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Heilstätten
Horrorfilm aus Oranienburg feiert Premiere

Premiere im Filmpalast: Mario Nazahn freut sich auf „Heilstätten“ und seine Gäste.
Premiere im Filmpalast: Mario Nazahn freut sich auf „Heilstätten“ und seine Gäste. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 13.02.2018, 07:45 Uhr
Oranienburg (MOZ) Es fängt scheinbar harmlos an. Betty, gespielt von Nilam Farooq, sitzt auf rosafarbener Bettwäsche neben Teddys und Kissen und verkauft auf ihrem Youtube-Kanal „Bettyful“ Lippenstift und Wimperntusche. Doch schon bald wird sie die heile Welt verlassen. Zusammen mit anderen Stars des Internets will sie sich „der härtesten Challenge aller Zeiten“ stellen. 24 Stunden Zeit an einem Gruselort verbringen, an dem es angeblich spukt. Die Truppe junger Leute trifft sich in der ehemaligen Lungenheilanstalt, die dem Horrorfilm den Namen gibt: Heilstätten.

Nach den Dreharbeiten vor knapp einem Jahr auf dem umzäunten ehemaligen Klinikgelände am Grabowsee ist am 22. Februar Premiere. Zu den ausgewählten Kinos zum Filmstart gehört der Filmpalast Oranienburg, denn dort wurde  im Saal 2 ebenfalls eine Filmszene gedreht. Marnie und Youtuber Freshtorge sitzen darin in Reihe 1 auf den Plätzen 7 und 8 und futtern Popcorn. „Es war toll, die Dreharbeiten zu beobachten“, sagt Kinoleiter Mario Nazahn. „Wir haben an dem Drehtag viel Popcorn gemacht.“ Jetzt freue er sich auf die Premiere. „Ich hab den Trailer gesehen, das wird sicher spannend“, sagt Nazahn. „Heilstätten“ sei der erste richtige Horrorfilm aus Deutschland. Die Machart des Streifens erinnert an den inzwischen fast 20 Jahre alten US-Psychothriller „Blair Witch Projekt“: Die Jugendlichen filmen sich selbst und geraten schließlich in tödliche Gefahr.

Drei Filmtrailer sollen Appetit auf Spannung und Grusel machen. Beim Drohnenflug über das verlassene Klinikgelände im Wald wird berichtet, dass dort zur Nazizeit Menschen hingerichtet und für medizinische Experimente missbraucht wurden. Seither soll es dort zu paranormalen Ereignissen gekommen sein.

An die Zeit von früher erinnern im Film alte Tragen und Rollstühle, zu erkennen ist, dass es sich bei den Heilstätten um eher ruinöse Gebäude handelt, in die mehr Regenwasser als Licht fällt. Verbretterte Fensteröffnungen lassen alles noch düsterer erscheinen. Die Grablichter der Jugendlichen verleihen der Szenerie etwas Morbides. Irgendwann muss das Licht der Taschenlampen und Smartphones reichen – bis auch die erlöschen.

Aus dem anfänglichen Spaß des sich gegenseitigen Filmens und Erschreckens wird schließlich ernst. In der Dunkelheit sind die Jugendlichen plötzlich auf der Flucht, die an versperrten Türen oder in vergitterten Schächten endet. Wie paranormal es dabei in der alten Klinik wirklich zugeht, lassen die Trailer nur erahnen.

Jedenfalls sind die von Angst und Schrecken gezeichneten Gesichter der gar nicht mehr so coolen Youtuber zu sehen. Irgendwer hat sein Smartphone fallen lassen. Eine blutige Hand greift danach.

Beliebte Kulisse

■ Wer neugierig ist und sich gerne gruselt, kann ab 22. Februar im Kino erleben, wie aus dem scheinbar harmlosen Abenteuer ein Horrortrip wird und wie sich die Youtube-Stars aus der Gefahr befreien. Am 25. Februar kommen Regisseur Michael David Pate und Produzent Till Schmerbeck um 19.30 Uhr zum Filmgespräch ins Kino in der Berliner Straße. Anschließend wird ihr Horrorstreifen zu sehen sein.

■ Schon lange vor dem Kinostart gab es Angst in Beelitz vor unliebsamen Filmfans, die die dortigen Heilstätten heimsuchen könnten. Denn das riesige Klinikgelände südwestlich von Berlin zieht seit vielen Jahren neugierige Besucher an, die immer wieder über Zäune oder durch Löcher darin steigen. Die deutlich kleinere frühere Lungenheilanstalt am Grabowsee ist dagegen unbekannter, schwer einsehbar und nahezu unerreichbar. Hohe Zäune, Stacheldraht und Wachhunde halten unliebsame Besucher fern. Das vom Verein Kids Globe genutzte Gelände diente vor fünf Jahren bereits für den US-Film „Monuments Men“ von und mit Georg Clooney als Kulisse. Zu einem Ansturm auf das Areal am Grabowsee ist es seither nicht gekommen.⇥(kd)

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