Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kinderbetreuung
Ärger um Kita-Satzung

Selbstversorger: In vielen Kitas der Gemeinde gehört der Umgang mit Pflanzen zum Standard.
Selbstversorger: In vielen Kitas der Gemeinde gehört der Umgang mit Pflanzen zum Standard. © Foto: Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 11.01.2018, 21:13 Uhr
Löwenberger Land (OGA) Verärgerte Eltern und genervte Gemeindevertreter - die Betreuung in Krippe, Kindergarten und Hort wird noch lange für Ärger sorgen. Wie eben auch diese Woche wieder in der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretersitzung im Löwenberger Land.

Gleich mit einem Katalog an Fragen warteten die Besucher auf. Unter anderem wurde nach den Standzeiten des Mittagessens in der Nassenheider Kita gefragt und nach der Versorgung der Schulkinder mit Essen, wenn diese die Schule in Grüneberg, den Hort aber in Nassenheide besuchen. Auch die häusliche Ersparnis und vor allem die Kontrolle deren Einhaltung im Interesse des Geldbeutels der Eltern war Thema. Doch mussten sowohl Bürgermeister Bernd-Christian Schneck (SPD) als auch die Gemeindevertreter den Eltern oft konkrete Antworten schuldig bleiben. Nicht, weil sie nicht antworten wollten, sonderen einfach, weil die Fragen zu sehr ins Detail gingen und insofern die Kita-Leitung der bessere Ansprechpartner gewesen wäre.

Dass die Kommunalpolitiker dabei im Fokus der Kritik stehen, resultiert aus der Tatsache, dass die Gemeinden die Vertragspartner für die Eltern sind. Also ist die Verwaltung, so die Schlussfolgerung einiger Eltern, auch der erste Ansprechpartner und eben nicht die Kita.

Dabei hätten sich manche Kritikpunkte, wie eben die in Bezug auf die Standzeiten des Mittagessens schnell in den Einrichtungen beantworten und erklären lassen. Geliefert wird das Mittagessen vom Caterer in die Nassenheider Kita um 10.45 Uhr. Das geht aus den Protokollen hervor, die sich der Bürgermeister nachträglich hat zuarbeiten lassen, da diese ihm zur Einwohnerfragestunde nicht vorlagen. Ging auch gar nicht, weil ihm die Frage nicht bekannt war. In den Protokollen wird von den Kitamitarbeitern ebenso die Menge, das Aussehen und die Qualität des Essens bewertet. Konkrete Beschwerden, dass Eltern den Wechsel des Caterers gefordert haben, liegen bislang nicht vor, so der Bürgermeister weiter.

Ein Problem ganz anderer Art stellt für ihn die Ermittlung der häuslichen Ersparnis dar, die von einem Vater anhand der Essenversorgung der ersten Januarwoche hinterfragt wurde. Abgesehen davon, dass kein Kommunalpolitiker des Löwenberger Landes den Essenplan der Nassenheider Kita kannte, kann die Ersparnis auch nicht anhand eines solchen Vergleichs bewertet werden. Da handelt es sich schlichtweg um eine Mischkalkulation. Dennoch soll auch diese Frage nicht unbeantwortet bleiben, so der Bürgermeister. In diese Richtung zielt denn auch der Antrag der SPD-Abgeordneten Andrea Schild. Sie bat den Bürgermeister um eine konkrete Auflistung der Zahlen, wie viel die Betreuung eines Kindes in einer gemeindlichen Einrichtung kostet, was also alles bei der Berechnung der Kosten zu berücksichtigen ist. Das gilt ebenso für die Berechnung des Essengeldes. Auch hier versprach Schneck, diese Informationen zusammenzutragen.

Ob, und wenn ja, wann die im vergangenen Jahr erarbeitete Essengeldsatzung für die gemeindlichen Einrichtungen im Löwenberger Land in Kraft gesetzt wird, ist vor allem von den Festlegungen der Landesregierung abhängig. "Wir brauchen verbindliche Zuarbeiten von der Landesregierung, damit unsere Satzungen vor einem Gericht Bestand haben", so der Bürgermeister.

Versprechen konnte er indes, dass die Verpflegung der Kinder mit Frühstück und Vesper sichergestellt wird. Spätestens im April, wenn möglich jedoch schon früher, sollen die Verträge stehen. Die Verzögerung begründete das Gemeindeoberhaupt mit dem Hinweis auf die Vielzahl an Arbeiten, die in der Verwaltung hätten abgearbeitet werden müssen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG