Prerauer Stich soll in diesem Jahr vom Land auf die Stadt übertragen werden. © Foto: GZ/Martin Risken
Martin Risken / 02.01.2018, 19:00 Uhr - Aktualisiert 02.01.2018, 21:13
Zehdenick (GZ) Der Prerauer Stich in Zehdenick gehört zu den 33 Gewässern, die in nächster Zeit kommunalisiert werden. Nach Informationen der Landesregierung Brandenburg wächst die Zahl der Seen immer weiter an, die in die Hand der Kommunen übergeben worden sind. Allein im Landkreis Oberhavel sind es sieben Seen, die übertragen wurden, so wie zuletzt der Salchowsee bei Sonnenberg, der in kommunale Hand wechselte. Der Prerauer Stich in Zehdenick hat direkten Zugang zur Havel. An seinen Ufern befinden sich nicht nur Bungalows, sondern auch das stillgelegte Porenbetonwerk. Das Gelände ist verkauft und soll in den nächsten Monaten zu einer Marina entwickelt werden. Durch die Übertragung des Prerauer Stichs ist sichergestellt, dass das Gewässer weiterhin öffentlich befahren werden kann.

Nach dem Beschluss des Haushaltsausschusses des Landtages Brandenburg Ende November ist der Weg auch für weitere 16 Seen frei, auf die Kommunen übertragen zu werden. Das Land übernimmt für die Übertragung fast vollständig die Kosten, nur die Gewerbesteuern müssten von den Kommunen übernommen werden. Insgesamt wurden im Land Brandenburg inzwischen 124 der 194 übernommenen Gewässer auf die jeweilige Kommune übertragen.

"Die Entwicklung ist zu begrüßen. Im Landtag haben wir uns schon seit längerem für eine Übereignung auf die kommunale Ebene stark gemacht", sagt der Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann (CDU): "Mit diesem Beschluss wird sichergestellt, dass der Zugang zu den Seen für alle Erholungsuchenden gewährleistet ist und die Seen nicht mehr an Private verkauft werden können". In der Vergangenheit gab es im Land Brandenburg immer wieder heftige Debatten um die Privatisierung von Seen. Wichmann weist darauf hin, dass grundsätzlich auch private Seen durch die Allgemeinheit im Rahmen des sogenannten Gemeingebrauchs genutzt werden können, allerdings unterliege der Zugang zum See nicht dem Wasserrecht. "Grundsätzlich birgt der Verkauf von Gewässern an Private immer die Gefahr, dass Badestellen oder Uferwege nicht mehr nutzbar sind, Angeln und Baden durch private Eigentümer verboten oder kostenpflichtig werden. Die lokale Bevölkerung und der in unserer Region so wichtige Wirtschaftszweig des Tourismus haben dabei in der Regel nur Nachteile, so der Landtagsabgeordnete.

"Für viele ehemalige DDR-Bürger war es unverständlich, dass Privatleute unsere Seen kaufen konnten und Zugänge blockieren dürfen", meint Wichmann, der sich im Landtag auch in einer Enquete-Kommission für die Stärkung der ländlichen Räume stark macht. "Dem Gefühl nach gehört der Schatz der tausenden von Seen im Land Brandenburg allen Bürgern". Durch die Rückübertragung werde das nun auch rechtssicher verankert.

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