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Dem Rhythmus auf der Spur

Tanzkurs
Heiße Salsa-Abende im Heimatmuseum

Hat selbst den Rhythmus im Blut: Olaf Berger (Mitte) gibt seit vergangener Woche Salsa-Unterricht im Heimatmuseum.
Hat selbst den Rhythmus im Blut: Olaf Berger (Mitte) gibt seit vergangener Woche Salsa-Unterricht im Heimatmuseum. © Foto: Sandra Jütte/MOZ
Sandra Jütte / 10.02.2018, 17:10 Uhr
Gransee (MOZ) Salsa - das lässt an rhythmische Musik, kreisende Hüften, verschwitzte Körper und vor allem an ferne Länder denken. Doch auch mitten in Gransee wird seit der vergangenen Woche wieder Salsa getanzt. Den Kurs im Heimatmuseum leitet nun Olaf Berger.

Zum Aufwärmen beginnt der gebürtige Berliner mit einfachen Grundschritten. Der rechte Fuß setzt zur Seite, der linke zieht nach und wieder zurück. Bis dahin kein Problem. Noch sind die Glieder allerdings etwas steif und ist der Beat, der die lateinamerikanische Musik aus dem klobigen Lautsprecher untermalt, moderat. Er wird noch schneller werden. "Ich will erst mal schauen, ob alle schon ein Gefühl für den Rhythmus haben", erklärt Olaf Berger.

Eigentlich ist der zugezogene Granseer Musiklehrer an einer Schule in Berlin. In der Hauptstadt hat er selbst vor zwölf Jahren den lateinamerikanischen Gesellschaftstanz für sich entdeckt. "Ich mag Salsa, weil die Musik einen permanenten Puls hat, oft Live-Instrumente dahinter stecken und mir gefällt auch das Spanische", begründet er. Zudem sei die "Rueda de casino", die er unter anderem lehren möchte - eine Stilrichtung, bei der nicht nur im Kreis getanzt, sondern auch mal der Partner gewechselt wird - der perfektes Anlass für eine Begegnung zwischen Jung und Alt.

Auch die acht Teilnehmer an diesem Abend sind vom Alter her eine gute Mischung. Mit 23 Jahren ist Kamin Sargsyah der Jüngste. Begleitet wird er von Andrea Dietz, die als Mitglied der Frauengruppe Oberhavel seine armenische Familie mitbetreut. "Herzukommen war meine Idee. Ich mag Salsa einfach, bin leider aber ein Bewegungslegasteniker", gibt sie zu.

Doch weder Vorkenntnisse noch Herkunft sind zwischen den gelben Wänden und den Aquarellen des Malers Max Köcke-Wichmann von Bedeutung. Hier im Museum zählt an diesem Abend einzig das Rhythmusgefühl, und ob die Koordination von Armen und Beinen zum Takt der Musik funktioniert. "Wenn ihr wollt, könnt ihr auch gerne die Hüften dazu bewegen", ruft Olaf Berger.

Das ist gar nicht so einfach. Schritt nach vorne, eine halbe Drehung um die eigene Achse, Fußwechsel, die nächste Drehung, irgendwie wieder zurück zur Ausgangsposition kommen und dabei noch die Hüfte schwingen wie Popstar Shakira? Als dann alle Teilnehmer noch paarweise im Kreis tanzen sollen, treten die ersten Schweißperlen auf die Stirn. Aber der Ehrgeiz und der mittlerweile etwas schnellere Rhythmus lassen ein Aufgeben nicht zu. Also noch einmal von vorne und weiter üben. Bei Heike und Jürgen Perschke sehen die Bewegungen bereits wesentlich fließender aus. Gleichmäßig schweben ihre Körper zur Musik über die hellen Fliesen. Der "Dile que no" - ein Grundschritt, bei dem die Dame die Seite wechselt - sitzt sehr gut. "Wir waren schon beim ersten Kurs dabei", verrät sie.

Bereits vor drei Jahren gab es Salsa-Abende im Heimatmuseum. Damals leiteten sie Mina und Dani Ionescu aus Neuglobosow. Auch Olaf Berger war einmal dabei. "Deshalb hatte ich jetzt die Idee. So etwas fehlt hier und es wäre schön, wenn ich das wieder etablieren kann", sagt er. Berger hofft, mit seinem Angebot möglichst viele zu erreichen, die das Interesse am Tanzen verbindet. Patricia Cameron aus Kraatz ist nach 90 Minuten auf jeden Fall begeistert, dass es den Kurs gibt. Sie will beim nächsten Mal gerne wiederkommen. Und bis dahin wird an der "Enchufla" und dem "Dile que no" gefeilt.

Salsa-Kurs: jeden Donnerstag ab 19 Uhr im Heimatmuseum Gransee, Teilnahme kostenlos. Um Spenden für die Betriebskosten wird gebeten.

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