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Solarpark
Hoffen auf eine Lösung für die Kiesgrube

Noch Kraterlandschaft, bald Solarfeld? Bereits seit Jahren bemüht sich der Investor Enerparc um eine Genehmigung für die einstige Kiesgrube bei Großwoltersdorf.
Noch Kraterlandschaft, bald Solarfeld? Bereits seit Jahren bemüht sich der Investor Enerparc um eine Genehmigung für die einstige Kiesgrube bei Großwoltersdorf. © Foto: Thomas Gutke/GZ
Sandra Jütte / 11.01.2018, 06:08 Uhr
Großwoltersdorf (GZ) Nach einer erneuten Verzögerung im vergangenen Jahr gibt es einen weiteren Anlauf für den geplanten Solarpark bei Großwoltersdorf. Noch bis Freitag können im Amt Gransee die Unterlagen zur Änderung des Flächennutzungsplanes sowie des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für das einstige Kiesgruben-Gelände eingesehen werden. Bis dahin haben auch die Behörden erneut die Möglichkeit, sich am bereits dritten öffentlichen B-Planverfahren zu beteiligen.

Genau hier war das Vorhaben 2017 gescheitert. Unter anderem die Untere Naturschutzbehörde verlangte neue Untersuchungen, beispielsweise ob das 600 Meter östlich gelegene Vogelschutzgebiet durch die Photovoltaikanlagen beeinträchtigt werde. Ein im Anschluss erstelltes Gutachten sieht hier jedoch kein Problem. Auch das Konzept zum Schutz der wenigen dort lebenden Zauneidechsen wurde um weitere Maßnahmen ergänzt. Für sie sollen auf einem angrenzenden Gebiet Ersatzhabitate geschaffen und die Tiere außerhalb der Brutzeit umgesiedelt werden. Während der gesamten Bauphase soll ein durchschlupfsicherer Zaun eine Rückkehr der Reptilien verhindern.

Zudem vermutet der Landesbetriebes für Bergbau und Geologie auf einer Restfläche von sieben Hektar weitere Bodenschätze. Hier sicherte der Investor Enerparc Solar bereits zu, der Gewinnung Vorrang zu gewähren. Außerdem wurde der Betrieb der Solarmodule im neuesten Bebauungsplan auf den 21. Dezember 2045 befristet, bis dahin müssen alle Anlagen wieder zurückgebaut werden.

Da das auf etwa 35 Hektarn geplante Solarfeld mitten im Landschaftsschutzgebiet liegt, ist für eine Baugenehmigung die Zustimmung des Landkreises notwendig. Die Gemeindevertreter von Großwoltersdorf hatten sich bereits 2012 für das Projekt ausgesprochen, dann sprang ein erster Investor jedoch ab. Auch im Amt Gransee hofft man nun endlich auf eine Lösung für die illegale Kiesgrube. "Aus unserer Sicht stellt sie noch immer eine Gefahr da", so Christian Tutsch vom Bauamt. Sollte der Landkreis grünes Licht geben, wolle Enerparc laut Projektleiter Hendrik Schramm noch in diesem Jahr mit der Umsiedlung der Eidechsen sowie dem ersten Bauabschnitt beginnen.

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