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Zehdenicker feiert Debüt in der Bundesliga

Der Arbeiter im Ring: Nino Rinkau feierte am vergangenen Sonnabend sein Debüt in der Bundesliga.
Der Arbeiter im Ring: Nino Rinkau feierte am vergangenen Sonnabend sein Debüt in der Bundesliga. © Foto: Gunnar Reblin
Steffen Kretschmer / 19.02.2018, 19:01 Uhr
Zehdenick (OGA) Nino Rinkau hat sich seinen Traum verwirklicht. Am vergangenen Sonnabend ging der Kämpfer des Zehdenicker Boxrings erstmals in der Bundesliga an den Start. Und für den Schwergewichtler wurde dieser Auftritt zum fast perfekten Debüt. Fast deshalb, weil Rinkau zwar gut mithalten, aber letztlich nicht als Sieger den Ring verlassen konnte.

Gegen den Hamburger Max Degenhardt musste sich der Zehdenicker, der in der Bundesliga für den UBV Schwedt antritt, nach Punkten geschlagen geben. Für Rinkaus Trainer Hagen Jeche ist dies jedoch eine alles andere als dramatische Situation. Denn: Das große Ziel sei von seinem Schützling erfüllt worden. „Es sollte in diesem Kampf kein Klassenunterschied zu erkennen sein“, freut sich Jeche, das es gelang, genau das umzusetzen. „Sein Gegner war einfach sehr clever. Er hat die ersten zwei Runden schnell nach Punkten gewonnen und sich im dritten Durchgang nicht mehr treffen lassen. Nino hatte vielleicht etwas zu viel Respekt. Mit dem, wie er sich im Ring verhalten hat, bin ich aber sehr zufrieden. Es war schön zu sehen, wie viele Wege auch sein Gegner gehen musste.“

Nino Rinkau und die Bundesliga – diese Kombination scheint zu passen. Dass der 25-Jährige überhaupt für diese Kampfklasse infrage kommt, ist auf seine starken Leistungen im vergangenen Jahr zurückzuführen. Bei mehreren Turnieren feierte der 90-Kilo-Mann große Erfolge. Im Finale der Landesmeisterschaft setzte es allerdings eine K.o.-Niederlage gegen einen Konkurrenten aus Babelsberg. Genau diese sollte allerdings zum großen Sprungbrett für Rinkau werden. Denn sein Verein, der Boxring Zehdenick, organisierte für den eigenen großen Kampfabend ein zweites Duell beider Boxer. „Im Rückkampf hat er dann gewonnen“, erzählt Coach Hagen Jeche. „Leute aus Schwedt waren dann vor Ort und haben Kontakt zu Nino gesucht.“

Die Verantwortlichen des UBV waren derart überzeugt vom Zehdenicker, dass sie ihm die Chance gaben, sich in der Bundesliga zu präsentieren. „Wir hoffen und wollen natürlich, dass Nino weiter dabeibleibt“, sagt Jeche, der seinen Boxer auch weiterhin als Trainer betreuen wird. Wohl niemand anderes kennt Nino Rinkau auf sportlicher Ebene so gut wie sein Trainer.

Vor zehn Jahren stand der heutige Schwergewichtler, welcher ursprünglich aus Templin stammt, vor Hagen Jeche und wollte boxen. Wo die Reise mit dem damals 15-Jährigen einmal hingehen könnte, damit hatte der Coach jedoch überhaupt nicht gerechnet. Nino habe damals aber gesagt, dass, wenn er boxe, er auch richtiges Wettkampfboxen betreiben wolle. Zieht Hagen Jeche  eine Bilanz der vergangenen Jahre, fällt diese durchweg positiv aus. „Ich kann einfach nur zufrieden mit Nino sein. Er hört in der Ringecke auf seinen Trainer und ist in der Lage, die Vorgaben auch umzusetzen. Viele Boxer haben im Kampf  so viel Adrenalin in sich, dass sie genau das nicht tun.“

Schon früh sei klar gewesen, dass Rinkau nicht der geborene Techniker ist. „Deshalb wollte ich auch nie einen aus ihm machen“, erinnert sich Hagen Jeche. „Er boxt nicht im Henry-Maske- sondern eher im Arthur-Abraham-Stil. Deshalb müssen wir aufpassen, dass er im Kampf nicht zu sehr auf den einen entscheidenden Schlag setzt. Mit seinen 1,83 Meter Körpergröße ist er ein sehr kleiner Schwergewichtler. Er muss deshalb viel ausweichen und in die Distanz kommen.“ Das Schlüsselwort vom Trainer heißt deshalb „arbeiten“. Auf schwere Treffer zu warten, wäre fatal.

Am 3. März steht der nächste Kampftag für den UBV Schwedt im Terminkalender. Gegner wird dann der BSK Hannover-Seelze sein. Stand heute wird auch Nino Rinkau dann wieder im Ring stehen. Die Anfrage sei bereits gekommen. Und Hagen Jeche verspricht: „Nino hat noch viel Potenzial. Wir in Zehdenick können sehr stolz auf ihn sein.“

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